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Bild: Heiner Müller

Heiner Müller

Geboren am 9.1.1929 im sächsischen Eppendorf; Oberschule; Reichsarbeitsdienst; nach 1945 Abitur; Angestellter beim Landratsamt in Waren / Mecklenburg; Arbeit in einer Bücherei; journalistische Tätigkeit; 1954-55 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Schriftstellerverbandes; danach Redakteur der Monatszeitschrift "Junge Kunst"; seit 1957 Schriftsteller und Dramaturg; 1958-59 Mitarbeiter des Maxim Gorki Theaters Berlin; 1959 Heinrich-Mann-Preis (zusammen mit Inge Müller); 1961 nach der Uraufführung seines Werkes "Die Umsiedlerin" Verbot des Stücks und Ausschluss des Autors aus dem Schriftstellerverband; ab 1970 Dramaturg am Berliner Ensemble; 1976 Wechsel vom Berliner Ensemble zur Volksbühne in Berlin; 1979 Mülheimer Dramatikerpreis für "Germania Tod in Berlin" (Inszenierung der Münchner Kammerspiele); seit 1983 Mitglied der Akademie der Künste der DDR; 1985 Büchner-Preis; 1990 Kleist-Preis; 1991 Europäischer Theaterpreis; 1990-1993 letzter Präsident der Akademie der Künste / Ost; ab 1992 Leitungsmitglied des Berliner Ensembles; seit 1995 alleiniger künstlerischer Leiter; gestorben am 30.12.1995 in Berlin.

Nähere Informationen zu Leben und Werk des Autors und zu internationalen Produktionen seiner Stücke finden Sie auf unserer Müller-Homepage: www.heinermueller.de

  • AJAX ZUM BEISPIEL
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    Textbuch

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    Ajax ist einer der größten griechischen Helden, der im Trojanischen Krieg nur noch von Achilles übertroffen war. Nachdem Achilles fällt, trägt Ajax neben Odysseus wesentlich zur Bergung des Leichnams bei. Dem Brauch nach treten Odysseus und Ajax in einem rhetorischen Duell gegeneinander an, um zu entscheiden, wem Achills Rüstung zukommen soll. Odysseus gewinnt den Redewettstreit und Ajax fühlt sich durch die Niederlage zutiefst gedemütigt. Des Nachts erwacht Ajax in einem Anfall von Raserei, macht sich auf den Weg zu Odysseus' Lager und tötet seine Schafherde, der festen Überzeugung dass die Schafe Griechen wären. Den Bock, den er für Odysseus hält, peitscht er zu Tode. Nachdem Ajax sich von dem Anfall erholt und wieder bei Sinnen ist, stürzt er sich aus Scham über die unwürdige Tat in sein eigenes Schwert.

    "Ich Ajax Opfer zweifachen Betrugs ... ": Das Poem ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung Heiner Müllers mit deutscher Geschichte, aber auch mit sich selbst als Künstler. In einer gesellschaftlichen Realität, in welcher literarisches Wirken aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) möglich ist, empfindet der Autor sich und seine Kunst als gescheitert, jedwedes Vorhaben, eine Tragödie zu schreiben, als nichtig. Im Zeitalter der Information, der Werbung und der Medien ist die Erzählung geschändet und verkauft, es bleibt nichts. Mit seinem Poem "Ajax zum Beispiel" nimmt Heiner Müller sein letztes Drama "Germania 3 Gespenster am toten Mann" vorweg und formuliert die Schwierigkeiten des schriftstellerischen Prozesses.

  • ANATOMIE TITUS FALL OF ROME EIN SHAKESPEAREKOMMENTAR
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Die Materialgrundlage des umfangreichen Stücks findet sich in Shakespeares früher Tragödie TITUS ANDRONICUS, die einen mit archaischer Grausamkeit geführten Kampf um die Macht im alten Rom beschreibt. Heiner Müller geht, anders als noch in seiner "Macbeth" - Adaption, sehr frei mit diesem Material um. Er zieht ganze Szenenkomplexe zu Versberichten zusammen, baut Dialogpassagen um, verändert Figurenprofile und löst sich am stärksten dort von seiner Vorlage, wo er Kommentare zu den Stückvorgängen einschaltet. So entsteht ein Theaterstück, dessen Form durch den permanenten Wechsel der Textgestaltungsperspektiven eine fragmentarische geworden ist, dessen Handlungsablauf aber durchaus ein geschlossener und der Shakespeareschen Vorlage verpflichteter bleibt.

    Uraufführung: 14.02.1985, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge / Matthias Langhoff, Mitarbeit: Klaus Kusenberg
    DDR-Erstaufführung: 03.07.1987, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Wolfgang Engel

  • Der Auftrag
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    Textbuch

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    Erinnerung an eine Revolution
    Besetzung variabel

    Ausgehend von Motiven aus Anna Seghers Erzählung "Das Licht auf dem Galgen" schrieb Müller 1979 das Stück "Der Auftrag" - über den mißglückenden Versuch dreier Emissäre der französischen Revolutionsregierung, im Jahr 1799 auf der britischen Kolonie-Insel Jamaika einen Sklavenaufstand zu organisieren. Nach einem Jahr vergeblicher Agitations-Versuche erfahren Debuisson, intellektueller Sohn von Sklavenhaltern, Galloudec, ein Bauer aus der Normandie und der schwarze Revolutionär Sasportas von der Machtübernahme des Feldherrn Napoleon im fernen Frankreich. Die Veränderung der politischen Machtverhältnisse in der Heimat führt zwischen den dreien zu Konflikten über die Gültigkeit des revolutionären Auftrags. Das Stück beginnt mit dem Ende der Geschichte: Antoine, einer der ursprünglichen Auftraggeber, der sich vor den Spitzeln der neuen Macht in Paris versteckt, erfährt von einem weitgereisten Matrosen, daß lediglich Debuisson, der "Verräter" der Sache, auf Jamaika überlebt hat. Eine Achse des Stückes bildet der surreale, parabelhafte Monolog eines modernen Angestellten, dessen ängstliche Fahrstuhlfahrt in die Chefetage unversehens (und auftragslos) in der Hochland-Ebene Perus endet.

