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Bild: Katja Brunner

Katja Brunner

Katja Brunner, geboren 1991 in Zürich, studiert Literarisches Schreiben an der HdK Bern und an der UdK Berlin Szenisches Schreiben. 2009/2010 entstand innerhalb des Dramenprozessors ihr Stück "Von den Beinen zu kurz", es wurde am Theater Winkelwiese uraufgeführt und wird in der Spielzeit 2012/2013 am Schauspiel Hannover zu sehen sein. 2010 nahm sie am Interplay Europe Festival of Young Playwrights in Izmir teil. 2012 Teilnahme an den Werkstatttagen des Burgtheaters. Sie ist Performerin und Autorin bei Salome Schneebeli am Theaterhaus Gessnerallee und erarbeitet Performances mit Nils Amadeus Lange, u.a. "Die Kotze auf dem heissen Blechdach" am Theaterspektakel Zürich. Ausserdem tritt sie mit ihrer Gruppe "Die Schinken von morgen" auf, u.a. teppich:offen am Theater Neumarkt in Zürich. Im Mai 2013 ist sie mit der Hannover Inszenierung von "von den beinen zu kurz" zu den Mülheimer Theatertagen und mit dem Stück "die hölle ist auch nur eine sauna" zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

  • die hölle ist auch nur eine sauna
    Besetzung variabel

    Gott hat einfach keine Lust zu nähen. Sonst hätte er denen schon längst was übergezogen, diesen NUDISTEN.

    Wann beginnt Leben und wozu? In ihrem neuen Text nähert sich Katja Brunner dem Leben vom ersten Moment an, lädt ein auf eine Höllenfahrt in die Gebärmutter als "grausigem Ort", an dem der Schrecken und die Lust des Lebens ihren Anfang nehmen. Das Tun und Treiben im Kellerverlies der Elisabeth Fritzl und andere überlieferte Opfergänge des weiblichen Geschlechts werden gegen jede herrschende Interpretationslogik überschrieben. Die zur Sprachlosigkeit verdammten Figuren wie Hermi, ein zerbeulter Hermaphrodit, bekommen mit der Sprache, im Sprechen, dem Erheben der Stimme ihre Existenzberechtigung zurück. Es ist eine OP am offenen Herzen einer Gesellschaft, deren strukturelle Macht, deren brutales Diktat der Normierung perverse Auswüchse in Kauf nimmt, andere versteckt, wegsperrt, unsichtbar werden lässt. Das sprachgewaltige Textkonvolut ist jedoch keine verbiesterte Anklage, sondern ein frivol-ironisches Kampftraining, subversive Gedankengymnastik für die Unbetrauerbaren, Nicht-Existenten unter uns. Auf der Strecke bleibt der "Universaldörfler".

    Uraufführung: frei

  • von den beinen zu kurz
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Da ist eine Familie: ein Vater, eine Mutter, ein Kind. Namenlos. Bürgerlich. Austauschbar. Alles könnte gut sein und werden, doch etwas läuft schief, heillos schief, denn der Vater verfällt der Tochter vom Tage ihrer Geburt an. Für die Tochter ist die "grenzenlose" Liebe des Vaters vom ersten Atemzug an Teil ihrer Wirklichkeit, sein maßloses Begehren Normalität. Die ausrangierte Mutter stempelt die Tochter alsbald zur Konkurrentin, Diebin ihres Mannes. Stimmen von außen vergegenwärtigen mögliche Stationen - Geburt, erster Übergriff, Streichelzoo, Kindergeburtstag, Arztbesuch, Selbstmord - dieser Tragödie. Kontrovers besprechen sie die schnellen Wechsel im Verhalten, die Gefühlsregungen, das Macht und Ohnmachtsgebaren der beteiligten Personen. Das Einbrechen surrealer Situationen von extremer physischer und psychischer Gewalt weist jedoch weit nach draußen in die Gesellschaft. Ist das Kind nicht gezwungen sich dem Willen der Eltern zu beugen, will es wertvoll für sie bleiben? Entgegen dem therapeutischen Gerede, das später auf sie einprasselt, verteidigt die Tochter ihr verhängnisvolles Verhältnis zum Vater. In diesem beeindruckenden Debüt Katja Brunners wird die Sprache zu einem Seziermesser, das die VaterMutterKindWelt zerschneidet und die schwindelerregenden Abgründe menschlicher Leidenschaft aufdeckt.

    Uraufführung: 31.03.2012, Theater Winkelwiese , Saal, Regie: Antje Thoms
    Deutsche Erstaufführung: 05.01.2013, Staatstheater Hannover, Regie: Heike M. Götze

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