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Bild: Thomas Wendrich

Thomas Wendrich

Regisseur, Drehbuchautor

Thomas Wendrich wird 1971 in Dresden geboren, wo er auch aufwächst. Von 1990 bis 1994 studiert er Schauspiel an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam Babelsberg. Danach ist er bis 1999 Mitglied des Berliner Ensembles. Von 1999 bis 2001 studiert Wendrich an der Drehbuch-Akademie der DFFB. Seit 2001 arbeitet er als freischaffender Autor und Regisseur sowie nach wie vor als Schauspieler. Für seine Arbeiten erhält er eine Reihe von Preisen, u. a. den Deutschen Drehbuchpreis für "Nimm dir dein Leben". Weitere Werke: Hinten scheißt die Ente, Maria am Wasser, Freischwimmer

  • 2016 - 
    Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter - Heute ist nicht alle Tage!
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Christian Schwochow
    Produzent: Gabriela Sperl (Wiedemann & Berg Television)

    Jena 1990. Seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es keine ähnliche Situation in Deutschland, in der in so kurzer Zeit so viele Menschen gleichzeitig ihre Arbeit verlieren. Viele Jugendliche in Ostdeutschland erleben ihre verunsicherten Eltern und Lehrer, spüren die Machtlosigkeit der Polizei und des Staates. Sie fühlen sich orientierungslos, ungeliebt und gekränkt.

    Instinktiv ordnen sie sich als Menschen zweiter Klasse ein, versuchen sich anzupassen und lernen in kürzester Zeit, dass von Seiten der Gesellschaft keine oder wenig Hilfe zu erwarten ist. Reihenweise driften junge Leute von der Schule in die Arbeitslosigkeit. Manche schaffen den Sprung, indem sie in die alten Bundesländer wechseln. Doch der Film wendet sich jenen zu, die bleiben - und wütend anfangen zu rebellieren.

    Eine von ihnen ist Beate Zschäpe, die in den Bann junger Rechtsradikaler in Jena-Winzerla gerät. Sie freundet sich mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt an. Aus den drei Freunden wird schnell eine verschworene Gemeinschaft. Ihr Gefühl der Ohnmacht und Unsicherheit ist das grundlegende Erfahrungsmuster, das sie mit tausenden jungen Menschen in Ostdeutschland teilen. Bei den dreien aber setzt eine eigene Entwicklung ein: Wut und Rebellion werden in Hass und Gewalt verkehrt. Sie suchen nach Wahrheit und werden entsetzlich fündig.

    In einem rechtsextremen neonazistischen Umfeld organisieren und radikalisieren sie sich, dicht gefolgt und umgeben nicht nur von Verbündeten, sondern von "Nazi-Kameraden", die inzwischen als Spitzel für den Verfassungsschutz arbeiten. Ihre Aktionen sind sowohl der Polizei wie dem Verfassungsschutz bekannt, dennoch werden sie nicht festgenommen.

    Nach einem missglückten Bombenanschlag und nach dem Fund von Sprengstoff in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage gehen die drei Neonazis, inzwischen ein unzertrennbares Trio, Ende 1998 in den Untergrund. Was folgt, ist die schwerwiegendste, erschütterndste Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte.

    Erstausstrahlung: 30.03.2016, ARD, 90 min.

  • 2016 - 
    Tatort: Fünf Minuten Himmel
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Katrin Gebbes
    Produzent: Zieglerfilm Baden-Baden
    Co-Produzent: SWR

    Hauptkommissarin Ellen Berlinger kehrt nach 14 Jahren Abwesenheit in ihre Heimatstadt Freiburg zurück. Dort trifft sie nicht nur auf ihre Mutter, die den Beruf der Tochter seit jeher verachtet. Mit der fünfzehnjährigen Niina steht plötzlich ihre eigene Tochter vor ihr, die Ellen nach der Geburt in die Obhut der Großmutter gegeben hatte.

