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Bild: Manfred Karge

Manfred Karge

1938 in Brandenburg an der Havel geboren. Nach dem Schauspielstudium wird er 1961 von Helene Weigel ans Berliner Ensemble geholt, wo er bis 1968 bleibt. Dort beginnt seine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit mit Matthias Langhoff, 1963 erarbeiten sie ihre erste gemeinsame Regie. Als Schauspieler wird Karge mit der Hauptrolle in dem Film "Die Abenteuer des Werner Holt" bekannt.

Ab 1969 geht das Regieduo Karge/Langhoff an die Volksbühne in Berlin. 1975 inszenieren sie die Uraufführung von Heiner Müllers Die Schlacht. Ab 1978 folgen Regiearbeiten in Hamburg, Genf, Köln; Hannover. Peymann holt Karge ans Schauspielhaus Bochum, Inszenierungen in Paris, Zürich, Stuttgart und anderen Städten folgen. 1986 geht Manfred Karge mit Claus Peymann nach Wien ans Burgtheater und inszeniert dort Brecht, Fühmann, Jelinek u.a.

1993 kehrt er ans Berliner Ensemble zurück; Lehrtätigkeit an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Manfred Karge arbeitet als Autor, Regisseur und Schauspieler. Übersetzungen von Puschkin und Byron. Faust-Bearbeitungen. Vor allem mit den beiden Stücken Jacke wie Hoseund Die Eroberung des Südpolsgehört er zu den weltweit meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsautoren.

Im Alexander Verlag Berlin ist 1996 unter dem Titel Die Eroberung des Südpolsein Sammelband mit sieben Stücken Manfred Karges erschienen.

  • Die bärtige Frau
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    Textbuch

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    1 D, 1 H

    Der Überlebenskünstler Achtsam will für seine nahende Todesstunde vorsorgen und sich in die Unsterblichkeit „verlängern“. Er steigt probehalber in den bereitstehenden Sarg und läßt Max allein, seinen bärtigen Gehilfen. Max muß trommeln, dabei denkt er über sein schwieriges Leben nach. Er war einst das Mädchen Ella, dem mit 20 ein so starker Bart wuchs, daß es sich in Männersachen aufmachte und fortan auf Rummelplätzen lebte. Als Achtsam wieder aus dem Sarg steigt, findet er Ella, rasiert und mit neuem Selbstbewußtsein. Sie, die immer schon Überlebenskünstlerin war, zwingt Achtsam jetzt dazu, nun als ihre „kleine Ameise“ zu funktionieren. Ein Clownsspiel, unaufwendig aber anspruchsvoll, auch als farcenhafte Ergänzung von JACKE WIE HOSE denkbar.

    Uraufführung: 30.05.1995, Theatre du Grütli Genf

  • Die Eroberung des Südpols
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    Textbuch

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    2 D, 6 H

    Die Sterne von Herne/Ruhr leuchten kräftig über einer Gruppe junger Arbeitsloser, die sich von ihrem Kumpel Slupianek verführen lassen, auf einem Dachboden die Eroberung des Südpols durch Roald Amundsen nachzuspielen. Sie, die "den Finger am Flipper, die Flasche am Maul" hatten, sie verwandeln sich auf sehr komische Weise zu den Helden in Schnee und Eis. Bis einer feststellt, dass vor dem erfolgreichen Amundsen schon eine britische Expedition fast am Pol war und aufgeben musste. Die Niederlage der Briten wird für den Kumpel Büscher zum Sinnbild der eigenen Existenz. Kein naturalistisches Stück über Arbeitslose - eher "ein Stück über die Kraft menschlicher Phantasie, die Kraft menschlichen Überlebenswillens" (Martin Linzer). Und, mit Karges eigenen Worten: sein "optimistischstes Stück".

    Uraufführung: 16.01.1986, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge

  • Faust 1911
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    Textbuch

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    1 D, 2 H, 6 kleine Rollen

    Da will ein zweiundzwanzigjähriger Dichter 1911 ein modernes Faust-Spiel aufführen lassen, aber das wütende Publikum erzwingt den Abbruch der Vorstellung und treibt die frustrierten Schauspieler aufs Dach des Nachbarhauses. Dort versucht ein enthusiasmierter Kunstfreund eine Annäherung an eine vereinsamte Schauspielerin, die freilich durch das Auftauchen des Dichters empfindlich gestört wird. Der Kunstfreund hat gegen den Dichter keine Chance und bleibt allein zurück. Erst frühmorgens erscheint die Schauspielerin wieder, sie wird die Stadt verlassen, in der nachts im Regierungsviertel Schießereien stattfinden. Nach einem Entwurf von Georg Heym (1887–1912) hat Manfred Karge in einer theatralisch ergiebigen Skizze eine Vorkriegszeit mit ihren kleinen Fluchten und ihren Ahnungen von Weltuntergang beschrieben, ganz nach der Maxime von Heym, daß der ein tieferes Lebensgefühl habe, der das Tragische mit dem Komischen mischen kann.

