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Bild: Renata Britvec

Renata Britvec

Renata Britvec, Jahrgang 1980. Studium der Theatre Arts am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Studium der Philosophie, Amerikanistik und Germanistik in Augsburg (M.A. Philosophie).

2008 bis 2011 Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation an der Schaubühne Berlin. 2012 bis Mitte 2014 Lektorat internationaler neuer Dramatik und internationale Lizenzen bei henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin.

Renata Britvec lebt in Berlin und arbeitet freiberuflich als Übersetzerin, Texterin und Lektorin.

  • Biljana Srbljanović
    Srbljanović: 
    Dieses Grab ist mir zu klein
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    Textbuch

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    (Mali mi je ovaj grob)
    Aus dem Serbischen von Renata Britvec, Vukan Mihailović de Deo, Aleksandra Pejović
    1 D, 4 H

    "Die beiden und mein Vater tun mir leid. Ich selbst und wir alle tun mir leid."

    1914. Gavrilo Princip, ein bosnischer Serbe Anfang 20, will sich für sein Land engagieren und beteiligt sich an wenig wirksamen Studentenprotesten. Plötzlich aber bietet sich ihm die Gelegenheit, wirklich etwas zu bewegen: Franz Ferdinand wird Sarajevo besuchen. Gavrilo und sein Freund Nedeljko wittern eine unvergleichliche Chance. Zusammen mit Danilo und Apis, einem der Anführer der serbischen Schwarzen Hand, planen sie ein Attentat auf den Thronfolger. Nedeljko wirft die Bombe, aber ohne Erfolg. Nur die 15-jährige Ljubica, Danilos Schwester, kommt bei der Explosion ums Leben. Gavrilo feuert wenige Minuten später den tödlichen Schuss auf den Erzherzog ab. Als Gavrilo und Nedeljko sich nach dem Attentat mit Zyankali töten wollen, verfehlt das Gift seine Wirkung und die beiden werden ins Militärgefängnis Theresienstadt gebracht. Danilo, ebenfalls verhaftet, wird an Ort und Stelle gehängt. Sein Geist prophezeit eine dunkle Zukunft: Dem Attentat von Sarajevo folgt der Erste Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg finden zehntausende Juden in Theresienstadt den Tod. Gavrilos Heimatdorf wird während der Jugoslawienkriege ausgelöscht. Ob Gavrilo Princip nun ein Volksheld oder Terrorist ist, scheint angesichts der bevorstehenden Ereignisse irrelevant.

    Uraufführung: 16.10.2013, Schauspielhaus Wien, Regie: Michał Zadara

  • Marijana Verhoef
    Verhoef : 
    Amsterdam
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    Textbuch

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    (Amsterdam)
    Aus dem Serbischen von Renata Britvec
    2 D, 3 H, 1 K, Besetzung variabel

    "Scheiße Alter, sie sieht aus wie Milch mit Honig, und er, als ob ihn P. Diddy und Fifty Cent im Duett produziert hätten ... "

    Ein schräger, europäischer Roadtrip zweier junger Serben nach Holland. Bojan und Ljuba, der eine Student der Journalistik, der andere freiberuflicher Kameramann, werden von einer nichtstaatlichen serbischen Organisation nach Altever in den Niederlanden geschickt, um eine ungewöhnliche Reportage zu machen: In den vergangenen Wochen wurde gehäuft Superman am Altever`schen Himmel gesichtet. Die Vorfreude der beiden Jungs auf das gelobte Land des Marihuana und der Prostituierten zerschlägt sich aber schnell, als sie in Altever ankommen. Das Wetter ist schlecht, es stinkt nach Kuhmist und der Ort ist eher langweilig. Abgeholt werden die beiden anstatt in einer Limousine von der exaltierten Touristenführerin Jolanda auf einem Fahrrad. Von Merel, einer blonden Bilderbuch-Holländerin, und ihrem indonesischen Adoptivbruder Bobo bekommen sie einen Superman-Workshop für 500 Euro angedreht, der unter der Leitung von Ari stattfindet, seines Zeichens Marihuana-Farmer und Vater des ungleichen Geschwisterpaares. Anstelle einer tollen Reportage leisten die beiden Serben zum Schluss Zwangsarbeit in Aris Gewächshaus, weil sie den Workshop nicht bezahlen können. Bojan und Ljuba träumen sich zurück in ihr geliebtes Heimatland, wo das Wetter schön und die Frauen gut sind, und wo sie die Herren im Haus markieren können. Eine temporeiche Komödie, die Vorurteile und Klischees aufs Korn nimmt, und zum einen die Unterschiede zwischen Ost und West, Nord und Süd, ebenso aber die Parallelen in Haltung und Verhalten zwischen den Kulturen beschreibt.

