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Bild: Franz Fühmann

Franz Fühmann

FRANZ FÜHMANN (1922 – 1984) 15.1.1922 Geburt in Rochlitz (heutiges Tschechien), als Sohn eines Apothekers 1932 – 1936 Besuch des Jesuitenkonvict Kalksburg, bei Wien 1936 – 1939 Realgymnasium zu Liberec (Reichenberg) 1939 – 1941 Reform-Realgymnasium Hohenelbe 1941 Abitur und Eintritt in die Wehrmacht 1941 – 1945 Einsatz als Soldat einer Luftnachrichtentruppe in der Ukraine und in Griechenland 1945 – 1949 sowjetische Kriegsgefangenschaft 1946 Kommandierung zur Antifa-Zentral-Schule Noginsk Moskau, später Lehrer an Antifa-Schulen 1949 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in die DDR, Eintritt in die NDPD 1950 Leiter des Arbeitsgebietes Kulturpolitik in der NDPD, Vorstandsmitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes der DDR 1955 – 1957 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze, Heinrich-Mann-Preis I. Klasse, Nationalpreis III. Klasse 1958 Lösung des Arbeitsverhältnisses mit der NDPD, seitdem freier Schriftsteller ab 1961 Mitglied der Akademie der Künste der DDR 1963 Johannes R. Becher-Preis 1966 Austritt aus dem Vorstand des Schriftstellerverbandes 1972 Ende der Mitgliedschaft in der NDPD 1976 Unterzeichnung des Protests gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR 1977 Austritt aus dem Schriftstellerverband der DDR 1981 Teilnahme an der „Berliner Begegnung zur Friedensförderung“; 8. Juli 1984 Franz Fühmann stirbt in Berlin Literarisch trat Fühmann vor allem durch Lyrik („Die Fahrt nach Stalingrad“ 1953), Erzählungen („Das Judenauto“ 1962; „Der Jongleur im Kino oder Die Insel der Träume“ 1970), Tagebücher („22 Tage oder Die Hälfte des Lebens“ 1973), Kinderbücher und Nacherzählungen antiker und klassischer Dramatik für ein junges Publikum hervor. Er schrieb Essays zur Romantik, zu Franz Kafka und Georg Trakl. Fühmanns letzte Arbeit, das so genannte Bergwerk-Projekt, konnte erst postum 1991 ediert werden. Der Autor wollte die symbolischen Texte („Die Grube war der Ort der Wahrheit“), die Fragmente blieben, als „Bericht eines Scheiterns" verstanden wissen.

  • Ein Sommernachtstraum
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    Textbuch

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    Nach Shakespeare
    von Franz Fühmann
    Besetzung variabel

    Franz Fühmann erzählt Shakespeares Sommernachtstraum als Prosafassung für Kinder. Weil sich Titania und Oberon, das ewig junge Königspaar der Elfen, bekämpft – nun dürft ihr euch nicht vorstellen, daß die kleinen zarten Geschöpfe Kanonen und Maschinengewehre durch die Lüfte schleppten oder auf Wolkenpferden mit gezückten Säbeln Attacken ritten – kommt es in der berühmten Sommernacht zu den phantastischen Verwirrungen, in denen Helena einen Esel liebt, der wundersame Geist Puck sein Unwesen treibt und keiner mehr seine so klug eingefädelten Intrigen versteht. Fühmann fabuliert dabei so liebenswürdig und verständlich, daß wir diese Geschichte als Vorlage für einen Theaterabend für kleine Kinder und die ganze Familie empfehlen.

    siehe auch Maik Hamburger: Ein Sommernachtstraum
    siehe auch Werner Buhss: Ein Sommernachtstraum

  • Das Nibelungenlied
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Fühmanns dialogische Prosafassung des gewaltigen Epos liest sich, als wäre ihr Autor direkt bei allen legendären Taten dabei gewesen. Hautnah erleben wir Siegfrieds Tarnkappenkampf mit der mächtigen Brunhilde, und wie der schwache Gunter sie dann als seine Frau an den Hof zu Worms bringen kann. Wir erleben Siegfrieds kurzes, ruhmreiches Leben und sein brutales Ende durch Hagens Verrat. Kriemhilds Rachezug löst schließlich der ruhmreichen Nibelungen Not und Tod aus.

