Endlich ist es heraus: Heidelberg fördert am meisten!

(fk) Der Heidelberger Stückemarkt feiert sein 25jähriges Bestehen. Gratulation! Und ein paar Fragen. Auch, wenn unsere AutorInnen über die zweieinhalb Jahrzehnte seines Bestehens bei diesem Wettbewerb nicht regelmäßig nominiert und preisgewürdigt worden wären, müsste man den Stückemarkt als herausragende Veranstaltung zur Beschäftigung mit Neuer Dramatik loben. (Dieses Jahr sind wir nicht dabei, seis drum. Wir drücken allen Nominierten die Daumen für eine Entdeckung in Heidelberg – und eine nachhaltige Folgerezeption rund um die Welt!) Warum gibt es so eine Einrichtung eigentlich nicht in Berlin? Und: Wenn es sie in Berlin gäbe, wie müsste sie dann aussehen? Heidelberg war spätestens seit den Zeiten der Intendanz von Volkmar Clauß im Mai immer eine besondere Theaterzeitreise wert: Endlich ein paar Tage geschützter Freiraum für konzentrierte Lesungen, gut vorbereitete Diskussionen, lockere Gespräche, das persönliche Kennenlernen von Autoren und Theaterleuten in idyllischer, unaufgeregter und professioneller Atmosphäre: auf dem Philosophenweg hoch über der Stadt oder im Theaterbierzelt bis spät in die Nacht. Der Stückemarkt ist gewachsen. Wo wächst er hin? In den letzten Jahren ist eine deutliche Tendenz spürbar, ihn zu einem Groß-Event machen zu wollen, mit angeschlossenem Forum für “Junge Regie” und jährlich wechselndem Gastland, mit neuen Preisen und einer Vervielfachung der Veranstaltungszahl während des nun über zwei Wochenenden gestreckten Programmes. Das Heidelberger Engagement zielt deutlich auf überregionale Wirkungen, das belegt schon ein schneller Blick auf die Homepage des Heidelberger Theaters. Aber lesen Sie selbst: (Halt, drei Fragen noch: Ist ein “Uraufführungsfestival”, wenn es denn schon unbedingt als Rahmen sein muß, wirklich das korrekte Etikett für eine Reihe eingeladener Gastspiele? Was ist hier eigentlich Rahmen, was Inhalt? Und: Wird es auch in diesem Jahr wieder halb Aninszeniertes zu sehen geben oder kehrt man zurück zur konzentrierten Auseinandersetzung mit neutralen Lesungen neuer Stücke, bei denen eine bestimmte Lesart nicht gleich mitgeliefert wird?) – Wir dokumentieren die uns ein wenig hyperaktiv-selbstberauscht anmutende Heidelberger Ankündigungsprosa für den kommenden Stückemarkt hier ungekürzt (auch als Kommentar zur “Theater braucht Zeit – Dramaturgen haben keine”-Debatte hier im dramablog) und wünschen den MacherInnen und Beteiligten schon jetzt gelingende Maifestspiele!

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“Der Heidelberger Stückemarkt wird 25!

Das umfangreichste Programm seiner Geschichte

Der HEIDELBERGER STÜCKEMARKT feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag und bietet vom 02. – 11.05. sein umfangreichstes Festivalprogramm! 21 Ur- und Erstaufführungen, darunter fünf von Autorinnen und Autoren aus dem Gastland Kroatien, bilden den Rahmen für den großen Autorenwettbewerb, der das Herzstück des STÜCKEMARKTS ist. Das zehntägige Festival ist einzigartig in seiner Form. Im Zentrum steht die Förderung neuer Dramatik.

“Wir fördern am meisten!” so Intendant Peter Spuhler und sein Künstlerischer Leiter Axel Preuß unisono. Nirgendwo sonst werden vier Förderpreise im Gesamtwert von 23.500,- € an junge Autoren verteilt. Bis zum Pfingstsonntag werden innerhalb von neun Tagen sage und schreibe 68 Veranstaltungen durchgeführt – 21 Inszenierungen, Podiumsdiskussionen mit Fachleuten und zehn Lesungen. Hinzu kommen noch 26 Publikumsgespräche mit den beteiligten Künstlern, um die inhaltliche Auseinandersetzung zu vertiefen.

Auf einer Pressekonferenz im Heidelberger Rathaus wurde nun das Programm des HEIDELBERGER STÜCKEMARKTS 08 vorgestellt. Die Liste der Autoren, die mit Uraufführungen und Lesungen vorgestellt werden, liest sich wie das Who-is-who der zeitgenössischen Dramatikszene: Anja Hilling, Fritz Kater, Dirk Laucke, Philipp Löhle, Ewald Palmetshofer, Roland Schimmelpfennig, Volker Schmidt, Martin Heckmanns und Tim Staffel, Ivana Sajko, um nur einige der 27 Festivalautoren zu nennen.

Für den STÜCKEMARKT sind darüber hinaus einige der wichtigsten deutschsprachigen Theater zu Gast in Heidelberg: Hamburger Thalia Theater, Maxim Gorki Theater Berlin, schauspielfrankfurt, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg, Wiener Schauspielhaus sowie das Düsseldorfer Schauspielhaus. Das eingeladene “Heaven (zu tristan)” vom Berliner Maxim Gorki Theater wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 2007 ausgezeichnet und für den Mülheimer Dramatikerpreis 08 nominiert. Ebenfalls in Mülheim vertreten sind Ewald Palmetshofer und Philipp Löhle, die auch in Heidelberg zu Gast sein werden: Löhle mit einem ganz neuen Stück im Rahmen des Autorenwettbewerbs, Palmetshofer mit seiner Uraufführung von “Wohnen.unter Glas” in der Regie des Heidelberger Hausregisseurs Sebastian Schug für das Wiener Schauspielhaus.

Besonderer Wert wird auch auf die Off-Theater und die feinen Arbeiten an kleineren Häusern gelegt. “Der Theaterdiscounter in Berlin gehört seit Jahren zu den vitalsten und interessantesten Off-Theatern Deutschlands”, so der Künstlerische Leiter Axel Preuß, “was hier gespielt wird, ist nicht nur kurios und besonders, sondern immer wieder auch richtungsweisend und erhellend! Die Größe allein bestimmt nicht die Qualität eines Hauses. Darum sind bei uns regelmäßig auch freie Gruppen und kleinere Theater zu Gast. Wir wollen das ganze Spektrum zeitgenössischen Theaterschaffens abbilden.”

Gastland ist in diesem Jahr der EU-Beitrittkandidat Kroatien. Das Land überrascht mit einer überaus reichen und vitalen Theaterszene, deren prominente Vertreter durch starke, zeitgenössische Theaterformen auf sich aufmerksam machen und begeistern.

Höhepunkt des STÜCKEMARKTS ist neben dem Autorenwettbewerb und den Gastspielen die Preisverleihung am 11.05. – hier schlägt die Stunde der Wahrheit: Welcher Autor, welche Autorin gewinnt einen der hoch dotierten Förderpreise sowie den Preis des Freundeskreises, der durch die Stimme des Publikums vergeben wird.”

(Quelle: Theater Heidelberg)

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