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Bild: Felicia Zeller

Felicia Zeller

Geboren 1970 in Stuttgart, studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg (Diplom 1998). Felicia Zeller schreibt Theatertexte und Prosa, außerdem ist sie Autorin und Regisseurin vieler Filme und anderer Werke auf dem Gebiet der Neuen Medien.
Auftragswerke/Preise (Auswahl): 1993 Baden-Württembergischer Jugendtheaterautorenpreis für "immer einen hund gehabt/plane crazy (1928)" / 2001 "Club der Enttäuschten" (Stadttheater Konstanz) / 2002 "Triumph der Provinz" (Theaterhaus Jena) / 2005 "Einfach nur Erfolg" (Theater Freiburg) / 2008 "Kaspar Häuser Meer" (Theater Freiburg), Publikumspreis des 33. Mülheimer Dramatikerpreis für "Kaspar Häuser Meer" / 2009 Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg für "Einsam lehnen am Bekannten" / 2010 "Der große Blöff / Entfernte Kusinen" (Saarländisches Staatstheater), Preis des Wirtschaftsclubs für "Kaspar Häuser Meer" / 2011 Nominierung von "Gespräche mit Astronauten" für den 36. Mülheimer Dramatikerpreis / 2012 "X-Freunde" (Schauspiel Frankfurt) / 2013 Nominierung von "X-Freunde" für den 38. Mülheimer Dramatikerpreis, Hermann-Sudermann-Preis für "X-Freunde", 2013 "Die Welt von hinten wie von vorne" (Nationaltheater Mannheim). / 2015 "Wunsch und Wunder" (Saarländisches Staatstheater), Nominierung von "Wunsch und Wunder" für den 40. Mülheimer Dramatikerpreis

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  • Bier für Frauen
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Poetische Verdichtungen von Gesprächen stark alkoholisierter Frauen. Berichte aus dem Zwischenreich des Rausches. Sprech- und Gesprächsversuche zerplatzen wie Bierhefebläschen. Kampftrinkerinnen reden sich um Kopf und Kragen. Mehr als um die Entkräftung des Vorurteils, daß Frauen die tieferen, interessanteren und einfühlsameren Gespräche führen, geht es Felicia Zeller um die moderne Tragik ihrer Antiheldinnen: Ungebrochener Ausdruckswille kämpft gegen das Unvermögen sich zu erinnern, Gedanken im Zaum zu halten oder auch nur eine Weile konsequent zu verfolgen. Auf plötzlichen Eingebungen reiten Zellers Barhockerinnen in hoffnungslose Mißverständnisse, schwarze Kommunikationslöcher und in die nächste Depression.

    Uraufführung: 23.09.2001, Staatstheater Mainz, Regie: Christina Friedrich

  • Club der Enttäuschten
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    Textbuch

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    ABM für Theater
    3 D, 3 H

    Kann man eine Komödie über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme schreiben? Felicia Zeller zeigt es. Eine Woche in einer deutschen "ABM". Drei Frauen und drei Männer im Büro einer "Fortbildung", die sich im wesentlichen im Unterschreiben von Formularen erschöpft. Aber untätig sind die Teilnehmer nicht - im Gegenteil. Oder ist es nicht auch Arbeit, die komplette 2000-seitige Ausgabe der "Historischen Olympischen Spiele" zu kopieren, Videocover auf einem Billig-Computer zu gestalten, Tierkreuzworträtsel zu lösen, sich über spießige Nachbarn aufzuregen, unablässig Kollegen anzuflirten, verschiedenste Körperteile abzulichten und eventuelle Veränderungen gemeinsam zu analysieren, Stalingrad realistisch nachzuspielen, sich über den ewigen Geschlechterkampf oder Maulkorberlässe für Kampfhunde zu erregen und sich vor allem immer wieder gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen? Felicia Zellers Figuren kreisen utopielos im tristen Alltag. Zwischen Kaffemaschine und Kopierer verausgabt sich ungenutzte Lebensenergie in Empörungs- und Balzritualen. Mit feinem Gespür für das Absurde überhöht die Autorin den Redeschwall ihrer Figuren. Immer wieder retten sie sich heraus aus den Kerben ihrer ausgeleierten Opfer-Platten. Sechs Menschen auf dem gesellschaftlichen Abstellgleis, die sich - auf je eigene, wunderbar komische Art - nicht kleinkriegen lassen.