    Uraufführung: 22.11.1995, Schloßtheater Moers

  • FAUST. Ein Gastmahl
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    Textbuch

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    Besetzung variabel (11 Darsteller)

    Im Rahmen seiner Weimarer Faust-Projekte hat sich Manfred Karge von Christopher Marlowes vielgerühmter, heute jedoch kaum aufführbarer FAUST-Version zu zwei eigenen Faust-Kurzstücken anregen lassen, die sich nur in einigen Motiven direkt auf "The Tragical History of the Life and Death of Doctor Faustus" beziehen. In "Eine Höllenfahrt" absolviert Mephistophilis den ihm erteilten Auftrag und geht mit Faust auf eine satirische Zeitreise. Stationen der Reisenden sind beim Papst in Rom, beim Deutschen Kaiser, beim Herzog von Sachsen und schließlich am Ende der Welt, wo Faust den Teufel übers Ohr hauen kann und sich selbst ins Herz sticht. "Ein Gastmahl" ist als Vexierspiel mit modernen Teufeln angelegt und zeigt einen Faust, der sich für die größtmögliche Freiheit seiner Forschungen auf ominöse Weise verpflichtet hat und in einem nie genau erfaßbaren Umfeld von Observation und Spionage existieren muß. Zu einem diffusen Gastmahl mit den Sieben Todsünden kommt keiner, der ist, was er vorgibt. Der angerufene Gott reagiert nicht. Und Faust verschwindet mit seiner (geretteten?) Hauptschrift hohnlachend im Orkus.

  • FAUST. Eine Höllenfahrt
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    Textbuch

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    Besetzung variabel (5 Darsteller)

    Im Rahmen seiner Weimarer Faust-Projekte hat sich Manfred Karge von Christopher Marlowes vielgerühmter, heute jedoch kaum aufführbarer FAUST-Version zu zwei eigenen Faust-Kurzstücken anregen lassen, die sich nur in einigen Motiven direkt auf "The Tragical History of the Life and Death of Doctor Faustus" beziehen. In "Eine Höllenfahrt" absolviert Mephistophilis den ihm erteilten Auftrag und geht mit Faust auf eine satirische Zeitreise. Stationen der Reisenden sind beim Papst in Rom, beim Deutschen Kaiser, beim Herzog von Sachsen und schließlich am Ende der Welt, wo Faust den Teufel übers Ohr hauen kann und sich selbst ins Herz sticht. "Ein Gastmahl" ist als Vexierspiel mit modernen Teufeln angelegt und zeigt einen Faust, der sich für die größtmögliche Freiheit seiner Forschungen auf ominöse Weise verpflichtet hat und in einem nie genau erfaßbaren Umfeld von Observation und Spionage existieren muß. Zu einem diffusen Gastmahl mit den Sieben Todsünden kommt keiner, der ist, was er vorgibt. Der angerufene Gott reagiert nicht. Und Faust verschwindet mit seiner (geretteten?) Hauptschrift hohnlachend im Orkus.

  • Jacke wie Hose
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    Textbuch

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    1 D

    Geschlechtertausch: Manfred Karge lässt eine Frau aus der Gegenwart heraus erzählen. Wie sie ihren an Krebs früh verstorbenen Mann begraben ließ, wie sie seine Arbeit und Identität übernahm, um den Arbeitsplatz des Mannes nicht zu verlieren, sich im Dritten Reich, im Krieg und in den Wirren danach durchschlug: einmal als Mann, einmal als Frau - diesen mühsamen, gefahrvollen Weg verfolgt das Stück in sechsundzwanzig knappen Szenen.

    Uraufführung: 15.12.1982, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge
    DDR-Erstaufführung: 11.02.1984, Berliner Ensemble, Regie: Peter Konwitschny
    Schweizer Erstaufführung: 09.01.1985, Theater im Quartier, Bern, Regie: Bernd Rumpf

  • Killerfische
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    Textbuch

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    2 H

    Zwei Männer aus dem Norden irgendwo im Süden zum Kuraufenthalt. Sie warten, in Bademänteln, auf die "Anwendung", auf Schlammkur, Bad und Massage. Der eine ist ein Lateinlehrer, schon ein paar Tage da, der andere ein kleiner Geschäftsmann, der nicht ohne Herablassung über Verhaltensweisen im Kuralltag belehrt und mit den unverrückbaren Lebensgrundsätzen des Lehrers konfrontiert wird. Der in vielem unsichere Neuling hat jedoch ein ungewöhnliches Erlebnis: Er glaubt im Masseur den Kellner wiederzuerkennen, den er in der Heimat wegen Körperverletzung anzeigte und der das Land verlassen mußte. Und was zunächst wie ein erzählter Alptraum klingt, wird szenische Realität, die den Nord-Süd-Konflikt traumatisiert. Manfred Karge verblüfft in dem wirkungssicheren Zwei-Männer-Spiel mit einer surrealen Schlußpointe.