    Als ein Mitarbeiter des Jobcenters tot an seinem Schreibtisch aufgefunden wird, erdrosselt mit einem Kabelbinder, hat Ellen ihren ersten Fall im Freiburger Morddezernat. Der Mann war angeblich suizidal, schnell bestätigt sich jedoch das Gespür der neuen Hauptkommissarin, dass sich mehr dahinter verbirgt, als die persönliche Kapitulation vor beruflichem Druck und privaten Problemen: Das Opfer wurde bestochen, war für Zwangsräumungen seiner Jobcenter-Kunden verantwortlich und hatte ein heimliches Verhältnis mit einer Kundin. Ein Mord aus Rache, aus Eifersucht, aus Verzweiflung oder aus wirtschaftlichen Interessen? Alles ist denkbar. Die Ermittlungen führen Ellen Berlinger aber auch zu einer Gruppe von Jugendlichen um ihre eigene Tochter.

    Erstausstrahlung: 28.03.2016, ARD, 90 min, Regie: Katrin Gebbes

    2016 Premiere, Deutsches FernsehKrimi-Festival Wiesbaden

  • 2015 - 
    Platonow
    Drehbuch: Katrin Warnstedt, Thomas Wendrich
    Regie: Andreas Morell
    Produzent: paradiesFilm Produktion

    Erstausstrahlung: 12.12.2015, 3sat

  • 2013 - 
    Ich und Kaminski
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Wolfgang Becker
    Produzent: X FILME Creative Pool GmbH

    nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann
    Co-Autor: Wolfgang Becker

    Der eingebildete, aber erfolglose Kunstjournalist Sebastian Zöllner (31) will eine Biografie über den greisen und nahezu blinden Maler Manuel Kaminski (85) schreiben und diese direkt nach dessen absehbaren Tod herausbringen. Mit der Aussicht, seine Jugendliebe wieder zu sehen, lockt Sebastian den Maler aus seinem trostlosen Altersalltag und merkt nicht, dass Kaminski sich seinerseits des parasitären Journalisten bedient, um auf dessen Kosten quer durch Europa zu reisen.

    Drehstart: 24.05.2013

    : Regie: Wolfgang Becker

  • 2009 - 
    Lenz.
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Andreas Morell
    Produzent: novapool artists

    Der Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz, aus der Welt geworfen und von den Verantwortungen des Lebens überfordert, versucht, aus dem Leben zu fliehen. Er landet in einem kleinen Dorf, in dem der Pastor Oberlin eine Pilgerherberge betreibt. In Oberlin findet Lenz einen Partner im Disput über Wahrheit und Leben, über Tod und Schuld. Oberlin möchte Lenz mit Gott bekannt machen. Lenz jedoch wähnt sich der Wirklichkeit verpflichtet und empfindet das als unlösbaren Widerspruch. Er begreift sich als gescheitert, stürmt in die Unschuld der Natur und in die Poesie. Die Begegnung mit der jungen Irene wirft ihn fiebrig in die kurze Unbedingtheit der Liebe. Mit ihr lebt er einen Tag und eine Nacht in Freiheit. Doch Kaufmann, sein Verleger und Auftraggeber, versucht ihn zurückzuholen aus seiner Traumwelt, zurück in die harte Realität.

    Andreas Morell inszeniert den Theaterfilm "LENZ." frei nach Georg Büchners gleichnamiger Novelle über den Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz. In den Hauptrollen sind Barnaby Metschurat, Ronald Kukulies, Karoline Teska und Lavinia Wilson zu sehen.

    Erstausstrahlung: 10.11.2009, 3sat, 90 min, Regie: Andreas Morell

  • 2007 - 
    Freischwimmer
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Andreas Kleinert
    Produzent: Typhoon

