Bert Koß wird am 9.12.1957 in Pößneck /Thüringen geboren. Er wächst in Berlin (Ost) auf und macht von 1974-77 eine Lehre als Baufacharbeiter mit Abitur. 1977-80 Wehrdienst.
1980-84 Studium der Theaterwissenschaft (Humboldt Universität zu Berlin).
Von 1984-88 arbeitet er als Dramaturg am Puppentheater Neubrandenburg.
Zwischen 1988-93 ist er als freiberuflicher Autor in Berlin und Mecklenburg tätig.
1993-96 Dramaturg am Staatstheater Cottbus, 1996-98 Dramaturg am Volkstheater Rostock.
Seit 1998 lebt Bert Koß als freiberuflicher Autor mit seiner Familie in Mecklenburg.
Zahlreiche Hörspiele.
Biographische Features wie "
Von da an war ich an das Theater verloren"
Rudi Strahl gibt Auskunft über Leben und Werk (MDR, 2000)
"
Aber das 'große' kann stehen" Gespräch mit Eva Strittmatter zu Leben und Schreiben an der Seite ihres Mannes ( MDR, 2001, auch als Hörbuch)
Theaterstücke und Stück-Bearbeitungen,
"Alle Bühnenknechte" (1990), "Ruhe! Wir stürzen ab" nach Dario Fo für das Deutsche Theater Berlin (1992),
"Das geheime Tagebuch des Adrian Mole" nach Sue Townsend für das Staatstheater Cottbus (1995);
Lehrer sollten nackt nicht tanzen...(2003)
Drehbücher
"Die Zuallementschlossenen" Komödie (1999)
"Irren ist sexy" Komödie (2004, Fernsehfilm, 90`, ZDF, Regie: Manfred Stelzer, mit Anja und Gerit Kling, Oliver Koritke)
und weiteres
Das pointenreiche Stück holt junge Leute direkt in ihrer Erfahrungswelt ab und spielt ein verrücktes Experiment durch.Thomas kommt auf eine neue Schule. Freimütig erzählt er, warum er generell Schule und Lehrer nicht mag. Er erreicht, dass der Stundenplan probehalber auf die Wünsche der Schüler zugeschnitten wird. Während diese am Erlernen von Sex, in Klammern praktisch, interessiert sind, denken sich die Lehrer Fächer aus wie "Drogen nehmen, aber richtig" oder "Hinterlist und Tücke, auf krummem Weg direkt nach oben". Thomas kann die ausbrechende Ekstase nicht mehr stoppen. Zumal sein neuer Freund Monster Thomas` Kopftabletten an die Mitschüler weiterverkauft, die, an Dope gewöhnt, plötzlich ganz andre Räusche erleben - Schülersprecher Christian mutiert zur Ratte, Direktor Wenzel verblutet an einem Kopfschuss aus der Waffe eines Unterstufenlehrers. Ein Schüler erschießt, quasi als Nebenwirkung des Kurses "Testen der Waffe" mehrere Lehrer. Doch wie es nur im Theater möglich ist, wird Thomas die Toten wieder zum Leben erwecken, denn er weiß: "Das sind Lehrer, die können was ab".
Ein rockiges Schulspektakel.
Uraufführung:
29.04.2009, Staatstheater Cottbus in der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus, Regie: Mario Holetzek
Die verkommene Pension "Zum Letzten Willen" steht einsam auf schroffen Klippen an der schottischen Küste. Lukrativer Anziehungspunkt für Depressive und Todessüchtige. Der stocktrockene Inspektor Murphy würde der Pensionswirtin gerne näherkommen oder endlich alle Akte vom "Sommernachtstraum" im Theater sehen, aber die schwierige Bergung der Klippenspringer raubt ihm Nerv und Freizeit. Schon wieder rücken neue Opfer an. Sir Archie und Lady Lynn, nebst Smith, einem Nachwuchs-Killer aus Soho. Das in tiefer Abneigung verbundene Ehepaar hat über die "Agency for all" diesen jungen Aushilfstöter mit der als Selbstmord getarnten Beseitigung des jeweils anderen beauftragt. Natürlich kommt es zu Verwicklungen und verzwickten Notständen, in denen Rudi Strahl mit Genuss die Register der Gattungsklischees zog. Was will ein Alleinerbe mit perfektem Selbstmord, wenn die Lebensversicherung dann nicht zahlt. Wie kann Smith überzeugt werden, seinem Nebenjob als Mörder korrekt nachzukommen, damit er sein überfälliges Juraexamen endlich besteht. Strahls abgründige Komödie ist prall von Spott auf die Geschäfte, die der Tod so bunt bereit hält. Und eine Theaterleiche gibt es dann wirklich. ZUM LETZTEN WILLEN stammt aus dem Nachlass des Dramatikers.
Uraufführung:
06.06.2003, Theater Neustrelitz, Regie: Volker Herold
Bert Koß hat nach dem Roman "Die geschützten Männer" von Robert Merle eine Hörspielbearbeitung geschrieben, die Stefan Dutt mit aufwendiger Besetzung für den MDR inszenierte. Ein männermordender Virus zwingt die Überlebenden in eine Art Luxus-KZ, wo sie von militanten Frauen bewacht werden. Die Welt verdreht sich und kommt nicht mehr in die alte Ordnung.