    Müllers Stück über Verrat, das Scheitern revolutionärer Konzepte und eine in Verteilungskämpfen zusammenrückende Welt ist in 15 Sprachen übersetzt und eines seiner international meistgespielten Werke.

    Uraufführung: 13.11.1980, Volksbühne Berlin, Regie: Ginka Tscholakowa, Heiner Müller
    BRD-Erstaufführung: 16.05.1981, Schauspiel Frankfurt, Regie: Wilfried Minks
    Österreichische Erstauff: 29.05.1982, Volkstheater Wien

  • Der Bau
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    Textbuch

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    Nach Motiven aus Erik Neutschs Roman "Spur der Steine"
    2 D, 21 H

    "In diesem Stück schildert Müller Vorgänge auf einer Großbaustelle. Aber die konkreten Vorgänge weisen in ihrer Summe zugleich über sich hinaus; sie werden zum Gleichnis für den historischen Inhalt seiner Epoche. Am Beispiel des Aufbaus eines einzelnen industriellen Objekts, seiner Schwierigkeiten und Erfolge wird durch poetische Überhöhung der Aufbau des Kommunismus begriffen."

    (Rolf Rohmer, 1966, Theater der Zeit)

    "Heiner Müllers BAU, poetische Parabel vom Auf- und Umbruch, der Ablösung alter, der Entwicklung neuer Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und Produktion im Zeitenstrom zwischen 'Eiszeit und Kommune', ist ein großer dichterischer Wurf."

    (Martin Linzer, 1980, Theater der Zeit)

    Uraufführung: 03.09.1980, Volksbühne Berlin, Regie: Fritz Marquardt

  • Bildbeschreibung
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Ein Haus, ein Tisch, einige Bäume und Stühle, eine Landschaft mit spärlicher Vegetation. Die Begegnung von Mann, Frau, Vogel unter einem Horizont von Eros und Tod. Ein kurzer Theatertext mit monologischer Struktur, der Möglichkeiten von Zukunft aus den Aporien der Gegenwart formuliert, der einen leicht zu überschauenden Vorgang beschreibt und durch Zitate einen tiefen Raum von Bedeutungen schafft, ein Text, der Utopien mit der Lexik der Zerstörung formuliert, der Begriffe semantisch entleert und sich gegenseitig ausschließende Metaphern übereinanderschichtet, ein Text der Vermutungen und der Ängste und immer wieder ein Text der Hoffnung.

    Uraufführung: 06.10.1985, Vereinigte Bühnen Graz, Regie: Ginka Tscholakowa
    BRD-Erstaufführung: 15.10.1985, Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, Regie: Hans Peter Cloos
    Schweizer Erstaufführung: 17.10.1987, Stadttheater Bern, Regie: Norbert Klassen

  • GERMANIA 3 GESPENSTER AM TOTEN MANN
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    GERMANIA 3, in der Fassung vom Herbst 1995, ist Fragment geblieben und steht in der Reihe der von Heiner Müller lebenslang betriebenen (und immer fragmentarischen) Besichtigung deutscher, russischer und deutsch-russischer Geschichtsabläufe dieses „Jahrhunderts zwischen 1914 und 1989“ (Alexej Bitow). Müllers drittes Germania-Stück ist Fortsetzung und Ergänzung von Germania Tod in Berlin, Zement, Die Schlacht, Traktor oder der fünfteiligen Wolokolamsker Chaussee – und ein weiterer Versuch, gegen Verdrängungen, gegen das Vergessen, gegen den „Zeitgeist“ anzugehen. 1994, in einem Gespräch mit Alexander Kluge, war vom Stückprojekt die Rede. Zur Rechtfertigung solcher „gigantomaner Pläne“ hatte Müller hinzugefügt: „Im Moment ist ja das Schlimme, daß es nur noch Zeit oder Geschwindigkeit oder Verlauf von Zeit gibt, aber keinen Raum mehr. Man muß jetzt Räume schaffen und besetzen gegen diese Beschleunigung.“

    Uraufführung: 24.05.1996, Schauspielhaus Bochum, Regie: Leander Haußmann
    Österreichische Erstauff: 21.09.1996, Burgtheater, Wien , Regie: Frank-Patrick Steckel

  • Germania Tod in Berlin
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Uraufführung: 20.04.1978, Münchner Kammerspiele, Regie: Ernst Wendt
    DDR-Erstaufführung: 20.01.1989, Berliner Ensemble, Regie: Fritz Marquardt

  • Die Hamletmaschine
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    Textbuch

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    Der Text - 1977 entstanden - ist Müllers sehr persönlicher Versuch über die eigene Stellung innerhalb geschichtlicher Abläufe nachzudenken. Shakespeares Figuren Hamlet und Ophelia benutzend, wird Erfahrenes und Erlebtes, Tatsächliches und Mögliches in unserer Welt ebenso assoziiert wie die unausweichliche Logik von Töten und Getötet werden, von täglicher Gewalt, Unterdrückung, Ausgeliefertsein und Unterwerfung. In der DDR konnte der Text erst ab 1989 gespielt werden, als Müller ihn einfunktionierte in seine Hamlet-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin.

    Uraufführung: 30.01.1977, Théâtre Gérard Philipe, Saint-Denis (Frankreich), Regie: Jean Jourdheuil
    BRD-Erstaufführung: 28.04.1979, Theater der Stadt Essen, Regie: Carsten Bodinus
    DDR-Erstaufführung: 24.04.1990, Deutsches Theater Berlin, Regie: Heiner Müller

  • Herakles 5
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    Textbuch

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    5 H

    "HERAKLES 5 enthält im Titel den Hinweis auf die fünfte Arbeit des Herakles, die Säuberung des Stalles des Augias. Herakles verliert ebenso wie (Heiner Müllers) Philoktet alles Heroische. War es aber bei dem griechischen König die Folge einer während des Kriegszuges erhaltenen Verletzung, die ihn für den Kampf unbrauchbar machte und durch die er seiner Heldenhaftigkeit verlustig ging, so ist es bei Herakles der Ersatz des Heroischen durch das Menschlich-Sinnliche. Das wird bereits am Beginn des Werkes in der Beschreibung des Herakles deutlich: "Schlafender Herakles, zwischen Rinderskeletten, eines in der Hand, schnarcht." Müller geht es nicht um die Fiktion der Taten des Herkules, sondern um die Tatsache, dass diese Taten Arbeit waren. Das mythische Geschehen um Herkules wird auf Arbeit zurückgeführt und erscheint dadurch als historischer Vorgang, wird historisch beschreibbar. Die Arbeit wird als Existenzgrundlage für den Menschen herausgearbeitet. Herakles ist eine jener Gestalten, denen wegen ihrer Bereitschaft zur Arbeit die Sympathie Heiner Müllers gehört."