    Rico Bartsch ist ein Einzelgänger. Er hat weder Erfolg bei den Mädchen noch im Sport. Sein eingeschränktes Hörvermögen lässt ihn in einer eigenen Welt leben. Wenn ihm die Umwelt auf die Nerven geht, schaltet er sein Hörgerät einfach aus.
    Eines Tages stirbt sein Mitschüler Robert Greiner an einem vergifteten Gebäck. Rico ist das egal, denn er hat Robert Greiner, der ihn und die Lehrer tyrannisierte, regelrecht gehasst. Doch als sich herausstellt, dass der Anschlag gar nicht dem Opfer, sondern Rico selbst galt, steht er plötzlich im Mittelpunkt. Wer hatte ein Motiv, Rico umzubringen? Trotz zahlreicher Befragungen der Mitschüler gibt es keine Spur.
    Nach dem Tod von Robert Greiner sucht Rico immer mehr Halt bei seinem Deutschlehrer Martin Wegner. Seine Mutter ist mit dieser Situation überfordert und mit ihrem neuen Freund, dem Sportlehrer Richard Sammer, kommt Rico nicht zurecht. Zu sehr hängt er an seinem leiblichen Vater, der vor zehn Jahren unter mysteriösen Umständen ertrunken ist. Sein Deutschlehrer Martin Wegner wird in dieser Situation zum Vaterersatz. Und noch mehr: Beide verbindet eine Art Seelenverwandtschaft. Wegner fühlt sich wie Rico von den Mitschülern und Lehrerkollegen tyrannisiert. Zwei Außenseiter, die sich gesucht und gefunden haben.
    Und sie haben noch eine Gemeinsamkeit: die Liebe zum Modellbau. Rico flüchtet vor der Realität, wenn er in seinem Zimmer die Eisenbahn durch den originalgetreuen Nachbau seiner Heimatstadt fahren lässt. Gute Modelle sind beinah wie das Leben. Und eine gute Modellpuppe ist immer noch besser als ein schlechter Mensch, denkt Rico. Und er ist begeistert, als Martin Wegner vorschlägt, ein Mädchen aus seiner Klasse als lebensgroße Puppe nachzubauen. Rico möchte Regine nachgestalten. Ein Mädchen, in das er schon lange heimlich verliebt ist. Zwischen beiden entwickelt sich ein vertrautes Verhältnis, bis Rico spürt, dass mit Wegner irgendetwas nicht stimmt.

    Kinostart: 08.05.2008, 115 min, Regie: Andreas Kleinert
    Erstausstrahlung: 19.09.2010, ARD

  • 2006 - 
    Maria am Wasser
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Thomas Wendrich
    Produzent: Egoli Tossel
    Co-Produzent: WDR

    Ein Junge, der von seiner eigenen Mutter in ein Waisenhaus gesteckt wurde, nutzt ein Unglück in der Elbe, um auszureißen und seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Alle glauben, er sei bei dem Unglück ertrunken. 20 Jahre später kehrt er heim, um sich der Wahrheit zu stellen. Doch alle haben sich mit seinem Tod arrangiert und ihn schmerzhaft akzeptiert. Einzig eine junge Frau scheint den Heimkehrer zu verstehen. Als er sich in sie verliebt, merkt er, dass auch sie ein Geheimnis in das Dorf geführt hat ...
    Sommer 1983 in Sachsen. Ein Panzer fährt mit vier Kindern des Waisenhauses "Frohe Zukunft" durch die Elbe. Der Ausflug endet scheinbar für alle Kinder tödlich, da der Panzer sinkt. 22 Jahre später kehrt der Orgelbauer Marcus Lenk in sein Heimatdorf Neusorge zurück und behauptet, eines der Kinder zu sein.
    Marcus ist perplex: Niemand erkennt ihn wieder. Nicht einmal sein Vater Hannes, der zurückgezogen mit ein paar Schafen lebt, noch seine Mutter Maria, die mit strenger Hand das Waisenhaus leitet, glauben an seine Identität. Alle sind fest davon überzeugt, dass "ihr Marcus" damals bei dem tragischen Unfall in der Elbe ertrunken ist. Sie haben sich mit dem Tod arrangiert und ihn schmerzhaft akzeptiert. Unter keinen Umständen wollen sie, dass sich an diesem Zustand etwas ändert.
    Nur in der geheimnisvollen Tschechin Alena findet Marcus eine Vertraute. Auch sie scheint ein Geheimnis in das Dorf geführt zu haben. Ein Geheimnis, das mit seiner Flucht vor 20 Jahren mehr zu tun hat, als er glauben will. Ganz Neusorge scheint unter einer Decke des Schweigens und der Schuld gefangen zu sein.
    Während Marcus Stück für Stück die Kirchenorgel zusammensetzt, entdeckt er das dunkle Geheimnis der Dorfbewohner. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beginnen zu verschwimmen und da ist die Liebe plötzlich zum Greifen nahe ...

    "Maria am Wasser" erzählt in symbolischen Anspielungen und wunderschönen, märchenhaften Bildern eine Geschichte der Suche. Der Suche nach Liebe, Vergangenheit, Versöhnung und Vergebung.
    "Maria am Wasser" ist der erste Spielfilm von Thomas Wendrich, der bisher mit seinen preisgekrönten Drehbüchern wie etwa "Freischwimmer", "Nimm Dir Dein Leben" und "Zur Zeit verstorben" Aufsehen erregte.