  • Prometheus. Die Titanenschlacht
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    Textbuch

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    für die Bühne bearbeitet von Anette Straube
    von Franz Fühmann
    Bearbeitung: Anette Straube
    5 D, 6 H, Besetzung variabel

    Am Anfang allen Seins steht Gaja, Erde und Mutter der Titanen. Sie schenkt ihrem Enkel Prometheus die Gabe des Sehens und prophezeit Kronos, dem Herrscher der Gestirne, daß er von seinen eigenen Kindern gestürzt wird. Kronos frißt die künftigen Götter Hades, Poseidon, Hestia und Hera. Statt seines jüngsten Sohnes verschlingt er einen Stein. Zeus, der versteckt bei Gaja aufwächst, wird die Prophezeiung einlösen und selbst zum Herrscher des Olymps werden. Doch die Geschichte dreht Kreise. Mit seinem Blitz verbrennt Zeus die Urmutter Erde, weil auch er, genau wie sein Vater Kronos, um seine Macht fürchtet. In 15 kraftvollen, turbulenten Szenen spielt sich zwischen Erde, Himmelsburg und Olymp ein Machtkampf der sagenhaften Giganten ab, an dessen vorläufigem Ende Prometheus den ersten Menschen baut. Sterblich soll er sein, um sein kurzes Leben zu schätzen. Anette Straube bedient sich der plastischen und poetischen Sprache Fühmanns und setzt dessen Nacherzählung der griechischen Mythologie klug in Szene.

    Deutsche Erstaufführung: 08.03.2003, Theater der Jungen Generation, Dresden, Regie: Annette Straube

  • Das Spiel vom Kaspar, der Königin Tausendschön und der noch tausendmal schöneren Prinzessin Schneewittch
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    Ein Kasperlstück
    3 D, 12 H

    Als Schneewittchen alle Anschläge ihrer Mutter knapp überlebt hat und der Spiegel erbarmungslos seine Wahrheiten von der Wand leiert, gibt es einen gewaltigen Knall. Die Tassen fallen vom Bord und die Königin ist geplatzt. Es lebe Königin Schneewittchen. Kaspar, der Jäger und die Zwerge liegen ihr zu Füßen. Aber Schneewittchen besteigt als modebesessene, eitel gierige Person den Thron. Fühmann verknüpft das bekannte Grimmsche Märchen vom Schneewittchen mit tradierten burlesken Puppenspielfiguren, insbesondere mit dem Kasperl. Das führt zwangsläufig zu neuen Lesarten des Märchens und zu teilweise verblüffend gegenwärtiger Sicht auf die Spielfiguren.

    Uraufführung: 09.11.1986, Hans-Otto-Theater Potsdam, Regie: Bernd Weißig

    siehe auch Manuel Schöbel: Schneewittchen
    siehe auch Peter Dehler: Schneewittchen
    siehe auch Peter Dehler: Schneewittchen und die sieben Weihnachtszwerge

  • Das Spiel von der glücklichen Flucht des Prinzen Schaukelpferd vom Spielzeugland mit der Prinzessin Dana
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    Textbuch

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    Ein Kasperlstück
    8 D, 5 H

    Was der barocke Titel verspricht, hält das Stück ein, denn in diesem Spiel haben die Gurkenfässer auf dem Markt von Döbern eine ebenso entscheidende Rolle wie die Heiratspläne des Nudelsuppe liebenden Zauberers Khalakuck. Ein Theaterspaß, der sich zwischen dem Himmel der Poesie und dem profanen Alltag einnistet. Das ist Puppenspieltradition im besten Sinne.

    Uraufführung: 29.10.1988, Hans-Otto-Theater Potsdam, Regie: Bernd Weißig

  • Der Sturz des Engels
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    Textbuch

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    Ein Spiel nach Fühmanns Trakl-Essay von Manfred Weber
    Bearbeitung: Manfred Weber
    Besetzung variabel

    Franz Fühmanns sprachgewaltiger Essay über den Dichter Georg Trakl, wo vor den Feuerschlünden der Geschichte quälende Erfahrungen des eigenen Lebens mit der Biographie Trakls verwoben sind, in einer behutsam auswählenden szenischen Einrichtung des Kölner Dramaturgen Manfred Weber.

