Einladung zum nächsten Berliner “DramaTisch” am 14.2.
Neuer Ort ! – in der Danziger Strasse 50 – Liebe Autorinnen und Autoren, liebe Sympathisanten,
wir treffen uns wieder zum DramaTisch! Am Donnerstag, den 14.Januar um
Alle Neugierige, bereits Dagewese, nie Dagewesene, Eigenbrötler und
Gewerkschaftler, Erfolgszugewandte und Erfolgsabgewandte, Studenten und
Professoren, Stumme und Sprechende, alle sind wieder eingeladen!
1. Wir haben Funktionäre der Dramatiker Union sowie des Verdi Schriftstellerverbandes eingeladen und hoffen auf deren Kommen, um zu erfahren, wie von dieser Seite unsere Forderungen unterstützt werden können.
2. Der Brief an die Intendanten ist fertig, er wird kurz verlesen und es wird besprochen, wie und an wen er möglichst persönlich verschickt werden kann.
3. Wir informieren über die Planungen des Dramazelts und eines möglichen deutsch-italienischen Autorenaustauschs.
3. Wir stellen den ersten Entwurf eines Schreibens an die Kulturpolitik vor.
4. Wir werden die Umsetzung der Marathonlesung („Dramaton“) während des
Theatertreffens besprechen. Wir werden weitere Aktionen planen! Wir werden…Wir werden
weiter!
Einiges wurde schon getan. Seid herzlich eingeladen mit zu tun!
Die DramaTischler
PS:
Hier der Ausschnitt eines Antragsschreibens, das die Aktivitäten von DramaTisch und DramaZelt zusammenfaßt:
„In Deutschland haben über 150 zeitgenössische Autoren, darunter viele namhafte, eine Erklärung unterzeichnet, in der ein „künftiges Autorentheater“ gefordert wird. Dem schloß sich eine breite Diskussion an, auf Podiumsveranstaltungen, in kontroversen Artikeln der Fachblätter „Theater Heute“ sowie „Theater der Zeit“, in Feuilletons und einem neu gegründeten „Dramablog“. Ein Kreis von Autoren trifft sich nun regelmäßig in Berlin am „DramaTisch“, um zu beraten, wie die Stellung der Dramatiker zu verbessern ist, von der politischen Seite her sowie mit eigenen Aktionen.
Unter anderem ist für 2009 ein DramaZelt in Planung, das zeitgenössische Stücke aus der Studiobühnenecke herausholt in ein Theaterzelt, um dort ein Publikum anzusprechen, das sonst kaum in die Theaterwinkel finden würde. In der Auswahl und Machart der Stücke wird ein „neues Volkstheater“ anvisiert: unmittelbar, vital und anspruchsvoll, aber ohne elitären Anstrich, jenseits des weit verbreiteten Designtheaters, dessen selbstgenügsame formale Spielereien nur an der Oberfläche kratzen.
Außerdem suchen die DramaTischler die Begegnung mit Autoren aus anderen Ländern. Ein Erfahrungsaustausch soll helfen, die eignen Bedingungen besser zu verstehen und Alternativen zu finden, vielleicht auch Synergien herzustellen. In den Jahren 2008/2009 steht Italien auf dem Programm, also eine Wiege des volkstümlichen Theaters, in dem es sehr viel weniger Geld für Kultur gibt als in Deutschland. Was bedeuten die Theatertradition und die ökonomischen Bedingungen für die italienischen Autoren? Diese und weitere Fragen werden während des „incontro“ debattiert. (…)“

Am 18. Februar 2008 um 14:41 Uhr
Protokoll
zum DramaTisch am 14.02.08 in der Danziger 50:
-Verlesen des Konzeptes vom geplanten DramaZelt
These: „Autorentheater ist Gegenwartstheater ist neues Volkstheater!“
-Informationen über einen möglichen Austausch deutscher / italienischer / französischer Dramatiker/innen ( Werkstattgespräche über die jeweiligen Arbeitsbedingungen)
-eine Vertreterin vom Schriftstellerverband berichtet über die Gewerkschaftsarbeit, z.B. führten sie eine Studie zur sozialen Lage von Autoren durch, wo herauskam, daß darunter sehr viele HartzIV Empfänger sind oder sogar noch unter dieser Finanzgrenze leben
