1963 in Leipzig geboren. 1979 Lehre zum Elektromonteur. Sänger und Gitarrist in einer Rockband. 1984-86 am Poetischen Theater in Leipzig als Schauspieler und Pantomime. Erste eigene Texte. Schauspielstudium von 1986-90 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. 1990-96 Engagement als Schauspieler und Regisseur in Schwerin. 1996-99 Oberspielleiter am Berliner carrousel Theater. Seit 1999 Schauspieldirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.
Arbeiten als Autor (Auswahl)
Ich sehe was, was du nicht siehst - UA 1986 in Leipzig,
Niemand - UA1997 in Bad Hersfeld
Glatze - UA1993 in Schwerin
SOS - UA 1994 in Schwerin
Sprachlos - UA1996 in Schwerin
Fisch sucht Fahrrad - UA1998 in Potsdam
Alle Neune - UA 2004 in Schwerin
Dracula - UA 2007 in Schwerin
zahlreiche Kabarettprogramme
Bühnenadaptionen von Romanen, Filmen, Märchen
Regiearbeiten in Schwerin und als Gastregisseur in Berlin (DT, Maxim-Gorki), Chemnitz, Cottbus, Frankfurt/Oder, Nürnberg, Potsdam, Rostock u.a.
Peer Gynt, Hamlet, Macbeth, Tod eines Handlungsreisen, Warten auf Godot, Ein Sommernachtstraum, Hauptmann von Köpenick, Woyzeck, Leonce und Lena, Lulu, Dreigroschenoper, Othello, Weiberkomödie, Ratten, Casting in Kursk, Cabaret, We are camera/Jasonmaterial, Die Möwe, Sugar (Manche mögens heiß)
siehe auch Jewegeni Schwarz:
Aschenbrödel
Der modeversessene Kaiser ist so eitel, daß er zwei falschen Webern viel goldenes und diamantenes Material gibt, um daraus den vortrefflichsten Stoff der Welt zaubern zu lassen. Sehen kann den nur ein guter, ehrlicher Mensch, sagen die Weber und bearbeiten die mit Luft klappernden Webstühle. Niemand gibt sich die Blöße, nichts zu sehen, alle bewundern den nackten Kaiser, bis ein Kind es endlich in die Menge schreit: Aber der hat ja gar nichts an. In der operettenhaft leichten Adaption Peter Dehlers kommt die Tochter des Kaisers nur zu ihrem Glück, wenn sie ihrem selbstverliebten Vater das nötige Kleingeld für ihre Hochzeit mit dem betrügerischen Webertrick abluchst. Und ein ganzer Hofstaat läßt sich sehenden Auges von einem orientalisch verkleideten Liebespaar singend und tanzend an der Nase herumführen.
Uraufführung:
29.11.2004, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Richard Schrader:
Krethi und Plethi
siehe auch Jewgeni Schwarz:
Der nackte König
Die Rache der 13. Fee ist bekannt und auch, daß ihr Todeswunsch für das Neugeborene gerade noch in den berühmten 100jährigen Schlaf gewandelt werden kann. Warum aber ein Fechtlehrer und ein Prinz auftauchen, die sich im Drachenbekämpfen üben, das erfahren wir, nachdem in rasantem Tempo die Hecke gewachen ist, der Küchenjunge sich kurz aus dem Schlafschloß befreit und die Jahre weggesteppt hat, und flugs ein erster Retter in den Dornen zappelt. Die 13. Fee ist nämlich immer noch beleidigt und will niemand in das erwachende Schloß hineinlassen. Sie verwandelt sich in einen Drachen und wird von dem nunmehr ururalten Prinzen, seinem jungen Ururenkel und dem eigentlich schon lange toten Fechtlehrer verjagt. Drachespielen ist vielleicht doch nichts für die experimentierfreudige, im Grunde ihres Herzens gar nicht garstige Fee. Sie landet erneut mit Getöse im Schloß, wo sich Prinz und ungealtertes Dornröschen nach dem ersten Kuß sofort das Ja-Wort geben. Geschenkeüberladen will sie mitspielen. Was ist schon Zeit? Für Feen nichts.