    Uraufführung: 23.11.2001, Theater Konstanz, Regie: Markus Heinzelmann
    Österreichische Erstauff: 31.03.2005, urtheater, Wien (Koproduktion mit RedArt, Münster), Regie: Gernot Plass

  • DEUTSCHES HYSTERISCHES MUSEUM
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    Textbuch

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    Besetzung variabel

    Demographische Prognosen ergeben zweifelsfrei: Wir werden weniger. Felicia Zeller breitet Verhaltensmuster einer nahen Zukunft vor uns aus: Im Pflegeheim werfen die Alten munter Erinnerungspillen ein, sie albern herum und produzieren en passant wirksame Geschäftsmodelle. Der kleine Mann von nebenan, ein lebensbedrohlich übergewichtiger letzter Sproß seiner Sippe, richtet der Nachwelt das erste Ein-Personen-Museum der Welt ein, worauf sich ganze Städte in Museen verwandeln. Vorzeigefamilien versuchen sich vorabendserientauglich zu verhalten - bis unerbittliche Pflegeroboter das Regiment im Haushalt übernehmen. Während man junge Frauen zum Gebären animiert, lehnen die Jungs dämmernd an Mauerwänden herum. Keiner braucht sie, und sie wissen selbst nicht, wieso sie eigentlich noch da sind. Felicia Zellers sprachmusikalische Szenenfolge führt uns als außerirdische Besucher durch das Museum unserer Verhältnisse - und setzt auf Katharsis durch komische Katastrophen.

    Uraufführung: 09.03.2007, Theater Bielefeld, Regie: Daniela Kranz

  • Einfach nur Erfolg
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    Textbuch

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    2 D, 4 H, Nebenfiguren

    Im April 1994 erschoß sich Kurt Cobain, der Sänger der amerikanischen Kult-Band "Nirvana". Ein Jahrzehnt nach seinem Tod nimmt Felicia Zeller diesen Fall zum Ausgangspunkt eines Theatertextes über den Mythos des "rebellischen Rockstars" im Speziellen - und die Gesetze des Erfolgs im Allgemeinen. Ein von sich selbst eingenommener Drehbuchautor plant, einen Film über Leben und Sterben des Punk-Rock-Stars Kurt Brisbaine zu schreiben. Ohne dokumentarischen Anspruch spielt Zellers Stück die Versuche eines traurigen Idols durch, sich gegen die Vermarktung seiner Person aufzulehnen. Gar nicht so einfach, wenn die eigene Marke "Auflehnung" heißt. Gefangen in dieser und anderen existentiellen Zwickmühlen, die Sex, Drogen und Rock'n'Roll mit sich bringen, versucht Zellers haltloser Held Kurt sich treu zu bleiben. Das Innenleben des Künstlers als permanente Presseveranstaltung. Felicia Zellers Stück unterläuft naheliegende psychologische Erklärungsmuster und spielt herzerfrischend mit den poppigen Sprachoberflächen der Macher und Möchtegerne. Und die lieben Kinder in der Schule ziehen ihre eigenen Lehren aus solcherart Vorbildern...

    Uraufführung: 07.10.2005, Theater Freiburg, Regie: Christian von Treskow

  • Einsam lehnen am Bekannten
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    Textbuch

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    Kurze Prosa

    "Sie definiert Kampftrinken neu, erwägt Kinderreichtum als alternative Lebensform, liest Schnitzler im Café, predigt in Kneipen und wird beinahe überfahren - die schrägen, schönen und klugen Prosatexte von Felicia Zeller, die bisher vor allem als Dramatikerin bekannt geworden ist, haben einen einzigartigen phantastisch-analysierenden Stil und sind voller überraschender, witziger und erkenntnisreicher Wendungen." (Lilienfeld Verlag)

    henschel SCHAUSPIEL vertritt im Auftrag des Lilienfeld Verlages die Aufführungsrechte an Zellers Kurzprosa.

  • Gespräche mit Astronauten
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    Textbuch

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    3 D, 2 H, variabel

    Sie sind billiger als Billiglohnkräfte und haben keinerlei Rechte. Sie heißen Olanka, Anjuschka, Olga, Irina und kommen aus Ländern an der Grenze Mitropas. Ländern, die ihnen keine Perspektive bieten, Ländern wie der Schlamparei, Mogelei, Stohlen, Rostland oder Ukulele. Das Land ihrer Träume ist das Land der Skispringer und heißt Knautschland. Dorthin kommen sie in der Hoffnung auf ein besseres, schöneres, aufregendes Leben. Sie sind die Dienstmägde der Globalisierung und nennen sich "Au Pair". "Au Pair" bedeutet "auf Gegenseitigkeit". Was das heißt, diktieren allerdings die anderen. Gegen Kost und Logis erhalten die jungen Frauen eine Lektion nach der anderen im Ökospießertum der ehemals Linksbewegten. Felicia Zeller stapelt, was da an unterschiedlichen Lebenshaltungen und Bedürfnissen aufeinander prallt, zu einem kakofonen babelschen Turm. Dabei liegt die ihr eigene Sprachkomik nicht in der Übertreibung, sondern im akribischen Notieren der Kommunikationsspiralen und Alltagslitaneien des Ewiggleichen: Die Ausflüchte genervter Au Pairs werden überflutet von den Wortkaskaden gestresster Powerfrauen, unterbrochen von dem Geschrei tyrannischer Kinder ... Einzig die Väter sind in diesem virtuosen Zellerschen Wortschwall nicht hörbar, schweben im All oder kommen gegen halb zehn oder heute vielleicht später oder gar nicht mehr.