-der Brief/Fragebogen, der an Intendanten geschickt werden soll, wurde verlesen: auch der Brief / Fragebogen, der an verschiedenste Vertreter der Kulturpolitik geschickt werden soll, wurde verlesen:
-hier wurde diskutiert, wie man möglichst viele und aussagekräftige Antworten erhalten könnte und sich dazu entschlossen, den Versuch zu unternehmen, die Fragebogen und die hereinkommenden Antworten öffentlich zu machen, z.B. in Zusammenarbeit mit Theater heute oder Theater der Zeit, sowie eine Veröffentlichung auf der NachtkritikSeite. Eine Wortmeldung war hier: „Realistisch gesehen, werden sich die Kulturpolitik sowie auch die jeweiligen angefragten Intendanten nicht für diese Fragen interessieren, sie werden nicht antworten. Die Öffentlichkeit muß davon wissen. Die muß ins Boot geholt werden! Erst dann, werden wir Antworten erhalten. Man kann nur was erreichen, wenn man öffentlichen Druck aufbaut.“ Eine weitere Meinung: “Jammern tun eh alle, wir müssen Stellung im positiven Sinne beziehen.“ Eine weitere Meinung:
„ Es gibt doch ein strukturelles Problem! Autoren müssen ihr Problem kundtun! Es mangelt doch an Solidarität!“
-Vorschlag daß man an den Bühnenverein herantritt, der die jährliche Intendantenversammlung organisiert
-die Position der Verwaltungsdirektoren im Theater wurde besprochen; in der Diskussion kam die Frage auf, ob nicht die jeweiligen Verwaltungsdirektoren am längeren Hebel sitzen, wo die Intendanten in einer Abhängigkeit sind (…falls Sie dieses hier lesen und noch konkretere Informationen dazu geben können, wären wir sehr dankbar…)
-Der Unterschied von Subvention und Investition wurde besprochen: dazu kam folgende Wortmeldung, die ich hier, so gut ich vermag, widergebe: „Investition in das kulturelle Niveau einer Gesellschaft, das soll Autorenförderung bedeuten. Autoren wollen nicht subventioniert werden, denn was bedeutet Subvention? Subventionen unterstützen etwas, was schon am Aussterben ist.“
-Der Gedanke eines Mindestgehalts für Theaterautoren kam auf. Es wurde über den abgedruckten Gagenspiegel in Theater heute berichtet. Hier wurden sämtliche Gagen Theaterschaffender aufgelistet, doch von Autoren wurde hier nichts erwähnt. Autoren scheinen, laut Gagenspiegel in Theater heute, nicht dazuzugehören. (Dieses Thema möchten wir bei unserem nächsten Treffen noch konkreter besprechen. Mindestlohn Ja – Nein ? Und wenn, wie?)
-Über die Realisation des Lesemarathons zum Theatertreffen wurde gesprochen. „Eine Art Mahnwache.“ „Medienwirksam.“ „Arm trotz Arbeit.“ so ein paar Wortmeldungen.
Das ganze muß gut vorbereitet sein, wahrscheinlich ist eine Vereinbarung mit der Organisation vom Theatertreffen nicht vermeidar, da Polizei schnell vor Ort sein wird.
-Über die eventuelle Übernahme eines Theaters wurde gesprochen, aber das scheint zur Zeit nicht möglich:
Das leerstehende Theater Karlshorst ist zu groß und soll außerdem an Stadt und Land verkauft werden. Tribüne ist vom Ruf und Publikum her, eher auseschlossen. Das Delphi am Caligariplatz war ein Vorschlag, dem noch konkreter nachgehakt werden muß. „Das würde passen. Hat den Charme von den Sophiensaelen.“ Außerdem kam noch die Information, daß auch im Kulturhaus Mitte ein Theaterraum mit ca. 300 Zuschauern zur Verfügung steht. (Dieses Thema möchten wir bei unserem nächsten Treffen noch konkreter besprechen. Ein Theater übernehmen Ja – Nein ? Ein Autorentheater in Berlin etablieren?)
Am 19. Februar 2008 um 11:30 Uhr
Ich finde eine Debatte über den Unterscheid zwichen Subvention und Investition spannend. Ich denke, da liegt der Hund begraben.