    Uraufführung: 27.02.1988, Burgtheater Wien, Regie: Manfred Karge
    DDR-Erstaufführung: 03.12.1989, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Heinz Drewniok

  • Das Wintermärchen
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    Textbuch

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    nach Shakespeare
    von Franz Fühmann
    variabel

    Auch hier nahm sich Fühmann Shakespeares großes Romanzendrama zur Vorlage, um eine kindgerechte Geschichte zu schreiben. Er erzählt berührend einfach und nachvollziehbar von der schrecklichen Eifersucht, die König Leontes überfällt. Wie er seine geliebte Frau Hermione einsperren läßt, seine kleine Tochter aussetzt und in Selbstverblendung seinen Haß lebt, bis eine Todesstille um ihn herrscht. Mit unaufdringlichen Kommentaren und geschickten Zusammenfassungen, wird das viele Jahre dauernde Schicksal der Figuren zu einem aufregenden, kurzweiligen Erzähldrama zusammengefaßt, das auch für die Bühne einzurichten wäre.

    Deutsche Erstaufführung: 20.11.2016, Theater der Jungen Welt Leipzig , Großer Saal, Regie: Jürgen Zielinski

    siehe auch E. S. Lauterbach: Das Wintermärchen
    siehe auch Werner Buhss: Das Wintermärchen

  • Mihály Vörösmarty
    Vörösmarty: 
    Csongor und Tünde
    nach Mihály Vörösmasty
    Aus dem von Franz Fühmann

    Ursendung: DS Kultur 1992, 86:00 min, Regie: László Bozó

  • Das blaue Licht

    Das Märchen führt in mittelalterliche Zustände. Hexenprozesse und öffentliche Räderungen sind Volksfeste. Es bedarf nur einer kleinen Verleumdung, und jeder kann der nächste sein. Ein abgerissener Soldat entdeckt die Zauberkraft des blauen Lichtes. Und er will an die Macht. Er kennt keine anderen Methoden als die seiner einstigen Vorgesetzten. Gewalt gegen Gewalt. Aber er rechnet nicht mit der heimtückischen Schlauheit der Prinzessin, die auch nur eins will – herrschen um jeden Preis.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1986, 52:06 min, Regie: Barbara Plensat

  • Ein Sommernachtstraum
    nach Fühmanns Shakespeare-Märchen für Kinder

    Seltsame Dinge geschehen im Stadtwald von Athen. Der Elfenkönig Oberon spielt seiner Elfenkönigin Titania einen Streich. Es gibt eine Zauberblume, die heißt "Liebnurmich". Der Saft dieser Blume soll die schlafende Königin verzaubern. Wen sie dann am Morgen als ersten erblickt, den soll sie lieben, auch wenn es ein Esel ist. Im Stadtwald von Athen sind in dieser Sommernacht noch andere unterwegs. Ein Mädchen ist verliebt hinter einem Burschen her, aber er jagt sie davon. Auch er soll vom Blütensaft verzaubert werden. Doch der Diener verwechselt den Burschen mit einem anderen und bringt so alles durcheinander.

    Mit Arno Wyzniewski, Martin Seifert, Carmen-Maja Antoni, Gundula Köster, Götz Schubert, Horst Lebinsky u.a.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1986, 46:06 min, Regie: Norbert Speer

  • Prometheus. Die Titanenschlacht

    Ursendung: MDR 2002, 15 Teil à ca. 30 min, Regie: Hans Gerd Krogmann

  • Rumpelstilzchen
    nach Jacob und Wilhelm Grimm
    von Franz Fühmann

    Machtmechanismen und Untertanengeist setzen eine katastrophale Kettenreaktion in Gang. Rumpelstilzchen, Fürst und Beherrscher der Unterwelt, verkörpert Welt noch im Naturzustand. Aber er braucht Kinder, um seine von oberweltlichen Einflüssen bedrohte Landschaft zu erhalten. Mit Arroganz und Furcht arbeitet die Müllerstochter an Rumpelstilzchens Vernichtung, die schließlich zum Zusammenbruch des unterirdischen Reiches führt.

