Der in Europa weitgehend unbekannte argentinische Dramatiker Roberto Arlt (1900–1942) hat mit dem 1932 entstandenen "Trescientos Millones" ein Stück geschrieben, das – in der Nachfolge europäischer Autoren wie Pirandello oder García Lorca – Grenzüberschreitungen zwischen Realem und Phantastischem erprobte. Irgendwo in einer Sternenzone treffen sich Trugbilder der Phantasie: literarische Figuren, die zu Volkshelden werden, Traumfiguren der Einsamkeit, der Rachsucht, der Geilheit. Der Ex-Zuchthäusler Rocambole, ein Rächer der Beleidigten, gehört augenblicklich einem Dienstmädchen, dem er eine große Erbschaft bringt. Während sich die "Rauchgestalten" verflüchtigen, wird das Dienstmädchen von der Glocke der Patronin in den Alltag zurückgejagt, vom betrunkenen Hausbesitzerssohn bedrängt – und setzt mit dem Revolver seinem armseligen Leben ein Ende.
Deutsche Erstaufführung:
09.07.2005, Jugendclub Pforzheim