Es wird oft verächtlich über Erfolgsmodelle gesprochen, vielleicht weil ein kapitalistisch erfolgreiches wirtschaften oft einen unintegeren Beigeschmack hat. Es gibt populäre Unterhaltung, die tendenziell verdummt, oder zumindest die Massen ruhig hält. Im schlimmten Fall handelt es sich dabei um manipulative Medien, die nicht an einer Bildung/Aufklärung/Inspiration der Masse interessiert sind, sondern – warum auch immer – am Gegenteil.
Für mich ist Shakespeare ein positives Beispiel für einen gut wirtschaftenden Unternehmer, der gleichzeitig Kunst macht, die auf ewig taugt. Wenn wir vermehrt den Anspruch entwickeln, spannendes, brisantes Theater zu machen, das die Zuschauer brennend interessiert, dann müssen wir nicht mehr auf staatliche Almosen zurückgreifen und kommen in eine selbstbewusstere Haltung, etwa unser eigener Arbeitgeber zu sein.
Wer von Subventionen lebt, befindet sich latent in einem Abhängigkeitsverhältnis, da er nicht auf eigenen Beinen steht und seine Projekte immer durch den Geldgeber absegnen lassen muss.
Gleichzeitig bin ich unsicher, ob der Kultur fördernde Sozialstaat wirklich tot ist. Vielleicht ist es trotz weggestorbenen sozialistischen Systemen die Pflicht eines Staates, Kunstschaffende finanziell zu unterstützen.
Ich finde Subventionen für etwa Integrationsprojekte oder Behindertenarbeit sinnvoll und ausbauwürdig.
Subvention von Kerosin oder Kohlebergbau ist ein anderes Thema.
Vielleicht sollte man auch die Begriffe etwas umdefinieren. Statt von Subvention zu sprechen lieber von Investition in Innovation.
Ich habe neulich von einem Modell gehört, das in einem Kindergarten entwickelt wurde, der sich durch staatliche Gelder finanziert. Das dort praktizierte Modell wurde von einem Unternehmen übernommen und wird jetzt dankbar und ertragreich in der freien Wirstchaft angewendet.
Früher war es ja angeblich immer die Rüstungsindustrie, die Innovationen möglich gemacht hat. Und in die wird bis heute kräftig investiert.
Ich frage mich, wer heute wem Geld geben möchte, um in Zukunft Innovationen geschenkt zu bekommen.
Der Trend geht meiner Wahrnehmung nach leider in eine andere Richtung…
Am 20. Februar 2008 um 08:30 Uhr
…ich finde es gefährlich, sich selber ins Abseits zu schaffen. Ich gebe zu, ich dränge immer noch in den Theaterbetrieb. Und der hinterlässt ja schon oft den Eindruck einer Marginalie, die am Tropf der Subvention hängt. Eigentlich, man wagt es kaum zu sagen, drängt man ja sogar zum Zentrum. Ein Menschenbild hat sich in den letzten ein einhalb Jahrzehnten komplett ausgetauscht. Und nun wäre es an der Zeit, dass man diese Veränderung auch von der Bühne ablesen könnte. Sie dort zu einer Richtung verarbeitet erleben dürfte. – Aber täuscht man sich nicht schwer, wenn man sich glauben macht, dies ginge ganz aus sich selbst heraus. Ohne Subventionen. ( Die meisten Arbeitsplätze werden auch durch staatliche Subventionen erhalten, und Firmen wie Nokia können erst nach Rumänien abwandern, wenn sie die zeitlichen Verpflichtungen, die sie mit den Subventionen eingegangen sind, hier in Deutschland abgearbeitet haben, oder sie müssen die Subventionen zurückzahlen.)
Man stellt sich so leicht vor ein Kämpfer im Theaterliteraturkampf zu sein, und am Ende spürt man, das man lange gut vor sich selber verborgen hat, wie man eigentlich nur auf der Suche nach einem Schutzraum für seine Sprache und Inhalte ist. – Auch ohne Subventionen, wie soll das gehen, muss man sich Zuschauer schaffen, sie ästhetisch, inhaltlich, sinnlich binden. Die Theaterbetriebe sind solche Schutzräume. Einerseits, ja sicherlich, sind sie latent Abhängige, aber von einem Staat, der darin geübt ist sich ein wenig auf die Finger hauen zu lassen. Ein wenig Ekeltheater muss ja schon sein, möchte man zynisch sagen.. Zugleich bietet dieser Betrieb auch Schutz für Stücke, die unter dem Druck des Kommerziellen einfach wegsterben würden.