    (Rüdiger Bernhardt, Weimarer Beiträge)

    Uraufführung: 09.06.1974, Schiller-Theater, Westberlin, in Verbindung mit dem Zwischenspiel "Prometheus", "Hydra" aus ZEMENT, Regie: Ernst Wendt
    DDR-Erstaufführung: 25.09.1974, Volksbühne Berlin, Regie: Thomas Vallentin

  • Herzstück
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Uraufführung: 07.11.1981, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge / Matthias Langhoff

  • Der Horatier
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    "Der Revolutionär, der zum Feind der Revolution wird; der Kriegs-Held, der Volks-Held, der zum Fein des Volkes wird: In HORATIER wird eine 'Maßnahme' durchgespielt - die gleichzeitige Ehrung und Bestrafung des Mannes, der in einer Person Held und Mörder ist. Der Horatier, dessen Schwert den Feind besiegt hat, aber auch: einen Menschen ohne Notwendigkeit getötet - er wird gefeiert und verurteilt, sein Haupt wird bekränzt du abgeschlagen. Verdienst und Schuld wohnen in einem Manne beieinander. Die Wahrheit, die Realität - sie sind unrein. Und die Wahrheit gebietet, beides zu gleicher Zeit zu sehen und zu nennen: Verdienst und Schuld; nicht eines zu verschweigen, oder zu verschiedener Zeit das eine und das andere zu nennen. Der Horatier, Einzelkämpfer zunächst für die Gesellschaft, ist zu ihrem Feind geworden, als er ohne ihr Einverständnis weiterkämpfte. Sie nennt das: zu seinem eigenen Feind."

    (Ernst Wendt, 1973, Programmheft zur Uraufführung)

    Uraufführung: 04.03.1973, Schiller-Theater, Westberlin, Regie: Hans Lietzau
    BRD-Erstaufführung: 07.04.1974, Deutsches Theater Göttingen, Regie: Erich Röder
    DDR-Erstaufführung: 29.01.1988, Deutsches Theater Berlin (zusammen mit DER LOHNDRÜCKER und WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE IV), Regie: Heiner Müller
    Österreichische Erstauff: 12.09.1996, Theater Pandora, Innsbruck, Regie: Andreas Pronegg

  • Klettwitzer Bericht 1958
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    Textbuch

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    Besetzung variabel
  • Die Korrektur
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    Textbuch

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    Stück
    1 D, 14 H

    Uraufführung: 02.09.1958, Maxim-Gorki-Theater, Berlin, Regie: Hans Dieter Mäde

  • LEBEN GUNDLINGS FRIEDRICH VON PREUSSEN LESSINGS SCHLAF TRAUM SCHREI
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    Textbuch

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    Ein Greuelmärchen
    5 D, 20 H, Statisten, Kinder

    Heiner Müllers Theatertext bezieht seinen Stoff zwar aus der deutschen Geschichte, löst Figuren und Vorgänge jedoch von historisch-konkreten Zusammenhängen und ordnet sie übergreifenden Fragestellungen zu. In der gewohnten theaterwirksamen und spracheffektiven Weise zielt Müllers brisante Collage auf Arbeitsverhältnisse und Machtstrukturen, speziell bei Intellektuellen.

    "Mit LEBEN GUNDLINGS ... versucht Müller eine Collage, deren einzelne Ebenen weitaus schwieriger auf einen Punkt Sinnzusammenhang zu bringen sind ... Schon der Titel deutet das an. Einzelnes wird als einzelnes behandelt, steht jäh nebeneinander, drängt Wahrnehmung und Assoziieren in mehrere Richtungen. (... ) Das Greuelmärchen zeichnet menschliche Verengungen und Deformationen, gewalttätige Macht und kaum einlösbaren Widerstand gegen menschliche Deformationen vorwiegend im militärisch-junkerlichen Preußen. Alles ist in bedrängende Überhöhung, in bedrohliche Groteske getrieben. (... )Die Groteske macht Brüche, Sprünge, Widersprüche der verhandelten Gegenstände besonders hell und zugleich schmerzhaft. (... ) Die anstrengende, mitunter verwirrende Fülle, die Überschwemmung mit explosiv gewachsenen Ereignissen und Eindrücken, die dem wachen, aufmerksam die Welt betrachtenden und mitdenkenden Schriftsteller sich aufdrängen und die er als Dialektiker, als Materialist möglichst genau in ihrer Struktur und mit seiner subjektiven Reaktion auf sie weitergeben will, erscheint so in der Collage als Form festgemacht. Der Betrachter muss im Kommunikationsprozess wohl Ähnliches wahrnehmen und Assoziieren erfahren, realisieren. (... )"

    (Joachim Fiebach, 1981, Nachwort zu LEBEN GUNDLINGS ... )

    Uraufführung: 26.01.1979, Städtische Bühnen Frankfurt/M., Regie: Horst Laube
    Österreichische Erstauff: 17.01.1985, Schauspielhaus Wien, Regie: Nicolas Ryhiner
    Schweizer Erstaufführung: 14.02.1985, Basler Theater, Regie: Volker Hesse

  • Der Lohndrücker
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    Textbuch

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    Stück
    3 D, 21 H, Statisten

    "Gezeigt wird die Entwicklung des Widerspruchs zwischen den neuen historischen Aufgaben, die eine bewusste Mitarbeit bei einer Erhöhung der Arbeitsproduktivität fordern, und dem vom Faschismus geprägten Bewusstseinsstand breiter Schichten des Volkes. Müller sprengt den engen Rahmen didaktischer Gestaltungsweisen und dringt zu einem neuen Stücktypus vor, der insofern neue Züge gegenüber den Modellen der Brechtstücke aufweist, als er die Darstellung der Wirkungsweise nichtantagonistischer Widersprüche beim Aufbau des Sozialismus ins Zentrum rückt."