    Im Frühjahr 1984, auf seinem letzten Krankenlager, hat Franz Fühmann die Geschichte von "Rumpelstilzchen" als Hörspiel für Erwachsene neu erzählt. Wo das Volksmärchen mit einer Utopie der Unterwerfung der Naturmächte endet und ihnen sogar den Tribut, den sie für den Fortschritt verlangen, wieder zu entreißen vermag, betritt bei Fühmann der unersättliche Mensch noch einmal die Szene. Natürlich will der König mehr Gold, seine junge Frau soll es wie zuvor aus Stroh spinnen. Doch was, wenn die Kräfte der Natur ausgezehrt sind, der Berggeist geschwächt und gebrochen in einem ausgeschlachteten Stollen liegt?

    Ein Gleichnis für die drohende Zerstörung des Lebens schlechthin. Mit Erwin Geschonneck als Rumpelstilzchen, Eberhard Esche, Carmen-Maja Antoni, Heide Kipp, Martin Seifert, Dieter Wien u. a.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1987, 44:10 min, Regie: Achim Scholz

    siehe auch Karin Lorenz: Rumpelstilzchen

  • Die Schatten
    nach Homer
    Regie: Barbara Plensat

    Odysseus` Krieger müssen vor ihrer Heimkehr eine Fahrt ins Schattenreich unternehmen. So wollte es Kirke, bei der sie ein Jahr lang auf der Insel Aiaia lebten. Nun verbringen sie ihre letzte Nacht mit drei Nymphen am Lagerfeuer. Verspielt von ihnen zum Reden gedrängt, erzählen die Griechen von ihren Erlebnissen mit den Schatten der Toten des Trojanischen Krieges. Sie reden sich in Schlachtruhm und Blutrausch. Unverbesserliche Landsknechte, die an diesem friedlichen Ort aufeinander losgehen.
    Komposition Reiner Bredemeyer. Mit Ulrich Mühe (Eurylochos), Walter Plathe (Perimedes), Reiner Heise (Polites), Hans-Joachim Frank (Grieche), Carl Martin Spengler (Grieche), Margit Bendokat (Nymphe), Corinna Harfouch (Nymphe), Renate Reinecke (Nymphe), Dagmar Manzel (Kirke) und Fred Alexander (Erzähler).

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1984, 51:46 min, Regie: Barbara Plensat

  • Die Schatten
    nach Homer
    Regie: Hans Rosenhauer

    Odysseus’ Krieger müssen vor ihrer Heimkehr eine Fahrt ins Schattenreich unternehmen. So wollte es Kirke, bei der sie ein Jahr lang auf der Insel Aiaia lebten. Nun verbringen sie ihre letzte Nacht mit drei Nymphen am Lagerfeuer. Verspielt von ihnen zum Reden gedrängt, erzählen die Griechen von ihren Erlebnissen mit den Schatten der Toten des Trojanischen Krieges. Sie reden sich in Schlachtruhm und Blutrausch. Unverbesserliche Landsknechte, die an diesem friedlichen Ort aufeinanderlosgehen

    Ursendung: NDR 1984, 52:30 min, Regie: Hans Rosenhauer

  • Das Spiel vom Kaspar, der Königin Tausendschön und der noch tausendmal schöneren Prinzessin Schneewittchen

    Wo ein Kaspar im Spiel ist, pflegt er es an sich zu reißen. Fühmanns Kaspar stolpert ohne vordergründigen Klamauk in die unerhörten Begebenheiten um einen Konkurenzkampf auf Tod und Leben. Er kann das Schlimmste verhüten, bis auf das böse Ende. Denn nachdem die Königin vor Neid zerplatzt ist, setzt sich Schneewittchen auf den Thron. Sie gleicht der garstigen Mama aufs Haar, und sie wünscht sich ein Kind, so weiß wie Schnee ... Macht versaut eben den Charakter, da kann selbst der Kaspar nichts machen.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1990, 48:27 min, Regie: Norbert Speer