Dort in den Theatern sitzt schon ein gewachsenes Publikum. Es wird dort tagtäglich gearbeitet. Auch innovativ. Man darf das nicht leugnen. Eine solche Ignoranz ist untauglich. Ich denke mehr darüber nach, welchen Ton, Stil, welchen Ausdruck ich anwenden muss, um dieses schon vorhandene Publikum zu treffen; wieder neu zu treffen, um einen Konsens über notwendige Veränderungen in der Wahrnehmung gemeinsam mit ihnen herzustellen. Diese Menschen, dieses Publikum ist ansprechbar. (Leider ist das Theater vielerorts immer noch die am wenigsten entwickelteste Kunst des letzten Jahrhunderts, trotz aller innovativen Schübe.) Wie soll man ihnen erklären, dass sie noch mal einen anderen Raum betreten sollen, müssen ? Das sie nicht am richtigen Ort sind, wenn sie in das Maxim Gorki Theater gehen, oder in das DT, BE oder ihr Stadttheater ? Was soll dies sein, das man dort nicht verhandeln kann ? Wieso sollten ihre Zuwendungen, ihre Steuern an den Theaterbetrieb, dort falsch aufgehoben sein ? Dies müsst man dann schon sehr präzise und scharf formuliert an sein neues Publikum, das eventuell dann immer noch das alte wäre, vermitteln können. Dazu sehe ich mich zum Teil außer Stande, all diese doch auch von mir geliebten Theatergänger, ich gebe es zu, so „vor den Kopf zu schlagen“. Ihnen zu sagen; ihr seit dumm und am falschen Ort. Mir fällt es schwer dies zu glauben. Dazu bedürfte es einer schreienden, unausweichlichen gesellschaftlichen Situationen, die offensichtlich und wider jeden besseren Wissens nicht an den subventionierten Theatern angesprochen und verarbeitet würde, in einer Krassheit und Radikalität abgelehnt würde, die auch den Zuschauern deutlich machte, da können und dürfen wir nicht mehr hingehen. Wir müssen uns einen neuen Ort der Versinnlichung suchen, und der würde ihnen dann durch ein nicht subventioniertes Autorentheater geboten. Aber ich glaube an dem Punkt befinden wir uns als Autoren historisch noch lange nicht. Wer mir da widersprechen möchte, dessen Argumente würde ich mir liebend gerne anhören. – Denkbar wäre für mich nur ein Autorentheater, dass sich aus dem Aspekt heraus attraktiv macht, das es von Autoren gemacht und verantworte wird. Hierin könnte eine neue Qualität liegen. Aber ohne Geld. Und dann sogar sich neue Publikumsschichten erobern. Ein neues Volkstheater nach einem historischen „irgendwie italienischen“ Vorbild. Da könnte der Wagemut schon die Schaufel zur eigenen Gruft werden. Wer mir diese Sorge nehmen kann, dem schmeiß ich mich dankbar vor die Füße…
Am 20. Februar 2008 um 14:22 Uhr
Genau das ist die Idee. Ein Autorentheater zu versuchen, daß durch Autoren gemacht und verantwortet wird. Es gibt Autorenfilme, warum nicht auch Autorentheater? Natürlich gab es diese Versuche und Gedanken schon, wir sind da nicht die Ersten. Aber wir haben Energie und Phantasie um es erneut und wieder zu probieren. Vielleicht ist es auch zu naiv gedacht, wenn man glaubt, mit einem -gegenwärtigen Volkstheater- neue Publikumsschichten zu erobern, das weiß ich nicht, aber ein Versuch ist es wert, nicht wahr? Die Begrifflichkeit `Volkstheater` müßte man vieleicht nochmal überlegen und umformulieren, da dieser Begriff schon zu sehr besetzt ist, aber es sind ja noch Gedanken eines Anfangs.
Initiative ist gut, aber ohne Geld, wie Baucks meint, eine womögliche Schaufel zur eigenen Gruft. Nun. Natürlich werden wir versuchen, nötige Stellen anzuschreiben uns finanziell zu unterstützen, keine Frage,
aber:
sollte eine Idee/ein Vorhaben wirklich an den Finanzen scheitern? Wäre das nicht derselbe Kreis, den man damit betritt, in dem auch das Theater derzeit strudelt? (Das Etat reicht nicht. Platzauslastung nicht gegeben. Ensemblezahl ist zu gering, um dieses 20 Personenstück zu machen, auch wenn das Stück super ist. usw.)