    (Werner Mittenzwei u.a., 1972, "Theater in der Zeitenwende")

    Uraufführung: 23.03.1958, Städtische Theater Leipzig, Regie: Günter Schwarzlose

  • Macbeth
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    Textbuch

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    Nach Shakespeare
    6 D, 14 H, kleine Rollen

    Heiner Müllers Macbeth-Version hat unmittelbar nach ihrer Uraufführung in Brandenburg zahlreiche Diskussionen ausgelöst. Die frappierende Lesart Müllers schließt die Frage nach der Existenzgrundlage und Berechtigung feudaler Machtkämpfe ein. In sprachlich prägnanten Bildern und zugespitzten dramatischen Situationen wird eine historisch belegbare und für den Zeitgenossen assoziierbare Fassung vorgelegt, deren Aggressivität und theatralischer Reichtum Theater und Zuschauer gleichermaßen herausfordern.

    Uraufführung: 11.03.1972, Brandenburger Theater, Regie: Bernd Bartoszewski
    Schweizer Erstaufführung: 22.04.1972, Stadttheater Basel, Regie: Hans Hollmann
    BRD-Erstaufführung: 26.11.1972, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Regie: Bert Ledwoch

  • Mauser
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Uraufführung: Austin Theatre Group, Austin, Texas, Dezember 1975, Regie: Betty Nance Weber
    BRD-Erstaufführung: 20.04.1980, Schauspielhaus Köln, Regie: Christof Nel
    Schweizer Erstaufführung: 01.11.1985, Basler Theater, Regie: Frank Hoffmann

  • Mommsens Block
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    Textbuch

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    Warum hat der große Historiker Theodor Mommsen den vierten Band seiner "Römischen Geschichte" nicht mehr geschrieben? Weil wichtige Unterlagen bei einem Berliner Brand vernichtet wurden oder weil ihm die Geschichte zur Last wurde? Weil er sie nicht mochte, die Cäsaren der Spätzeit, die jämmerlich und trotzdem immer wieder siegreich große Ideen zerstörten?

    Uraufführung: 30.09.1993, Berliner Ensemble (in DUELL TRAKTOR FATZER), Regie: Heiner Müller

  • Ödipus, Tyrann
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    Textbuch

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    2 D, 6 H, Chor

    Uraufführung: 31.01.1967, Deutsches Theater Berlin, Regie: Benno Besson

  • Philoktet
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    Textbuch

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    3 H

    Odysseus will den Feldherrn Philoktet und seinen unfehlbaren Bogen für den andauernden Krieg gegen Troja zurückgewinnen. Vor zehn Jahren hatte Odysseus denselben Philoktet auf der menschenleeren Insel Lemnos ausgesetzt, weil dessen stinkende Wunden die eigenen Truppen zu demoralisieren drohten. Philoktet hat all die einsamen Jahre überlebt. Jetzt betritt Odysseus mit dem jungen Neoptolemos, Sohn des gefallenen Achill, den unwirtlichen Inselstrand, um den alten Krieger, den man nur aus taktischen Erwägungen wieder brauchen kann, auf das wartende Schiff zu locken. Der zweifelnde Neoptolemos, angeleitet vom kühlen Taktiker Odysseus, entscheidet sich im Widerstreit zwischen Pflicht und Wahrheit für die Lüge, gewinnt das Vertrauen des vereinsamten Philoktet und entwaffnet ihn. Philoktet begreift die Täuschung und weigert sich, den beiden zu folgen. Als er Odysseus bedroht, ersticht ihn Neoptolemos. Aber auch Philoktets Leiche wird dem machtpolitischen Kalkül des Odysseus noch nützlich sein: Der Mord soll den Trojanern angelastet werden.

    Uraufführung: 13.07.1968, Bayerisches Staatsschauspiel, München, Regie: Hans Lietzau
    DDR-Erstaufführung: 17.12.1977, Deutsches Theater Berlin, Regie: Gemeinschaftsarbeit der Schauspieler

  • Quartett
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    Textbuch

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    Nach Laclos
    1 D, 1 H

    Müllers Bearbeitung des Briefromans „Les liaisons dangereuses“ (1782) von Choderlos de Laclos gehört zu den meistgespielten Stücken des Autors. Es konzentriert den Stoff der Romanvorlage auf den Machtkampf zwischen der Marquise de Merteuil und ihrem ehemaligen Geliebten Valmont. Sie trägt ihm auf, er solle ihre Nichte verführen, ihn aber interessiert die Entehrung einer anderen mehr. Eine giftige Auseinandersetzung nimmt ihren Lauf. Im weiteren Verlauf des Stückes wechseln die Geschlechterrollen: So wird Merteuil zum geübten Verführer, Valmont zur jungfräulichen Nichte, die es zu „vernichten" gilt. Ritualhaft vollzieht sich zwischen diesen beiden gegen ihren Untergang ankämpfenden Hofintriganten ein zerstörerischer, zeitloser Kampf der Geschlechter, der keine Gewinner kennt.

    Uraufführung: 07.04.1982, Schauspielhaus Bochum, Regie: B. K. Tragelehn
    Österreichische Erstauff: 10.02.1983, Schauspielhaus Wien, Regie: Hans Gratzer
    Schweizer Erstaufführung: 25.03.1983, Stadttheater Bern, Regie: Urs Bircher / Martin Kreutzberg

  • Die Schlacht
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    Textbuch

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    Szenen aus Deutschland
    2 D, 5 H

    "Radikal heißt: an die Wurzel gehend. Und so, radikal in des Wortes ursprünglicher Bedeutung, snd die (fünf) 'Szenen aus Deutschland' von Heiner Müller beschaffen, die unter dem Titel 'Die Schlacht' zusammengefasst sind. (... ) Extremsituationen sind es, die Müller in knappen Texten herstellt und darstellt. Da zeigt er schonungslos und unbeschönigt, was der Faschismus aus den Deutschen machen konnte. Er bohrt in den Gewissen, er dreht das Messer in der Wunde herum. Er stellt lapidar hin, was war. Es darf nicht vergessen werden. Unvorstellbares muss vorstellbar gemacht werden auch für die, die es nicht erlebten. Mit dem Gesamttitel 'Die Schlacht' ist eine Schlacht um die Herzen und Hirne gemeint. (... ) In diesen Szenen waltet ein tiefer Ernst. Er ist realisiert im Versuch einer Symbiose von Brecht und Katharsis. Diese Szenen wenden sich an den Verstand, aber sie wollen auch die Erschütterung der Tragödie. Sie beschwören Erschrecken, doch das zielt auf Wissen."