  • Das Spiel von der glücklichen Flucht des Prinzen Schaukelpferd vom Spielzeugland mit der Prinzessin Dana von Gurkistan aus der Burg des bösen Zauberers Khalakuck

    Dana muß im Haushalt schuften und dem donnernden Zauberer eimerweise Nudelsuppe kochen. In höchster Not verwandelt sich der gefangene Prinz Schaukelpferd in einen Pegasus, um Dana zu retten. Nach wilder Verfolgungsjagd im Luftreich landen die Flüchtigen auf dem Marktplatz von Döbern, zwischen Freiheit und Zauberland, zwischen Gurkenfässern und kleinstädtischem Getratsche.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1987 , 19:20 min, Regie: Manfred Täubert

  • Der Sturz des Engels
    Bearbeitung: Manfred Weber

    Kurz vor Kriegsende geriet dem dreiundzwanzigjährigen Gefreiten Franz Fühmann antiquarisch ein Band mit Gedichten von Georg Trakl in die Hände. Trakl, der Unbehauste, Verdammte, Brennende wurde für Fühmann zum Lebenselixier. Es war der Weg in den Untergang, den Trakl dichtete und erlitt. “Die Nacht und ihre zerbrochene Stirn . . . blinde Zeiger gen Mitternacht”. Die schmerzvolle Poesie des 1914 an einer Überdosis Kokain gestorbenen Dichters begleitet Fühmann durch Kapitulation und Kriegsgefangenschaft. Ein beschmutzter, gefallener Engel liegt vor den Abgründen der Geschichte, wo quälende Erfahrungen des eigenen Lebens mit der Biographie Trakls verwoben sind. In der Hauptrolle Hermann Beyer.

    Ursendung: MDR 1994, 57:25 min, Regie: Jörg Jannings

  • Von dem Machandelboom

    Zwei Forscher sind einem der grausigsten Märchen auf der Spur. Irgendwo auf der Insel Usedom wurde vor über zweitausend Jahren ein kleiner Junge von seiner Stiefmutter ermordet, gekocht und vom Vater verspeist. Unterm Machandelbaum wurden seine Knochen vergraben, und dort geschah die wundersame Verwandlung des Kindes in einen traumschönen Vogel, der noch heute sein Lied singt. Ein zartes fernes Lied über schaurige Dinge, mit denen sich die Forscher plötzlich hautnah herumschlagen müssen.

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1988, 30:53 min, Regie: Barbara Plensat

  • Von der Fee, die Feuer speien konnte

    Die Fee Anna Susanna Lachdochmal kann selbst die Herzen der Schneewolken aus dem kalten Norden erwärmen, so dass sie als sanfter Regen in den Feenwald fallen. Das ärgert den Winterkönig und er pustet Frost in die Luft. Das Lachen der Wolken wird zu klirrendem Eis. Die Tiere, die sich kein Winterfell und keinen Vorrat angelegt haben, geraten in Not. Anna Susanna will vom Drachen lernen, Feuer zu speien, aber ihre Lungen sind dafür nicht stark genug. Der große Märchenerzähler Franz Fühmann findet in diesem kleinen poetischen Stück eine gute Lösung.

    Ursendung: MDR 1992, 15:56 min, Regie: Christa Kowalski

  • Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens
    nach der gleichnamigen Erzählung
    Bearbeitung: Alfred Schrader

    "... irgendwas Loses, Buntes, nicht einmal auf Ungarn beschränkt, ein bisschen erweitertes Tagebuch" - so ein programmatisches Notat von Franz Fühmann. Es wird der Versuch, das zu beschreiben, was man Wandlung nennt. Es ist das lebenslange Thema Fühmanns. Und immer noch scheint die stufenreiche Entwicklung seines Lebens nicht hinreichend gedeutet und literarisch realisiert. So wird verständlich, dass die Begegnung mit einem anderen sozialistischen Land, damals in den Siebzigern, im Unterschiedlichen und in der Gemeinsamkeit für den Autor neue Fragen der politisch-moralischen und dichterischen Existenz aufwirft. Ein erneuter vergeblicher Versuch?

    Ursendung: Rundfunk der DDR 1976, 57 min, Regie: Fritz Göhler

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