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Bild: Karl Günther Hufnagel

Karl Günther Hufnagel

1928 geboren in München; Studium der Psychologie, Anthropologie und Philosophie in München, Hamburg, Freiburg; danach lebte er als freier Schriftsteller, unterbrochen von einem Jahr (1962) als Dramaturg beim Fernsehspiel des SFB, in München und Berlin. 1981 Literaturpreis der Stadt München 1987 Arbeitsstipendium des Berliner Senats erlag 2004 in München seinem Krebsleiden. veröffentlichte 8 Romane, einen Erzählungsband, zahlreiche Hörspiele ("Das Stammländerquartett", "Geburt eines Dichters im Bürgerkrieg" in der Bearbeitung von Astrid Litfaß, "ohne datum" u.a.) sowie Fernsehspiele und Filmtexte. Buchveröffentlichungen: Die Parasitenprovinz, Roman, DVA 1960 Worte über Straßen, Erzählungen, DVA 1961 Die Liebe wird nicht geliebt, Roman, Rogner's edition bei Ullstein 1979 Draußen im Tag, Roman, Residenz Verlag 1979 Auf offener Straße, Roman, Residenz Verlag 1980 Trilogie „Wahn“ Geburt eines Dichters im Bürgerkrieg, Roman, Axel Dielmann Verlag, Frankfurt a.Main 2001 Der Wiedergänger, Erzählung, Gemini Verlag, Berlin, 2001 Crapziks Karneval, Roman, Gemini Verlag, Berlin 2002 Aufzeichnungen eines Flüchtigen. Statt einer Autobiographie, Gemini Verlag, Berlin, 2003 ohne Datum, mit 5 Radierungen von Franziska Hufnagel, Edition Mariannenpresse, Berlin, 2006

  • ohne Datum
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    Textbuch

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    1 H

    Ein Mann um die Dreißig hat einen Tumor in der Lunge. Er überlässt seinen Körper den gesichtslosen Medizinern und begibt sich auf eine labyrinthische Zeitreise durch sein Leben. Er will dem Vergehen einen Sinn geben und reisst zugleich dessen Bedeutungshöhe ein. Biblische Motive konterkariert er mit Alltäglichem. Er ist der Arbeitsengel mit den Zündkerzen in beiden Händen, der Monteur, der Fliessbänder in Streifen schneiden kann. Es ist ein intimer, intensiver Bericht von hoher Expressivität und starker Bildkraft. Der Mann will die Sprache zerkauen und seine Gedanken zum Leuchten bringen. Er will Spuren in den Wüstensand treten. Er ist sich selbst ein Hohn und ein Exempel.

    Karl Günther Hufnagel schrieb diesen beeindruckenden Monolog Anfang der sechziger Jahre. Da war er um die Dreißig. Er starb vierzig Jahre später an Lungenkrebs. Astrid Litfaß fand den Text in seinem Nachlass, und der WDR hat ihn bereits als Hörspiel produziert. Für die Bühne ist er zu entdecken.

  • Rotlicht
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    Textbuch

    2 D, 4 H

    Ein Krieg im Puff. Erwin, der Heimkehrer, trifft auf die Hure Veri und ihre beiden Brüder Herbert und Detlev, die sich auf mörderische Geschäfte spezialisiert haben und viel Geld nach Hause bringen. Ein rigoroser Kampf um Einfluß und Macht beginnt. Die Brüder scheinen Erwin als Chef zu akzeptieren, dann revoltieren sie, versuchen ihn zu erschlagen und werden selbst getötet. Hurenmutter Waltraud, Erwins einstige Vertraute, jetzt ohne Chance, den Heimgekehrten wieder für sich zu gewinnen, bringt sich um. Und Veri läßt sich nach der Schlacht mit Joseph ein, der eine bürgerliche Ehe mit ihr zu führen hofft. Mechanismen von Gewalt und politischer Käuflichkeit erprobt der Autor im Muster sexueller Rollenspiele: die Welt als Bordell.

  • Vaters Liebling
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    Textbuch

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    1 D, 3 H

    Ein rituelles Spiel in einem (gestylten) Schmuddel-Souterrain, wo sich das frierende Ännchen fürs Geschäft herrichtet. Vater und Tochter, Hure und Kunde, Herr und Knecht, flatternd im Netz der Käuflichkeit, verstricken sich in Obsessionen und Gewalttätigkeit. Esau, der stumme Diener in Uniform, der scharrende Hund des Kunden, bestimmt schließlich ganz unerwartet das anstößige wie faszinierend mehrdeutige Vier-Personen-Spiel.

  • Geburt eines Dichters im Bürgerkrieg

    siehe Astrid Litfaß

  • ohne Datum

    Ein junger Mann hat einen Tumor in der Lunge. Er wird behandelt. Er wartet. Er begibt sich auf eine labyrinthische Reise durch sein Leben. Was hat Bestand, was bleibt, was explodiert ins Nichts. Er will dem Vergehen einen Sinn geben und reißt zugleich dessen Bedeutungshöhe ein. Ein gewaltiger Text von großer assoziativer Kraft. Voll Zärtlichkeit und Verzweiflung zugleich. Karl Günther Hufnagel (1928 - 2004) schrieb diesen beeindruckenden Monolog Anfang der 60er Jahre. Vierzig Jahre später starb der Autor an Lungenkrebs. Den Monolog fand seine Witwe Astrid Litfaß im Nachlaß. Mit Sebastian Rudolph als jungem Mann. Als Theatertext ist "ohne datum" für die Bühne noch zu entdecken.

    Ursendung: WDR 2006, 55'13, Regie: Claudia Johanna Leist

  • Das Stammländer Quartett

    Hufnagel nimmt sich unserer hypochondrisch neurasthenischen Mitbürger an. So wie Deix seine Österreicher liebt; gemein, häßlich und mit verkniffenem Standartenbewußtsein. Das Stammländer-Quartett sind Mutter, Vater, Püppi und Werner. Einsame Karikaturen, die sich aufblähen, zusammenziehen und hämisch freuen, daß die Nachbarin so dämlich war, sich vom Storch holen zu lassen. Hufnagel leuchtet in einen ordentlichen familiären Giftpfuhl mit komisch brüchigen und bösen Bildern. Wenn die Geranien "welk werden, merken die Nachbarn, daß wir sterben." Püppi ist mit hartem Kartoffelsalat schwanger und liebt einen Herrn namens Deutschland. Da nichts passiert, finden sich die halbbrüstigen, lächerlichen Leider an der krummen deutschen Geschichte wieder in Bildschirmgestalten, die sie entweder gerne sein möchten oder sich einbilden zu sein oder tatsächlich sind. Der ganze marode Haufen strafft sich an Parolen blasenden Dirndlträgern. Die Musikantenstadelgucker und Heimatliedersänger wechseln ihre Identitäten und werden abwechselnd zu Showgästen im Lieblingsprogramm. Sie realisieren sich ihre Träume im Format von Vorgartenzwergen. Ein schaurig komischer Hörspielgenuß mit Katrin Angerer u.a

    Ursendung: SFB 1996, 39'12, Regie: Manfred Mixner

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für Theater, Film und Hörspiel