Stefan Kolditz wird 1956 in Kleinmachnow geboren. Nach dem Abitur studiert er bis 1987 Theaterwissenschaften in Berlin, am gleichen Institut erwirbt er 1990 den Doktortitel. Bis 2002 lehrt er an verschiedenen Hochschulinstituten.
Anfang der neunziger Jahre arbeitet er als Dramaturg am Theater und schreibt später das Theaterstück EVA - Hitlers Geliebte, das am Berliner Ensemble uraufgeführt wird und danach mehr als 20 deutsch- und fremdsprachige Inszenierungen erlebt.
Seit Mitte der achtziger Jahre verfaßt Stefan Kolditz Drehbücher für Film und Fernsehen
(u. a. Die Entfernung zwischen dir und mir und ihr, Die Mörderin, Burning life, für die Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110", für den Zweiteiler Dresden, An die Grenze, Im Namen der Gerechtigkeit).
2012 - Deutscher Drehbuchpreis für "Es war einmal"
Foto: Wilma Roth
Erstausstrahlung:
06.10.2009, SAT.1, 90 min
Erstausstrahlung:
07.09.2007, ZDF, 89 min., Regie: Urs Egger
Erstausstrahlung:
05.03.2006, ZDF, 2x 90 min., Regie: Roland Suso Richter
Erstausstrahlung:
25.05.2005, 90 min., Regie: Peter Patzak
Erstausstrahlung:
17.07.2005, RBB, 90 min., Regie: Christian v. Castelberg
Erstausstrahlung:
16.11.2004, SAT 1, 89 min., Regie: Sigi Rothemund
Erstausstrahlung:
11.05.2003, MDR, 90 min., Regie: Olaf Kreinsen
Erstausstrahlung:
12.07.2002, ZDF, 90 min., Regie: Johannes Fabrick
Erstausstrahlung:
30.06.2002, RBB, 90 min., Regie: Bernd Böhlich
Erstausstrahlung:
06.12.2001, 90 min., Regie: Bernd Michael Lade
Erstausstrahlung:
16.12.2000, ORB, 90 min., Regie: Manuel Siebenmann
Erstausstrahlung:
18.02.2001, ORB, 90 min., Regie: Andreas Kleinert
Erstausstrahlung:
16.10.2000, ZDF, 90 min., Regie: Olaf Kreinsen
Uraufführung:
Erstausstrahlung:
01.03.1999, ZDF, 90 min., Regie: Christian v. Castelberg
Erstausstrahlung:
14.03.1999, ORB, 90 min., Regie: Matti Geschonek
Deutsche Erstaufführung:
01.03.1999, Regie: Thorsten Schmidt
Erstausstrahlung:
17.05.1998, MDR, 90 min., Regie: Frank Strecker
Erstausstrahlung:
08.01.1995, MDR, 90 min., Regie: Petra Haffter
Erstausstrahlung:
27.11.1995
Erstausstrahlung:
17.11.1994, ORB, 90 min., Regie: Peter Welz
Erstausstrahlung:
13.11.1994, SWF, 90 min., Regie: Nina Grosse
Erstausstrahlung:
29.08.1985
Stunden nach ihrer Hochzeit und Stunden vor ihrem Selbstmord zieht eine Frau die Bilanz ihres Lebens. Sie ist 33 Jahre alt, 16 davon hat sie gewartet, darauf gewartet, daß alle erfahren, daß sie die Frau Adolf Hitlers ist. Sie hat viel geträumt, so war das Glück bei ihr. Noch immer sind es die Backfischträume von einem Leben als Filmstar in Hollywood. Sie läßt die Bilder der letzten Jahre erstehen: Wie sie sich aufgehoben fühlt in den Menschenmassen, die für Hitler am Brandenburger Tor singen, wie sie die SS-Männer schnittig findet, wie die Österreicher jubeln. Während Eva Braun im Bunker vor dem Spiegel Zarah Leander imitiert, wird oben in der Welt geschossen. Sie will jemand anrufen und hört am anderen Ende konsterniert russische Worte. Sie macht sich etwas vor. Sie will genießen, jetzt, da sich wenigstens der Traum von der Hochzeit erfüllt hat. Aber was für eine Erfüllung ist das. Sie ist stolz und enttäuscht zugleich. Und ihr Mann ist auch nicht mehr, der er war. Am Ende ist sie für die Inszenierung ihres Todes bereit. Wir erfahren von der Figur, was ihr wichtig war, und können hören, was sie wegläßt. Es ist die Banalität des faschistischen Alltags, die in Momenten vorstellbar wird. Dabei denunziert Kolditz seine Figur nicht, er läßt aber auch kein Mitleid zu.
Uraufführung:
29.11.1996, Berliner Ensemble
Österreichische Erstauff:
17.12.2000, Burgtheater Wien