Sergej ist sehr dumm
(Originaltitel im Russischen: „Serjoža očen tupoj“)
Sergej, ein dreißigjähriger Programmierer, wird angerufen und gefragt, ob er innerhalb der nächsten Stunde zuhause sei, um ein Päckchen in Empfang zu nehmen. Fünf Minuten später stehen drei Männer vor seiner Tür. Sie bringen tatsächlich ein Päckchen, wollen es aber nicht sofort übergeben, sondern setzen sich auf sein Sofa und beginnen mit ihm zu plaudern. Sie fragen nach seinem Beruf, ob er Frau und Kinder hat, erzählen von sich und ihrer Arbeit. Sergej schwitzt Blut und Wasser, hat Angst, ausgeraubt oder ermordet zu werden, doch die Unterhaltung mit den skurrilen Typen wird immer witziger und absurder. Nach einer Stunde gehen die drei wieder, zufrieden mit ihrem Dienst am Kunden, denn ihre Firma hat ein ganz besonderes Credo: Ihre Kuriere sollen die Pakete nicht einfach ausliefern, sie sollen den Menschen zuhören, sich um sie kümmern, für sie da sein. Das kann auch schon mal über ein längeres Gespräch hinausgehen und wenn nötig mit einer Blinddarmoperation enden oder gar mit einer Bestattung, wenn jemand in ihrem Beisein stirbt.
Danilow schafft eine geheimnisvolle, merkwürdige Grundsituation, in der unversehens alles Normale, Gewohnte außer Kraft gesetzt wird. Seine Kuriere, zunächst ungehobelte Provinzler und komische Käuze, entpuppen sich als Überbringer elementarer Botschaften. Sie wollen Zuwendung und Fürsorge in eine Welt bringen, die immer oberflächlicher wird, aber zu durchschauen sind sie bis zum Schluss nicht.
Das kleine, kompakte Stück "Sergej ist sehr dumm" könnte zusammen mit Danilows Stück „Der Mann aus Podolsk“ einen amüsanten Doppelabend ergeben.
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Übersetzung
Elina Finkel↗
Besetzung
1D, 4H
Theater
Frei zur DE