    (Helmut Ullrich, 1975, Neue Zeit)

    Uraufführung: 30.10.1975, Volksbühne Berlin, Regie: Manfred Karge / Matthias Langhoff
    BRD-Erstaufführung: 14.11.1975, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Regie: Ernst Wendt
    Schweizer Erstaufführung: 02.11.1976, Basler Theater (zusammen mit TRAKTOR), Regie: Harun Farocki / Hanns Zischler
    Österreichische Erstauff: 24.04.1979, Die Komödianten, Wien, Regie: Josef Szeiler

  • TODESANZEIGE
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  • Traktor
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    Textbuch

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    1 D, 8 H

    In diesem kurzen Text wird keine lineare Geschichte erzählt. Knapp gestaltete Entscheidungssituationen deuten eine solche lediglich an: Ein Traktorist pflügt freiwillig ein vermintes Feld, fährt auf die Mine, verliert ein Bein und verflucht die Tat, die ihn zum Helden und zum Krüppel machte. Montiert ist dieses Handlungsfragment mit Zitaten, Berichten, Reflexionen zu einem anspruchsvollen, vielschichtigen Text, offen für Assoziationen und szenische Ausdeutung.

    BRD-Erstaufführung: Ulmer Theater, September 1975, Regie: Walter Pfaff
    Uraufführung: 27.04.1975, Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz , Regie: Thomas Vallentin
    Schweizer Erstaufführung: 02.11.1976, Basler Theater (zusammen mit DIE SCHLACHT), Regie: Harun Farocki / Hanns Zischler

  • TRAUMTEXT
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  • Die Umsiedlerin
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    oder Das Leben auf dem Lande (Die Bauern)
    6 D, 20 H, kleine Rollen

    "DIE BAUERN, das ist in metaphorischer Verknappung aufgeschriebene Historie von gesellschaftlicher Revolution und individueller Umwandlung am Beispiel des Dorfes und seiner spezifischen Problematik, abgehandelt an den bestimmenden Geschehnissen von 1945 bis 1960, von der Bodenreform bis zur Bildung vollgenossenschaftlicher Dörfer. (... ) Jede Gestalt erfährt historische Größe durch den schmerzhaften Prozess des Noch-einmal-geboren-Werdens (... ). Individuelles und Gesellschaftliches werden in knappem lakonischen Ausdruck von Sprache komprimiert, werden in ihrer dialektischen Bedingtheit noch einmal poetisch gefasst und über die Sprache 'neu hergestellt': hart, krude, aggressiv, pointiert und von lapidarem Witz (... ). Müller vereinfacht mit poetischer Kraft; er simplifiziert nicht."

    (Rainer Kerndl, 1976, Neues Deutschland)

    Uraufführung: 30.09.1961, Studentenbühne der Hochschule für Ökonomie, Berlin-Karlshorst , Regie: B. K. Tragelehn
    Uraufführung: 01.01.1976, Volksbühne Berlin, Regie: Fritz Marquardt

  • VERKOMMENES UFER MEDEAMATERIAL LANDSCHAFT MIT ARGONAUTEN
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Ohne Chronologie eines Handlungsablaufes die Geschichte eines dreiteiligen Ichs in drei Zeitabläufen: Gegenwart (VERKOMMENES UFER), Vergangenheit (MEDEAMATERIAL) und Zukunft als Gegenwart und Vergangenheit (LANDSCHAFT MIT ARGONAUTEN). Die Montage eines dreifachen Ichs, das gelitten hat, aber auch diejenigen Katastrophen im Voraus erleidet, an denen die Menschheit bereits arbeitet. Kein Endzeitstück, aber die Warnung vor einer Endzeit. Ein Selbstverhör des Autors, in dichter traumatischer Bildsprache geschrieben.

    Uraufführung: 01.04.1983, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge / Matthias Langhoff
    Österreichische Erstauff: 08.09.1983, Schauspielhaus Wien, Regie: Hans Gratzer
    Schweizer Erstaufführung: 29.10.1986, Nouveau Théatre de Poche, Genf
    DDR-Erstaufführung: 29.10.1987, Berliner Ensemble, Regie: Peter Konwitschny

  • Weiberkomödie
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    Textbuch

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    Nach dem Hörspiel "Die Weiberbrigade" von Inge Müller
    6 D, 8 H, Statisten

    "Bühnenwirksame Ausgangssituation des Stücks ist eine nackt in einem Baggerteich badende Aktivistin einer Baustelle, die damit, wenn auch unfreiwillig, einiges Aufsehen und einen großen Auflauf von Zuschauern provoziert. Einige Schlosser schlagen sich die Köpfe blutig, und damit wird die Montage eines Kranes in Frage gestellt, was wiederum den Plan gefährdet. Wenn der Kran am Schluss des Stücks dann trotzdem umgesetzt und der Plan sogar vorfristig erfüllt werden konnte, so ist dies das Verdienst der "Weiberbrigade", deren attraktive Brigadierin mit ihrer Badeneigung die Ursache aller Komplikationen war." (Volksstimme, Magdeburg 24.12.1970)

    "Die Komödie besitzt wie die Tragödie die Tradition der Konfliktlösung mit Gewinnern und Verlierern, auch die sozialistische Literatur hat solchen Ausgang oft benutzt. Die von Heiner Müller gewählte Wertung der komischen Kollision verträgt diese Scheidung nicht. Um nun die endliche Gemeinsamkeit zu ermöglichen, benutzt er ein Mittel des Theaters, die Verkleidung, die sich bei der faktischen Gleichheit des Arbeitskostüms auf die Ausstaffierung der Männer mit Perücken reduzieren darf." (Theater der Zeit, 3/1971)