    Uraufführung: 20.02.2014, Düsseldorfer Schauspielhaus, Regie: Nurkan Erpulat

  • Marijana Verhoef
    Verhoef : 
    Brot für die Feen
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    Textbuch

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    Ein dunkles Märchen
    (Hleb za vile. Mračna bajka)
    Aus dem Serbischen von Renata Britvec
    3 D, 3 H, Statisten

    Die Freundinnen Danica und Esther reisen ins östliche Serbien in Danicas Geburtsort, um Ideen für einen Dokumentarfilm über Bräuche und Rituale aus der Region zu sammeln. Doch die Motivation der beiden Frauen unterscheidet sich stark: Esther, eine Deutsche, sucht das Abenteuer und findet Land und Menschen exotisch und spannend, während Danica immer weiter versucht, ihre Herkunft, Vergangenheit und den Grund für ihre Emigration zu verdrängen. Beide Frauen begeben sich auf eine psychologische Reise in ihr Innerstes und geraten darüber hinaus mit sich selbst und der lokalen Bevölkerung in einen Konflikt, der nicht mehr rational zu lösen ist. Beeinflusst von der wilden Natur, alten Bekannten und den Mythen ihres Landes, beginnt Danica zu dem zurückzukehren, was sie einmal war. Sie nimmt dabei keine Rücksicht mehr auf Esther, die wiederum wenig Sensibilität gegenüber den Eigenheiten der Bevölkerung und ihrer Kultur zeigt. Der Konflikt eskaliert und endet für beide Frauen auf sehr unterschiedliche Weise in einer Tragödie.

    "Brot für die Feen" zeigt auf überzeichnet-surreale Art und Weise, was passiert, wenn die Kommunikation zwischen den Kulturen misslingt und die Unterschiede verdrängt werden. Der Text erspürt genau, wie sehr Europa sich selbst immer noch missversteht: Nicht nur auf dem Balkan existiert ein lebendiges Brauchtum, das aus westlicher Sicht als abergläubisch und rückständig aufgefasst wird. Können unterschiedliche Kulturen miteinander in einen fruchtbaren Dialog treten, und wenn ja, auf welche Art und Weise? Was sind unsere Erwartungen an die "anderen" und wie können wir integrativ mit kulturellen Unterschieden umgehen, die nicht in unser Wertesystem passen, ohne uns selber zu verlieren? Mit "Brot für die Feen" ist Marijana Verhoef ein irritierendes Gruselmärchen über zwei Kulturen gelungen, verkörpert durch zwei Frauen, die einerseits friedlich neben- und miteinander leben, doch aufgrund ihrer Unterschiede immer wieder in Konflikt geraten.

  • Marijana Verhoef
    Verhoef : 
    Playboy
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    Textbuch

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    (Playboy)
    Aus dem Serbischen von Renata Britvec
    3 D, 3 H

    "Du, das sind Deutsche, die gehen systematisch vor! Wenn die einmal anfangen, in deinem Scheiß rumzuwühlen, dann ... "

    Wer sind unsere Politiker eigentlich, und wie zum Teufel kommen sie an die Macht? Stevan Zecevic, 35, genannt Playboy, hat sich als serbischer Gastarbeiter im München hochgearbeitet. Er ist erfolgreicher Geschäftsmann/Gangster, charismatisch und reich. Doch hinter der Fassade des beliebten Lebemanns verbirgt sich ein Psychopath schlimmster Sorte. Abgesehen von seiner völlig unkontrollierten aggressiven Natur ist Stevan noch dazu Fetischist: Er liebt es, sich als Hase zu verkleiden und mit anderen "Tieren" zu spielen, am liebsten mit seiner Berliner Sexfreundin Foxy. Eines Tages treibt er es insgesamt zu bunt und handelt sich großen Ärger mit Belgrads/Münchens Capo di Tutti Capi Pavlovicein. Dieser ist in politische Machenschaften involviert und sucht händeringend einen geeigneten Kandidaten für die nationalistische Partei Serbiens. Schnell ist der Plan geschmiedet: Um seine Schulden bei Pavlovicabzuarbeiten, muss der smarte und rhetorisch begabte Stevan nun als Mittelsmann der serbischen Mafia auf dem politischen Parkett fungieren. Kraftvoll und pointiert zeichnet Marijana Verhoef nach, unter welchen Umständen Politiker an die Macht kommen. Gesellschaftskritik auf erfreulich unverstaubte und moralinfreie Art.

    Uraufführung: 30.04.2015, Theater Augsburg, Regie: Katrin Plötner

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