    Uraufführung: 05.04.1992, Essen

  • Lieber Niembsch
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    Textbuch

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    1 D, 4 H

    Während der psychisch kranke Schriftsteller Nikolaus Lenau 1848, kurz vor seinem Tod, sein Dasein in einer Nervenheilanstalt in Wien fristet, erheben sich auf den Straßen die bürgerlichen Demokraten und rebellieren mit ungarischer Unterstützung gegen den Kaiser. So lange, bis sie den kaiserlichen Streitkräften unterlegen sind und aufgeben müssen. Der Arzt Goergen, ein alter Freund Lenaus aus seiner Jugend als "wilder Magyar", versucht ihn zu schützen. Er verschweigt Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau die aktuellen Ereignisse, und trotz des Kanonendonners vor der Tür verbirgt er die blutige Wahrheit der brutalen Kämpfe vor seinem Freund. Dennoch spürt Lenau diese bittere Wahrheit intuitiv und auch wenn er ihrer nicht faktisch gewahr wird, so lebt er sie doch in seiner Phantasie aus. Sophie, Lenaus Liebe, will ihn dazu bringen, sich zu ergeben und sich zu Gott zu bekennen. Trotz allen Widerstandes von Lenaus Seite hat er irgendwann keine Kraft mehr und gibt nach.

    Uraufführung: 18.11.1989, Akademietheater Wien

  • MauerStücke
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    Textbuch

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    2 D, 8 H

    Grotesk zugespitzte Geschichten aus dem Berlin der Jahre 1961 (als die Grenze festgemauert wurde) und 1989 (als mit Öffnung der Mauer ein ganzes System zusammenbrach). Ausgangspunkt war der Einakter "Der Mauerhund", das Kurzstück vom funktionslos gewordenen Wachhund, der auch an der bereits durchlöcherten Berliner Mauer seinem Auftrag treu bleiben will und von seinem Herrn mit der Dienstwaffe erschossen wird. Karges letzte Szene "Der Schwanendreher" spielt in einer fiktiven amerikanischen Raumstation, wohin sich eine illustre Gesellschaft internationaler Flüchtlinge angesichts bedrohlicher Nachrichten vom globalen Vormarsch der Deutschen rettet. Der Autor glossiert die atemverschlagende Geschwindigkeit des Prozesses der deutschen Vereinigung und erprobt sehr unterschiedliche, vorzugsweise farcenhafte Stilmittel für die auch gesondert aufführbaren Kurzstücke.

    Uraufführung: 20.09.1990, Akademietheater, Wien
    Deutsche Erstaufführung: 20.11.1990, Schauspielhaus Bochum

  • Petersburg (VF)
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    Textbuch

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    Gogoliade in vier Episoden
    2 D, 6 H, div. Nebenrollen

    Der Maler Piskarjow verliebt sich in eine brünette Schönheit, die in seinen opiumgetränkten Träumen zu einer wahren Göttin wird, in Wahrheit aber eine gewöhnliche Hure ist. Der empfindsame Piskarjow ist so enttäuscht, dass er sich kurzerhand umbringt. Anders sein Freund Pirogow, ein leichtlebiger Leutnant, dessen Liebelei mit einer hübschen Blondine eher zur komischen Farce gerät. Manfred Karge hat Gogols berühmte Petersburger Novellen (Der Newski Prospekt, Das Porträt, Die Nase) und seinen Roman Die toten Seelen in vier skurrilen Episoden spielerisch umgesetzt und mit der originellen, bezaubernden Musik von Michael Gross die hyperbolisch-ironische Stimmung der literarischen Vorlage theaterwirksam gemacht.

    Uraufführung: 23.09.2005, Théatre de Carouge-Geneve, Regie: Manfred Karge (in französischer Sprache)

  • Alexander Puschkin
    Puschkin: 
    Mozart und Salieri
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    Textbuch

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    (Mocart i Saleri)
    Aus dem Russischen von Manfred Karge
  • Hugo Salcedo
    Salcedo: 
    Verlorene Söhne
    Aus dem mexikanischen Spanisch von Manfred Karge

    Madrid zum Zeitpunkt der Columbus-Centario-Feiern: Unten in den U-Bahn-Schächten vegetieren Obdachlose, Diebe und Mörder, eben eröffnet die Königin eine Jubiläumsausstellung und brutale Privatpolizisten sorgen für Ruhe und Ordnung. Unten trägt eine Gruppe von Obdachlosen lange zurückliegende Rivalitäten aus, denn einst hat einer von ihnen sie an die Polizei verraten und damit ein barbarisches Gemetzel ausgelöst.War es wirklich die nach Folterung zum Krüppel entstellte Lulu? Oder nicht doch der einbeinige Cojo? Möglicherweise sind aber die agierenden Obdachlosen auch nur noch Schatten ihrer selbst, weil längst schon ermordet?

    Ursendung: DLRB 1995, 80'34 min, Regie: Ulrike Brinkmann

  • Killerfische

    Ursendung: DS Kultur 1992, 46'58 min, Regie: Karlheinz Liefers

  • Man to Man
    Drehbuch: Manfred Karge
    Regie: John Maybury
    Produzent: James Mackay

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