    Uraufführung: 18.12.1970, Bühnen der Stadt Magdeburg, Regie: Konrad Zschiedrich
    BRD-Erstaufführung: 04.11.1976, Stadttheater Würzburg, Regie: Michael Schindlbeck

  • WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE (I - V)
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    In fünf "Lehrstücken" analysiert Heiner Müller verschiedene historische Situationen, in denen die Existenz des Sozialismus bedroht ist. Die ersten beiden Szenen schildern tragische Ereignisse während des Kampfes der Roten Armee gegen den faschistischen Aggressor. Die dritte Szene analysiert eine politische Konstellation am 17. Juni 1953 in der DDR. In Szene IV wird das Tragödienthema "Bürokratie" in satirischer Form durchgeführt. Und in Szene V schließlich wird vor den fatalen Konsequenzen des Verlusts der Fähigkeit zum politischen Dialog zwischen den Generationen gewarnt. Die einzelnen Texte bieten große Freiräume für unterschiedliche szenische Realisationen. Ihre chronologische Abfolge und inhaltliche Verklammerung geben der WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE I-V insgesamt die Geschlossenheit und innere Dynamik des großen dramatischen Werks.

    Uraufführung: 09.05.1985, Deutsches Theater Berlin (als Vorspiel zur WINTERSCHLACHT), WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE I, Regie: Alexander Lang
    BRD-Erstaufführung: 10.05.1985, Schauspielhaus Bochum, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE I, Regie: Alfred Kirchner
    Uraufführung: 04.05.1986, Hans-Otto-Theater Potsdam (zusammen mit WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE I), WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE II, Regie: Bernd Weißig
    Uraufführung: 06.03.1987, Hans-Otto-Theater Potsdam, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE III, Regie: Bernd Weißig
    Uraufführung: 23.02.1988, Théâtre de Bobigny, Paris, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE V, Regie: Jean Jourdheuil
    Uraufführung: 10.12.1988, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE IV, Regie: Christoph Schroth
    DDR-Erstaufführung: 04.02.1989, Hans-Otto-Theater Potsdam, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE V, Regie: Bernd Weißig / Christian Steyer
    BRD-Erstaufführung: 20.04.1989, Münchner Kammerspiele, WOLOKOLAMSKER CHAUSSEE I-V, Regie: Hans-Joachim Ruckhäberle

  • Zehn Tage, die die Welt erschütterten
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    Szenen aus der Oktoberrevolution
    Nach Aufzeichnungen John Reeds
    Besetzung variabel

    Uraufführung: 22.11.1957, Volksbühne Berlin, Regie: Hans Erich Korbschmitt

  • Zement
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    Nach Gladkow
    3 D, 16 H, kleine Rollen

    ZEMENT erzählt eine Geschichte von Männern und Frauen, Arbeitern und Intellektuellen, Kommunisten und Feinden der Revolution und ihren Beziehungen zueinander in den Jahren des schweren Anfangs in der Sowjetunion. Der Schlosser Gleb Tschumalow, als Regimentskommissar aus dem Krieg heimkehrend, findet seine Stadt in ein Dorf verwandelt, das Zementwerk in einen Ziegenstall, seine Frau in einen Menschen. Der kommunistische Arbeiter ist als Mann noch ein Besitzer, die Frau besteht auf ihrer Gleichberechtigung.

    Tschumalow gelingt es, den Ingenieur Kleist, seinen Todfeind, für den Wiederaufbau des Zementwerks zu gewinnen; seine Frau verliert er an die Revolution, die vor Heim und Herd nicht haltmacht.

    Nach Bürgerkrieg, Intervention und Blockade ist der Hunger sowjetischer Alltag. Nicht alle, die den Weg der Revolution gehen, begreifen jeden Schritt. Mit dem Bau des Zementwerks beginnt der konkrete Sozialismus.

    Uraufführung: 12.10.1973, Berliner Ensemble, Regie: Ruth Berghaus
    BRD-Erstaufführung: 03.09.1975, Städtische Bühnen Frankfurt am Main, Regie: Peter Palitzsch

  • Molière
    Molière: 
    Der Arzt wider Willen
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    (Le médecin malgré lui)
    Komödie in 3 Akten
    Aus dem Französischen von Benno Besson, Heiner Müller
    3 D, 8 H

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 30.12.1970, Volksbühne Berlin, Regie: Benno Besson
    BRD-Erstaufführung: 15.06.1989, Landestheater Detmold

  • Molière
    Molière: 
    Don Juan
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    oder Der steinerne Gast
    (Don Juan ou Le festin de pierre)
    Komödie
    Aus dem Französischen von Benno Besson, Heiner Müller
    3 D, 14 H

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 22.04.1968, Deutsches Theater Berlin, Regie: Benno Besson
    BRD-Erstaufführung: 15.01.1972, Städtische Bühnen Nürnberg
    Schweizer Erstaufführung: 20.05.1978, Basler Theater, Regie: Bernard Sobel
    Österreichische Erstauff: 02.04.1986, Burgtheater Wien

  • William Shakespeare
    Shakespeare: 
    Hamlet
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    (The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark)
    Mitarbeit Matthial Langhoff
    Aus dem Englischen von Heiner Müller
    3 D, 24 H

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 14.04.1977, Volksbühne Berlin, Regie: Benno Besson

  • William Shakespeare
    Shakespeare: 
    Wie es euch gefällt
    (As You Like It)
    Aus dem Englischen von Heiner Müller

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 01.06.1968, Bayerisches Staatsschauspiel München, Regie: Hans Lietzau
    DDR-Erstaufführung: 16.09.1972, Theater der Altmark Stendal, Regie: Claus Martin Winter

  • Alexander Suchowo-Kobylin
    Suchowo-Kobylin: 
    Tarelkins Tod
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    (Smert' Tarelkina)
    Farce in 3 Teilen
    Aus dem Russischen von Heiner Müller, Ginka Tscholakowa
    2 D, 14 H, Statisten

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 27.08.1972, Brandenburger Theater, Regie: Thomas Vallentin
    Österreichische Erstauff: 04.09.1992, Elisabethbühne Salzburg, Regie: Pjotr Fomenko

  • Anton Tschechow
    Tschechow: 
    Die Möwe
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    (Čajka)
    Komödie in 4 Akten
    Aus dem Russischen von Heiner Müller, Ginka Tscholakowa
    5 D, 8 H