Uraufführung:
03.12.2006, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Peter Ensikat:
Dornröschen
siehe auch Katharina Schlender:
Dornröschen
Ein Prinz sucht eine lupenreine Prinzessin und versinkt in Melancholie, weil bei allen, die er in Augenschein nimmt, irgendwas nicht stimmt. Eines regnerischen Tages steht ein tropfnasses Geschöpf vor der Tür, das behauptet, eine solch wahrhaftige Prinzessin zu sein. Das glaubt der Prinz natürlich nicht, wuchtet für das Nachtlager unzählige weiche Matratzen auf eine Erbse und ist erst überzeugt, als das Mädchen sich am nächsten Morgen über das harte Bett beschwert. So geht die Geschichte bei Hans Christian Andersen. Die wirklichen Geschehnisse aber, die hinter dieser schicksalshaften Begegnung bei Sturm und Regen liegen, sind nochmal ganz anders. Denn eigentlich interessiert sich der Prinz für die herrlichen Gerüche, die das Küchenmädchen Heidi umwehen. Und auch die dünnhäutige Braut hat ganz eigene Pläne. In Peter Dehlers Fassung wird aus dem Klassiker ein furioser Märchenspaß mit viel Musik, die John Carlson wieder eigens dafür komponiert.
Uraufführung:
27.11.2011, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
Matsch und Flocke führen tanzend und singend durch diese weihnachtliche Märchenshow. Zwei luftig leichte Conferenciers, die als Abgesandte von Frau Holle auf die Erde wirbeln. Dort sollen sie ein Kind finden, das es wert ist, beschenkt zu werden. Denn, so glaubt die allmächtige Frau Holle, auf der Erde gibt es keinen guten Nachwuchs mehr. Sie wettet mit dem W-Mann, dass dieser auf seinem Rentierschlitten voller Geschenke hocken bleibt. Die beiden Schneeflockenmänner fallen in den Garten der ungleichen Schwestern Marie/Mariechen und ab geht das bekannte und doch so rätselhafte Märchen um blutige Spulen, Brunnenstürze, singende Apfelbäume, qualmende Backöfen oder Flocken stobende Kopfkissen. Das kreuzgut rackernde Goldmariechen gegen die arbeitsscheu lümmelnde Pechmarie. Matsch verliebt sich in die eine, Flocke in die andere. Und der W-Mann wird in dieser verspielt gereimten und durchkomponierten Neufassung zum Star.
Die Komposition von John R. Carlson ist vom Mecklenburgischen Staastheater Schwerin zu bekommen.
Uraufführung:
29.11.2010, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Rainer Kirsch:
Frau Holle
siehe auch Christian Martin:
Frau Holle
Annabelle, erfolgsverwöhnte Prinzessin und König Papas ein und alles, ist schwer verknallt in Prinz Paul. Der ist egozentrisch, überheblich und mit wachem Verstand besehen, eine Pest für sein gesamtes Umfeld. Aber gleichzeitig ist er ein so schöner Traum. Annabelle will ihn erobern und wird von Pauls Überheblichkeit verletzt. Von zärtlichen Gefühlen ist keine Rede mehr. Der erste Liebeskummer durch Kränkung ist zerstörerisch. So beschließt die aus dem Himmel fallende Frau Ho(lle) Paul eine Lektion zu erteilen und spricht eine Verwünschung aus, die aus Versehen alle Bewohner des Schlosses (und auch ihren eigenen angebeteten W(eihnachts)-Mann) in Frösche verwandelt. Obendrein bleibt es nun an Paul hängen, diesen Fluch zu lösen. Der Egomane in Lurchgestalt muss sich um Zuneigung bemühen, um den erlösenden Kuss von Annabelle zu bekommen. Die aber findet das Treiben im Froschteich mit einem herumunkenden W(eihnachts)-Mann viel zu lustig, um sich durch schnöde Küsserei den Spaß verderben zu lassen. Der beliebte Märchenklassiker als originelle, durchkomponierte Weihnachtsrevue. (Komposition John R. Carlson)
Uraufführung:
28.11.2010, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Andrea Czesienski/Buhss:
Der Froschkönig
Uraufführung:
24.11.2012, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
In diesem Märchen wird geschmäht und verschmäht.Es sind aber auch drollige Angeber, die da ins Schloss ziehen und um die Hand der Prinzessin buhlen. Im König wächst die Pein. Was macht seine spottlustige Tochter da? Einen verhöhnt sie wegen seines schiefen Kinns gar als Drosselbart. Schon drohen die ersten Prinzen mit Rache und Krieg. Und noch immer ist ihr niemand gut genug. Dem König platzt der Kragen. Den erstbesten Bettler soll sie heiraten, und schon steht einer vor dem Tor. Der Vaterkönig kann seinen Fluch nicht mehr rückgängig machen, denn die abgewiesenen Prinzen werden den weiteren Verlauf der Geschichte schadenfroh überwachen. Die Gitter senken sich, und die Prinzessin steht auf der Straße. An ihrer Seite ein Lumpenmann, dem das armselige Leben manchmal auch sauer wird. Aber König Drosselbart, und niemand anders als er ist der Bettler, will dieses aufregende Spiel um ihre Liebe gewinnen, mit ein paar unlauteren Tricks und großem Geschick. Die Prinzessin jedoch ist schlau und verwandlungsfähiger, als sie selbst je gedacht hätte.
Uraufführung:
01.12.2007, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Heinz Czechowski:
König Drosselbart
siehe auch Horst Hawemann:
König Drosselbart und das Mädchen Prinzessin
Leipzig Connewitz - 1982. Sie waren die freiesten Menschen in ihrer "kleinen geilen Welt". Es wurde geliebt und gerockt bis unausweichlich der Einberufungsbefehl kam. Die Hölle für einen, der so jung ist und achtzehn Monate lang drangsaliert werden soll. Wohin fliehen, welchen Tunnel nach wo graben? Die letzten Tage wird getankt und abgefeiert, Liebe geschworen und schon wieder verloren. Noch einmal muss Vincent in die elterliche Wohnung eintauchen, um seinen Impfausweis zu suchen. Es riecht nach Angst und Polsterreiniger. Kristall aus Böhmen, Bierbüchsen aus dem Westen und Deckchen aus Plauener Spitze. Ungeklärte Vaterfragen hängen im Raum. Vielleicht, denkt sich Vincent, verhilft wenigstens eine simulierte Gehirnerschütterung zu ein paar Tagen Sonderurlaub? Aber dann passiert das Ungeheuerliche. Die scharf von Sicherheitsorganen bewachten Röntgenaufnahmen sollen tatsächlich einen Schatten im Gehirn zeigen, und eine Operation am offenen Kopf droht. Vincent überlebt, aber die Schatten sind ihm geblieben. Und wenn er die verdammt gute Musik aus dieser Zeit hört, reißt alles wieder auf, als wäre es gerade passiert. Ein rockiges Stück Erinnerung mit Geschichten, die so authentisch wie unglaublich sind.
Uraufführung:
10.04.2010, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
Freiheit für Egon Olsen – das Motto war konzentrierte Widerborstigkeit und humorige Revoltelust. Mächtig gewaltig wurde zum Schlagwort und Es kann nichts mehr schiefgehen, außer vielleicht die Sprengung – das war Lebensphilosophie. Das dänische Gaunertrio um Egon Olsen, den dicken ängstlichen Kjeld und den springnaiven Benny, begeisterte in den siebziger Jahren ganze Völkerstämme und feiert mit Peter Dehlers Dramatisierung ein fabelhaftes Comeback. Peter Dehler hat das Kunststück fertiggebracht und der Olsenbande einen theaterpraktikablen Coup geschrieben. Yvonne, bodenständige Quasselstrippe und gerechte Verwalterin der kriminellen Aktionen, hat ihre großen Auftritte, und natürlich sind Dynamitharry und der ewig zerknirschte Kommissar Jensen samt Assistent Holm mit von der Partie.