    Kinostart: 26.02.2009, 100 min, Regie: Thomas Wendrich
    Erstausstrahlung: 07.08.2010, WDR

  • 2005 - 
    Nimm dir dein Leben
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Dramaturgie: Sabine Michel
    Regie: Sabine Michel
    Produzent: Egoli Tossell Film AG
    Co-Produzent: Koppfilm und Cineplus

    Der mit dem Deutschen Drehbuchpreisausgezeichnete Film Nimm Dir Dein Lebenist ein Stück phantastische Realität in deutschen Landen: schockierend und wunderschön.

    Dunkelhäuser ist ein deutsches Dorf. Ein Bauer verrichtet nackt sein Tagwerk, ein anderer stirbt vorübergehend. Ihre letzte Kuh frisst aus der Dachrinne und der Hund vom Teller des Bauern. Und ihre Frauen wetten, welcher ihrer Männer der Dümmere ist.
    Als der junge Schnapsbrenner Milan merkt, dass er die Liebe suchen muss, um dem Stumpfsinn und der Gewalt in seinem Dorf zu entkommen, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Im See erscheint eine Frau und ein Fremder hängt tot am Haken des Dachbalkens. Milan beschließt wegzugehen. Doch er kommt nicht weit, denn im Wald trifft er Ilonka, eine junge Polin. Er folgt ihr zurück, um sie zu beschützen. Nichts für schwache Nerven, wohl aber für Verliebte. Milan nimmt sich sein Leben und Ilonka macht mit. Die wieder aufgetauchte Liebe verwandelt die Menschen. Und auf den verwaisten Feldern des Dorfes werden endlich wieder Kartoffeln ausgesät.

    Dt. Drehbuchpreis 2002,nom. zum MfG-Star 2007,

    "Hochkarätig besetzt, widmet sich der moderne blutrote Heimatfilm böse und unverkitscht den Lovestorys, der Komödie und dem Drama fernab der Großstädte."(Tip-Tagestipp, 04/06)

    "Regisseurin Sabine Michel macht sich nicht lustig über die skurrilen Leute, sie lässt sie so sein, wie sie sind: nicht ganz von dieser Welt."(ZITTY - Tagestipp v. Jenny Bleek, 04/06)

    "NIMM DIR DEIN LEBEN ist eine rabenschwarze Tragikkomödie mit Krimi-Erzählstrang. ...Perfektes Mischungsverhältnis aus Melancholie und Absurdität, das den Zuschauer ständig zwischen konträren Stimmungen hin und herpendeln läßt." (JUNGE WELT, Alex Kolodziejczyk - 16.02.06)

    Kinostart: 21.06.2007, 94 min, Regie: Sabine Michel

    2002 Deutscher Drehbuchpreis

  • 2004 - 
    Zur Zeit verstorben
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Thomas Wendrich

    Ein kurzer Film über die Würde; 17 min, 35 mm, Farbe

    Nach einem heftigen Familienstreit flüchtet ein alter, leicht verwirrter Mann zu seinen ebenfalls hoch betagten Freunden auf den Marktplatz des Dorfes. Als Zeichen seiner Rüstigkeit bietet er an, für sich und seine Freunde Eis zu holen. Im tiefen Einklang mit der Welt begibt sich der alte Mann danach auf seine letzte Reise.

    mit Michael Gwisdek, Marie Gruber, Ede Hofmann, Fritz Marquardt, Paul Schulz u.a.

    : 17 min, Regie: Thomas Wendrich

    2004 Goldener Spatz, Kinderfilmfest Erfurt
    2004 Hauptpreis, FilmKunstFest Schwerin
    2004 Hauptpreis, Interfilmfest Berlin
    2005, Nominierung zum Deutschen Kurzfilmpreis
    2007, Defa-Förderpreis

  • 2001 - 
    Hinten scheißt die Ente
    Drehbuch: Thomas Wendrich
    Regie: Sabine Michel
    Produzent: HFF
    Co-Produzent: Money Penny

    : Regie: Sabine Michel

    Hauptpreis, Shorts at moonlight Region Frankfurt Rhein-Main (D)
    Publikumspreis, exground Wiesbaden (D)
    Publikumspreis, Filmfestival Dresden (D)

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