    EAÜ - Erstauff. d. Übersetzung: 14.02.1973, Bühnen der Stadt Köln, Regie: Claus Helmut Drese
    DDR-Erstaufführung: 29.09.1973, Hans-Otto-Theater Potsdam, Regie: Rolf Winkelgrund
    Schweizer Erstaufführung: 26.04.1987, Stadttheater Bern, Regie: Wolfram Krempel

  • Ajax zum Beispiel

    "Lese Sophokles AJAX zum Beispiel Beschreibung / Eines Tierversuchs vergilbte Tragödie / Eines Mannes mit dem eine launische Göttin / Blindekuh spielt vor Troja im Abgrund der Zeiten / Arnold Schwarzenegger im WÜSTENSTURM / Um mich heutigen Lesern verständlich zu machen / ICH AJAX OPFER ZWEIFACHEN BETRUGS ...".
    Der Text, geschrieben als mehrseitiges Gedicht, ist die sehr persönliche Auseinandersetzung Heiner Müllers mit deutscher Geschichte. Gleichzeitig schildert er die Schwierigkeiten beim Schreiben seines letzten Dramas "Germania 3".

    Mit Marianne Hoppe, Martin Wuttke, Sophie Rois

    Musik FM Einheit / Alex Hacke

    Ursendung: 13.01.2005, DLF Köln / MDR 1996, 27'00 min, Regie: Wolfgang Rindfleisch

  • Der Auftrag

    Ursendung: DRA 1981, 90'15 min, Regie: Alexander Stillmark

  • Die Befreiung des Prometheus
    nach Heiner Müller

    "Heiner Goebbels hat dem - von Heiner Müller neu gedeuteten - Prometheus-Mythos mit klanglichen, radiophonen Mitteln eine große Intensität und Nähe gegeben, wobei durch ironisierende Elemente Pathos und Groteske vereint werden. Mit der Technik der Collage, mit Songformen und mit Zitaten aus der Trivial-Kultur wird der Müllersche Text in akustische Bilder umgesetzt, die dem Hörer einen breiten Assoziationsspielraum eröffnen." (Aus der Begründung der Jury, die Heiner Goebbels und Heiner Müller den "Hörspielpreis der Kriegsblinden" für das Jahr 1985 zusprach.) Außerdem erhielt die Produktion den PRIX ITALIA 1986.

    Ursendung: Hessischer Rundfunk / Südwestfunk 1985, 44'40, Regie: Heiner Goebbels

  • Bildbeschreibung

    "BILDBESCHREIBUNG kann als Übermalung der ALKESTIS gelesen werden, die das No-Spiel KUMASAKA, den II. Gesang der ODYSSEE, Hitchcocks VÖGEL und Shakespeares STURM zitiert. Der Text beschreibt eine Landschaft jenseits des Todes. Die Handlung ist beliebig, da die Folgen Vergangenheit sind, Explosion einer Erinnerung in einer abgestorbene dramatischen Struktur." (Heiner Müller, Notiz zum 1985 erschienenen Text.)

    Ursendung: DRA 1988, 38'03 min, Regie: Achim Scholz

  • DER MANN IM FAHRSTUHL/MUSIK

    "Der Text erzählt die Geschichte eines Angestellten, der im Fahrstuhl zu seinem Chef unterwegs ist. Die Fahrt entwickelt sich zu einem Horrortrip, da der Angestellte, trotz seiner Sorge, unpünktlich zu sein, die genaue Etagennummer nicht kennt, zum anderen die Zeit aus den Fugen gerät und das Tempo des Fahrstuhls sich verselbständigt. Der Text wird teils versetzt, teils simultan von zwei Angestellten, einem englischen und einem deutschen, in unterschiedlichen Charakteren repräsentiert. Gesungen, gesprochen, geschrien, verliert er fast seine Prosaform, muss aber trotz der vielen Songs den Sog der Geschichte behalten." (Heiner Goebbels)

    Ursendung: HR 1989, 42'43, Regie: Heiner Goebbels

  • DIE BRÜCKE (HÖRSPIEL 1958)

    Der Aufbau einer sozialistischen Wirtschaft in der DDR vollzog sich in den fünfziger Jahren mit einem Zukunfts-Pathos, das dem westlichen im Zeichen von Atomkraft und Raumfahrt nicht nachstand. >Die Brücke. Ein Bericht aus Klettwitz< hieß 1958 das Hörspieldebüt von Heiner und Inge Müller. Ein trotz ironischer Untertöne parteifromm scheinendes Loblied auf die DDR-weite Solidaritätsaktion zur Mobilisierung auswärtiger Arbeitskräfte nach Ausfall einer Förderbrücke im Braunkohlentagebau. Für das Autorenpaar war es der Tribut an die Kontrollinstanzen des Staatsrundfunks, die die Ursendung eines realistischeren Stückes verhinderten und erst später eine revidierte Fassung zuließen.
    Mitwirkende: Hilmar Thate, Willi Narloch, Erich Franz, Norbert Christian, Lotte Loebinger, Hans-Peter Minetti, Jochen Thomas, Horst Torka, Erik S. Klein, Mathilde Danegger

    Ursendung: 24 Min., Regie: Wolfgang Schonendorf

  • Germania drei Gespenster am Toten Mann

    "Ich will seit langem das Stück schreiben, das in Stalingrad anfängt und mit dem Fall der Mauer aufhört. Man muß solche gigantomanen Pläne gerade jetzt haben. Im Moment ist ja das Schlimme, daß es nur noch Zeit oder Geschwindigkeit oder Verlauf von Zeit gibt, aber keinen Raum mehr. Man muß jetzt Räume schaffen und besetzen gegen diese Beschleunigung." Heiner Müllers nachgelassene Szenenfolge stellt einen historischen Zusammenhang von Verdun, Stalingrad bis zum Kollaps des sozialistischen Systems her und nimmt Erlebnisse der eigenen Biographie unmittelbar auf: Szenen des großen Welttheaters und Kunstdebatten, Horrorszenen aus Vergangenheit und Gegenwart, absurd, komisch, bevölkert von Gespenstern ... Die Funkproduktion war Hörspiel des Monats Mai 1996 und ist auch als CD erhältlich.

