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Bild: Petr Zelenka

Petr Zelenka

Petr Zelenka, Jahrgang 1967, hat 1986-1991an der Prager Filmhochschule studiert und schon während des Studiums als Drehbuchautor für die Barrandov Film Studios und BBC London gearbeitet. Bereits sein Regiedebüt, der Film "Mnága-Happy End" (1996), wurde mit Preisen geehrt, u.a. beim Osteuropa-Filmfestival in Cottbus. Sein zweiter Film "Die Knöpfler" wurde in Tschechien zum Kultfilm des Jahres 1997, und auch für "Außenseiter" (2000) und "Im Jahr des Teufels" (2002) erhielt er mehrere Preise. Sein erstes Theaterstück Schrottengel - Geschichten vom alltäglichen Wahnsinnschrieb Petr Zelenka für das Prager Theater Dejvické divadlo, wo es am 16.11.2001 in seiner Regie uraufgeführt wurde. Nach der DEA 2005 am Staatsschauspiel Dresden (Regie Walter Meierjohann) erlebte das Stück zahlreiche deutschsprachige Inszenierungen. Sein zweites StückTheremin (UA 2005) lief ebenfalls sehr erfolgreich in Prag.

  • Im falschen Film (Train Departures)
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    Unter Verwendung des Theaterstücks "Chinesen" von Michael Frayn
    (Odchody vlakov)
    Aus dem Tschechischen von Simona Barazi, Ralf Siebelt
    2 D, 2 H

    Zwei arbeitslose Schauspieler sollen die "Chinesen" spielen, ein erfolgreiches Boulevardstück von Michael Frayn mit irrwitzig schnellen Rollen- und Kostümwechseln. Es läuft alles schief an diesem Abend, und das nicht nur bei dem Paar im Stück, das für Freunde ein Abendessen gibt und aus Versehen den Ex der einen Freundin eingeladen hat, die aber mit ihrem neuen Partner erscheint. Auch die beiden Schauspieler müssen einen Irrtum ausbaden, denn er hat die Termine verwechselt, dachte, er sei zu einem Synchronsprechen eingeladen, soll aber für einen Kollegen einspringen. Er kennt die Rolle zwar, hat sie oft mit ihr zusammen gespielt, aber das ist lange her, und er hat alles vergessen. Um die Vorstellung zu retten, übernimmt sie immer wieder auch seinen Part, was die Turbulenzen nur noch steigert und die Verwirrung komplett macht.

    Ein Spiel im Spiel, Theater im Theater, bei dem Petr Zelenka nicht nur lustvoll und gekonnt alle Register des Komödiantischen zieht, sondern durch eine geschickte Rahmenhandlung hinter dem puren Spaß auch eine leise Traurigkeit aufscheinen lässt.

    Uraufführung: 03.02.2004, Divadlo Astorka-Korzo '90, Bratislava
    Deutsche Erstaufführung: 28.10.2010, Landestheater Württemberg- Hohenzollern (LTT), LTT-Werkstatt, Regie: Elina Finkel

  • Schrottengel
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    Geschichten vom ganz normalen Wahnsinn
    (Pribehy Obycejneho Silenstvi)
    Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
    6 D, 6 H

    Eine schwarze Komödie über abgefahrene Typen, die auf abstruse Art ihre Beziehungsunfähigkeit bekämpfen. Eigentlich haben alle in diesem Stück einen Knall. Petr stellt die verrücktesten Sachen an, nur um seine Exfreundin Jana zurückzugewinnen, sein Freund Mücke treibt es vor lauter Einsamkeit mit dem Staubsauger und verliebt sich schließlich in eine Schaufensterpuppe, Petrs Nachbarn haben nur Spaß am Sex, wenn ihnen jemand dabei zuschaut, seine Mutter leidet fast hysterisch am Elend der Welt und spendet so oft Blut, dass sie schon süchtig danach ist, und der Altdissident Jiri zündet aus Protest einen Hotelfahrstuhl an, weil er nie Tantiemen für seine Musik bekommen hat, die darin immer gespielt wird. Es hat etwas bitter Komisches, wie diese beziehungsgestörten Menschen miteinander umgehen, aber es ist auch bezaubernd zu sehen, wie sie nach Wegen aus ihrem Dilemma suchen. Je "verrückter" sie dabei werden, umso glücklicher erscheinen sie uns. Und wenn Petr sich am Ende in einem Postpaket an seine Freundin schicken lässt, nehmen wir dies als ein wahres Happy End.

    Witzige Dialoge, pointierte Szenen und ein schnelles Tempo machen die Intensität und den Charme dieses Stücks aus, das in Prag bereits riesige Erfolge gefeiert hat und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

    Deutsche Erstaufführung: 20.01.2005, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Walter Meierjohann
    Schweizer Erstaufführung: 31.03.2007, Bern
    Österreichische Erstauff: 08.10.2011, Westbahntheater , Westbahntheater, Regie: Alexander Kratzer

  • Theremin
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    (Teremin)
    Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
    3 D, 8 H

    Nach einer umjubelten Europatournee läßt sich Lew Theremin, russischer Physiker, Musiker und Erfinder des ersten elektronischen Musikinstruments der Welt, 1927 in New York nieder. Die avantgardistische Kunstszene schmückt sich gern mit dem bolschewistischen Exoten, er gründet ein elektronisches Orchester und begeistert das Publikum mit den neuartigen Tönen. Aber niemand ahnt etwas von den seelischen Nöten dieses genialen Tüftlers. "Ein Erfinder ist ein furchtbar unfreier Mensch", sagt Theremin und weiß genau, wovon er spricht. Sein Thereminvox, dieses bezaubernde Musikinstrument, hat er eigentlich im Auftrag des russischen Geheimdienstes erfunden, der damit den großen Revolutionsführer Lenin abhören konnte. Was Theremin vor seinen Freunden als pure Lust am Experimentieren ausgiebt, ist in Wahrheit der verzweifelte Versuch, den Geheimdienst mit Erfindungen zu bestechen, um seinen Vater vor dem GULAG zu retten. Er ist zutiefst verstrickt in diesen Sumpf aus Lügen, Spionage und Erpressung und wird sich bis ans Lebensende nicht mehr daraus befreien können. Eine zunehmend atemberaubende Geschichte, von Petr Zelenka mit spielerischer Leichtigkeit und dramatischem Geschick in Szene gesetzt. Auf die wunderbaren „Enterprise“-Klänge des (leicht zu spielenden) Thereminvox wird keine Inszenierung verzichten wollen.

    Uraufführung: 12.11.2005, Dejvické divadlo

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