Ursendung:
MDR 2005, 73'00, Regie: Stefan Dutt
Der Biologielehrer herr Riegel unternimmt mit seiner Arbeitsgemeinschaft die langgeplante Exkursion zum hauptstädtischen Tierpark. Außer fünf Schülern sind auch Frau Kirschke von den Eltern und Herr Aulhorn als Leiter des heimatlichen Tiergeheges mit von der Partie. Duch das unerlaubte Entfernen des Schülers Till Wich nimmt alles eine nichtgeahnte Wendung. Die Suche nach ihm rückt die Idylle des Tierparks und die erzieherischen Absichten des Ausfllugs auf komische absurde Weise ins erzählerische Seitenlicht.
Ursendung:
Funkhaus Berlin 1990, 43'40, Regie: Matthias Thalheim
Inhaltsangabe: In der DDR hat sie jeder auf dem Bildschirm gesehen, hat womöglich ihre Stimme heute noch im Ohr. Denn Frau Kirschke, Frau Stocker, Herr Bauerhorst, Herr Aulhorn und Herr Riegel waren zwar - worauf sie dringend hinweisen - nicht Partei und Regierung. Aber leider doch so gut wie. Denn sie waren ihre Sprecher. Sie haben weder Kopf noch Zunge geschont und allabendlich die Selbstdarstellung des Regimes verlautbart. Und dann auf einmal war das Regime weg. Und die fünf langjährigen Kollegen finden sich auf unbestimmte Zeit in einer besseren Besenkammer zusammengesperrt. Eine schwere Prüfung ihres Kollektivgeistes. Wer hatte eigentlich was angeordnet? An die Schuld der anderen kann sich jeder gut erinnern. Auch daran, wer damals dafür gesorgt hat, daß der Kollege Menschel auf Nimmerwiedersehen verschwand?
Mitwirkende: Frau Kirschke: Eva Weißenborn, Frau Strocker: Angelika Waller, Herr Bauerhorst: Eberhard Mellies, Herr Riegel: Thomas Neumann, Herr Aulhorn: Viktor Deiß, Berndt: Gerald Schaale
Ursendung:
MDR 1992, 54'14, Regie: Peter Groeger
Die Rundfunkberichterstattung blendet sich aktuell in das Konferenzgeschehen ein. Am Reportermikrofon. Hans-Jörg Silber. Mit ihm verfolgen wir das aufrüttelnde Leitreferat von Professor Henne zum Thema "Kollektiv und Gesellschaft". Als jener beschwören die rhetorische Frage stellt: "Oder ist jemand unter Ihnen bereit, die Verantwortung für unsere Misere zu übernehmen?" meldet sich das kleine Mädchen Syndi: "Ja, ich!" Die Prüfung ihres fragwürdigen Mandats, der 'erfrischende' Diskussionsbeitrag zur Lage in der Blutspende, die Ergreifung des Wortes durch Frau Föhse von der Frauengruppe und weitere Kongreßereignisse tragen dazu bei, daß ein ernstes Anliegen in chaotischer Betriebsamkeit versandet.
Ursendung:
Funkhaus Berlin 1990, 49'30 min, Regie: Joachim Staritz
Bernd Kirschke, ein Mann um die Vierzig, leidet unter permanenten Kopfschmerzen. Vor allem träumt ihm jede Nacht dasselbe. Auf einem seiner Spaziergänge steht er plötzlich vor einer bekannten alten Tür. Frau Timm öffnet ihm, die Leiterin des Kinderheims, in dem er sechzehn Jahre aufgezogen wurde. Sie erkennt ihn nicht, zuviel Zeit ist vergangen, aber sie lässt ihn ein und Bernd merkt zu seinem Erstaunen, dass sich nichts geändert hat. Die Hausordnung ist die gleiche, das Mobiliar und vor allem die gesamte Lehrerschaft ist unversehrt von den Ereignissen der Zeit vorhanden. Sie feiern den 1. Mai. Mit Kampfliedern und Sekt. Die Anstaltskinder halten ihren Mittagsschlaf. Wer ist wessen Halluzination. Was ist der Fluch der Geschichte. Was schleppt da einer mit sich rum. Bernd weiß es nicht und der altstalinistische Erziehertrupp plant einen Ausbruch aus seinem Kopf.
Komponist: Jürgen Ecke, Mitwirkende: Bernd Kirschke: Götz Schulte, Frau Timm: Ursula Karusseit, Frau Strocker: Angelika Waller, Herr Bauerhorst: Wolfgang Winkler, Herr Aulhorn: Thomas Neumann, Herr Riegel: Dieter Wien, Penner: Dieter Jaßlauk, Polizist: Klaus-Dieter Bange, Straßenbahnansage: Conny Wolte
Ursendung:
MDR 2002, 50'00, Regie: Rainer Schwarz
mit Sylvester Groth, Carmen-Maja Antoni, Jennipher Antoni, Hanno Koffler, Eva Mattes und Helmfried von Lüttichau
Erstausstrahlung:
29.09.2010, ARD, 90 min
Erstausstrahlung:
ZDF, 89 min., Regie: Manfred Stelzer