    Erstausstrahlung: DLF/, 84', Regie: Ulrich Gerhardt

  • Die Korrektur

    Ein Bericht vom Aufbau des Kombinats "Schwarze Pumpe" 1957

    In Hoyerswerda schummeln die Arbeiter bei der Normerfüllung. Brigadier Bremer stemmt sich dagegen. "Der ist rot bis auf die Knochen", sagen die Arbeiter und verprügeln ihn. Spielszenen mit pointierten Dialogen wechseln mit Berichten im Stil des epischen Theaters. Für ihr erstes Hörspiel recherchierten die Autoren mehrere Monate auf der Großbaustelle.

    Mit Erich Franz, Norbert Christian, Hilmar Thate u. a.

    Ursendung: DRA 1957, 30'00, Regie: Wolfgang Schonendorf

  • Der Lohndrücker

    Ursendung: DRA 1989, 41'20 min, Regie: Peter Brasch

  • Maelstromsüdpol/Text

    "In dem Text 'Maelstromsüdpol' verarbeitet Heiner Müller Motive aus 'Umständlicher Bericht des Arthur Gordon Pym zu Nantucket ...' von Edgar Allan Poe ... - Bei der akustischen Inszenierung dieser knappen Seite Text reizte mich (...) nicht die mehr oder weniger kunstvolle Verknüpfung, sondern die Entzerrung von Musik und Sprache, im Verhältnis Erlebnis / Beschreibung. Den Sog, von dem Arthur Gordon Pym in den antarktischen Katarakt gezogen wird, fest im Blick, konzentriere ich mich auf die Arbeit meiner Stimme ..." (Heiner Goebbels)

    Ursendung: Heiner Goebbels/ECM 1987/91, 33'25, Regie: Heiner Goebbels

  • Mauser

    Das Schuldig-Werden, das Erkennen der eigenen Schuld und die Annahme der Strafe dafür - das ist das Thema dieses 1970 als Variation auf ein Motiv aus Scholochows Roman "Der Stille Don" entstandenen Textes: Während des russischen Bürgerkriegs nach 1917 hatte A in der Stadt Witebsk Feinde der Revolution zu töten. Er mißbraucht jedoch seine Macht und soll wie sie mit dem Tode bestraft werden. Dieser vor über zwanzig Jahren entstandene und sehr lange verbotene Theatertext erweist sich als radikale Vorwegnahme gegenwärtiger Auseinandersetzungen mit Fehlentwicklungen der sozialistischen Utopie.

    Ursendung: DS Kultur 1992, 49'54 min, Regie: Wolfgang Rindfleisch

  • Mommsens Block

    Ursendung: DS Kultur 1993, 37'00 min, Regie: Jörg Jannings

  • Ödipus Tyrann
    von Sophokles nach Hölderlin

    "Gegen die gewohnte Interpretation lese ich Ödipus Tyrann nicht als Kriminalstück. Das wäre mit der Aussage des Teiresias am Ende. Für Sophokles ist Wahrheit nur als Wirklichkeit, Wissen nicht ohne die Weisheit im Gebrauch, der Dualismus Praxis Theorie entsteht erst. Seine (blutige) Geburt beschreibt das Stück. Seine radikalste Formulierung ist der Atompilz über Hiroshima. Die Haltung des Ödipus bei der Selbstblendung (... denn süß ist wohnen / Wo der Gedanke wohnt, entfernt von allem) ist ein tragischer Entwurf zu der zynischen Replik des Physikers Oppenheimer auf die Frage, ob er an einer Bombe mitarbeiten würde, wirksamer als die H-Bombe, wenn dazu die Möglichkeit gegeben sei. Es wäre technisch sweet (technical sweet), sie zu machen. Die Verwerfung dieser Haltung bleibt folgenlos, wenn ihr nicht der Boden entzogen wird." (Heiner Müller)

    Ursendung: Mitschnitt der Inszenierung des DT 1967, Regie: Benno Besson

  • Philoktet

    Ursendung: DS Kultur 1992, 64'59 min, Regie: Wolfgang Rindfleisch

  • Prometheus
    nach Aischylos

    Ursendung: DRA 1970, 68'00 min, Regie: Walter Niklaus

  • Quartett
    nach Choderlos de Laclos

    Die Entrüstung, die der Briefroman „Les Liaisons dangereuses" 1782, am Vorabend der Revolution, auslöste, war die Reaktion auf eine beispiellose Präzision in der Darstellung der Mechanismen des Bösen. Der Offizier Valmont hat drei Frauen auf einmal unmöglich gemacht, die Marquise von Merteuil ist noch geschickter und besiegt ihn. Heiner Müller lässt die Figuren gewissermaßen in eigener Sache noch einmal auftreten, als Verurteilte nämlich des nachrevolutionären Zeitalters der eskalierenden Weltkriege. Wir treffen Merteuil und Valmont in einem „Bunker" nach dem dritten Weltkrieg wieder.

    Ursendung: DRS, Studio Basel 1982, 46'40 min, Regie: Claude Pierre Salmony / Stephan Heilmann

  • Traktor

    Ursendung: DRA 1983, 42'15 min, Regie: Achim Scholz

  • Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten

    Ursendung: RB 1984, 41'55, Regie: Paul Schalich

  • Die Weiberbrigade

    Jenny Nägle hat sich qualifiziert. Von der Küchenhilfe zur Schlosserin. Und nun beginnt sie auch noch, Verbesserungsvorschläge zu machen. Noch mehr Frauen sollen Schlosserinnen werden. Sie wird als Delegierte zur Arbeiterkonferenz vorgeschlagen. Zur Bestarbeiterein gekürt. Aber eigentlich passt den Kombinatsmännern ihr Auftreten nicht in den Kram. Frauen sollen zu Hause bleiben bei Kind und Töpfen wie es immer war. Die Nägle kann über diese alten Hüte nur lachen und als eine Männerbrigade fehlt, um einen Kran zu versetzen, wird sie sich mit ihren Weibern wieder in die Produktionsschlacht werfen.

    Mit Marianne Wünscher, Lotte Loebinger, Ingrid Ohlenschläger u.v.a.

    Ursendung: Funk/DDR 1960, 54'35, Regie: Wolfgang Schonendorf

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