No Budget Filme setzen sich über Grenzen hinweg. Ohne Grenzen, gibt es natürlich auch nicht diesen Schutz durch die Wachposten, aber wollen wir nicht lieber selber wachen? Die freien Theater haben ihre Sorgen, wie auch die Stadt-und Staatstheater Sorgen haben, auch ein Autorentheater wird nicht sorgenfrei arbeiten können, aber es werden unsere Sorgen sein! Es wird unsere Arbeit, unsere Verantwortung und unser Ergebnis sein!
Es geht um das Machen. Sich mit Gleichgesinnten zusammenzusetzen und neue Wege zu versuchen. Armes Theater mit reichen Inhalten. Und. Es ließen sich bisher auch nicht nur Autoren dafür begeistern. Es sitzen ebenso Regisseure und Dramaturgen am Tisch.
Nun haben wir schon über ein Jahr lang diskutiert und gedacht und theoretisiert. Ich glaube, es wird Zeit, auch zu tun. Das was man möchte, das was man denkt, in der Praxis zu erproben.
Ist es nicht so, daß man als Autor am Katzentisch der Theatertafel sitzt? Aber jammern wolln und tun wir trotzdem nicht. Wir sind vom Katzentisch aufgestanden und haben uns einen Stuhl an die Tafel gestellt. Der Platz steht uns zu. Es gab Murren und Augenrollen, aber auch viele, die bereit sind, den Teller mit Autoren zu teilen.
Doch nun ist es auch Zeit, diesen eingeforderten Teller zu füllen. Das Essen zu kochen um den Geschmack und Gehalt zu prüfen. Es muß kein Luxusbuffet werden. Jeder gibt an Kraft und Energie rein, wie er vermag.
Es ist doch nicht das hauptsächliche Ziel, mit einer Utopie Geld zu verdienen. Das Ziel ist doch, sich seine Sehnsucht zu erfüllen.
Aber ohne Geld? Aber ohne Geld? Aber ohne Geld? Immer dieses Geld. Ich kann nur immer dazu sagen, daß natürlich versucht wird, Geldgeber zu gewinnen. Sollte dies nicht oder nicht ausreichend gelingen, werde z.B. ich persönlich trotzdem mittun, so wie es mir meine Zeit und Kraft erlaubt. Jeder muß seine Miete zahlen, dieser Aspekt hindert natürlich an einer hundertprozentigen Mitarbeit bei diesem Projekt, das ist klar. Über die Prozente seiner Mitarbeit entscheidet jeder selbst. Doch es gibt hier auch eine Chance. Die Chance, sich mit all seiner Energie für seine Sehnsucht auszubeuten. Und das sehe ich ganz und gar nicht romantisch, wenn es sich vielleicht auch so anhören mag. Ich für mich sehe das ganz pragmatisch: Man hat eine Idee von Theater. Man findet Gleichgesinnte. Man möchte diese Idee umsetzen. Man schafft sich Raum, in dem die Idee umgesetzt werden kann. Man setzt die Idee um. Punkt.
Am 20. Februar 2008 um 16:43 Uhr
…das ist eine äußerst sympathische Idee und ich habe mich aufrichtig über ihren Enthusiasmus gefreut. Mit einem Knie war ich schon am Boden. Wirklich. Ganz ernsthaft. -„Angst essen Seelen auf.“ heißt ein Titel von Rainer Werner Fassbinder, einem Autorenfilmer, der leider zu früh verstarb. Ich würde sagen „Selbstausbeutung plündert Sehnsucht.“ – Man muss dieses Geld für ein genau definiertes Autorentheater geradezu apodiktisch, unwiderlegbar fordern, und man darf darin nicht nachlassen. Und man sollte dieser Forderung nicht vorgreifen, in dem man unkalkulierbare Risiken eingeht, welche die Idee und ihre ihr innewohnende Sehnsucht zerstört…, aber es bleibt dabei, ich bewundere sie für ihre als Pragmatismus verkleideten Ideale, die ich von Herzen teile,…doch mein Verstand und meine Erfahrung reden auch ein Wort mit, und sie sagen mir: Verteile nicht das Fell eines Bären, den du noch nicht erlegt hast, und beute dich nicht bis auf den Stumpf, bis auf eine Ruine selbst aus, wenn man ein Recht darauf hat oder es sich erstreiten sollte, dass es auch anders gehen könnte…