Uraufführung:
22.08.1997, Cottbus, (nicht über Verlag)
Jedes arme Weib bekommt ein Kind, nur die Herrin ist allein. Ihr Diener Balthasar kann zwar zaubern, aber ein Kind, das schafft er nicht. Da kommt die schwangere Frau gerade recht, die gierig auf das Grünzeug ist, das im Schlossgarten wie Unkraut wächst. Soll sie haben. Rapunzel körbeweise. Aber das Kind gehört dafür der Herrin. Es wächst einsam heran, hat alles, was es nicht braucht und glaubt, die Welt sei wild und schlecht. Nur im Turm herrscht Sicherheit, sagt die eifersüchtige Mutter und inszeniert böse Aktionen rund um Rapunzels Gefängnis. Und die Haare wachsen. Reichen bald vom Balkon bis auf den Waldboden. Ein himmlisch kreuzgefährlicher Weg für den Prinzen, der bei einem Kletterbesuch Rapunzel spielend leicht zu einem dicken Bauch verhilft. Eine einfallsreiche Märchendramatisierung für vier Schauspieler.
Uraufführung:
Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Katharina Schlender:
Rapunzel
Rumpelstilzchen wird in dieser gereimten und fast durchgängig zu singenden Bühnenfassung zum Popstar. Ein hässlicher Gnom, der sich zum Publikumsliebling mausert. Er führt durch die Märchenshow, die mit leeren Staatskassen und einem lauthals prahlenden Müller beginnt. Arglos lag er selbst in einer Scheune unterm Stroh, als er unbemerkt eingesackt und in das Verließ geworfen wurde, in dem die Müllertochter Anne hockt und nicht die Bohne weiß, wie sie Stroh zu Gold spinnen soll. Es kommt zunächst, wie das Märchen es erzählt. Dreimal hilft Rumpelstilzchen dem Mädchen. Er fabriziert haufenweise Gold, das er mühelos wieder in Stroh verwandeln kann. Er nimmt Annes Ring, und er will ihr erstes Kind. Gegen die Einsamkeit, die auch einen wilden Geist wie ihn ab und zu befällt. Aber dann ist er es selbst, der den tollpatschigen Prinzen, der sich gerade mühsam aus der Pubertät schält, auf die Spur zu seinem Namen führt. Und er wird sich nicht in der Luft zerreißen, sondern genießen, was er verbreitet hat. Die Fähigkeit zu lieben.
siehe Heinz Czechowski:
Rumpelstilzchen
Sieben frustrierte kleine Männer haben sich hinter die Berge geflüchtet, um fernab der Zivilisation und vor allem ohne Frauen ein ruhiges, arbeitsames Leben zu führen. Da kreuzt eines Tages ein großes Geschöpf zwischen Kind und Frau auf. Schneewittchen, das gerade einem Auftragsmord seiner eifersüchtigen Stiefmutter entkam. Mißtrauisch gewähren sie Asyl und erinnern sich an eigene Erlebnisse, als sie noch nicht geschrumpft waren. Die Zwerge, die durchaus auch von Puppenspielern geführt werden können, überwinden im Kampf gegen die mordlüsterne Königin ihre Angst, lieben Schneewittchen und gönnen es aber, nach dem überlebten Biß in den vergifteten Apfel, gerne dem Prinzen.
Uraufführung:
29.11.2003, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, Regie: Peter Dehler
siehe auch Manuel Schöbel:
Schneewittchen
siehe auch Franz Fühmann:
Das Spiel vom Kaspar, der Königin Tausendschön und der noch tausendmal schöneren Prinzessin Schneewittch