    Uraufführung: 24.09.2010, Nationaltheater Mannheim , Kleiner Zuschauerraum, Regie: Burkhard C. Kosminski
    Schweizer Erstaufführung: 15.09.2011, Theater Biel Solothurn , Stadttheater, Regie: Laura Koerfer

  • Der große Blöff / Entfernte Kusinen
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    Textbuch

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    6 D, 3 H

    Es ist der Tag der Uraufführung an einem mittelgroßen Stadttheater. Die Autorin Felicia Zeller hat eine in einer DDR-Kommode in Teilen erhaltene Komödie Carl Zuckmayers weiter geschrieben und ergänzt. Die Dramaturgin Gisela Meinbrecht erhofft sich überregionalen Erfolg von diesem "einzigartigen Literaturprojekt". Die Pensionswirtin Hiltrud Heller wird darin doppelt geprellt. Von einer gewieften Frau wird sie um die Einnahmen der Saison betrogen. Von einem erfolglosen Schriftsteller, der sich als Carl Zuckmayer ausgibt, geschwängert. Mit fortschreitender Handlung gewinnen die in die Dialoge eingeschriebenen Subtexte der Figuren die Oberhand. Die Ebenen vor und hinter den Kulissen verschwimmen zusehend. Die Enkelin Carl Zuckmayers Winnie-the-Pooh Zuckmayer betrinkt sich aus Protest gegen die Uraufführung auf offener Bühne und auch bei den anderen werden die Mutmaßungen über die Falschheit des Fragments immer lauter. Davon unberührt bietet ein im Gastraum an die Wand genagelter Heringskönig Kurse in Gedankenfreiheit an.
    Selbstironisch erhebt Felicia Zeller in dieser vor Sprachwitz explodierenden Komödie die Vorspiegelung falscher Tatsachen zur einzig möglichen Überlebenspraxis im Kunst- und Kulturbetrieb und nimmt den seit Jahren anhaltenden Run der Stadttheater auf Uraufführungen und spektakuläre Neuentdeckungenauf die Schippe.

    Uraufführung: 16.05.2010, Saarländisches Staatstheater , Saarbrücken, Regie: Daniela Kranz

  • Ich Tasche
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    Textbuch

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    Massenszene
    ab 6 / für ungefähr 18 / bis 99 Personen (Doppelbesetzungen möglich)

    Felicia Zeller hat sich nicht abschrecken lassen von langen Schalterschlangen, einem verwirrenden Preissystem und freiheitsberaubenden Zugbindungen: Sie hat eine mehrwöchige Fahrt mit der Bahn unternommen, um im Zug ein neues Stück zu schreiben. Herausgekommen ist eine "Massenszene", in der die Autorin Erlebnisse und Aufgeschnapptes zu einer Sprechpartitur überhöht und verdichtet. Der Entstehungsmoment wurde dabei zum Stückprinzip: Reisende beobachten Reisende, die Reisende beobachten. So nimmt man teil an Sitzplatzverteilungskämpfen und Privatsphärenbehauptungen. Ausgeprägte Individuen müssen einander auf engstem Raum aushalten. Trotz aller Bemühungen um Anonymität stellt sich mitunter peinlichste Nähe her. Das schafft Stress und führt zu absurden Verwicklungen. Mitreisende werden für Gepäckstücke gehalten, Sprengstoffgürtel entpuppen sich als Reiseproviant. Unaufhaltsam rast diese Reisegesellschaft auf eine Entgleisung zu ... Sprache vollzieht sich in "fortschreitenden Alltagsgesprächsschlaufen", so die Autorin. Ihr gesellschaftlicher Befund ist ernüchternd: Wir leben in einem Land, in dem geschichtsvergessene Egoisten mit den Zumutungen des Augenblicks ringen. Manisches Mitteilungsbedürfnis trifft auf sozialen Autismus. Felicia Zellers Humor verspricht Rettung.

    Uraufführung: 05.10.2003, Theater Oberhausen, Regie: Susanna Enk

  • Ich, dein großer analoger Bruder, sein verfickter Kater und du
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    Textbuch

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    Das Setting ist eine klassische Wohngemeinschaft: Es wird viel geraucht und viel geredet: Über Politik, Beziehungsprobleme, das Einhalten des Putzplans, die nächste Party. Plötzlich liegt da ein Typ mit seinem Kater auf der WG-Couch. Alle halten ihn für den "großen Bruder" von irgendjemanden. Der Neue, Alec, ist ein umgänglicher Typ. Da er sich alles mitnotiert, kennt er bald alle Termine, Pläne und Bedürfnisse. Schleichend macht sich jedoch ein Wandel breit: Sogenannte Bewohnerkontrolleinheiten (BKE) regeln fortan das Zusammenleben. Das Badezimmer kann nur noch betreten wer laut sein Geschlecht ruft, effiziente Gespräche werden mit Aufmerksamkeits-, das Füttern des Katers mit Gemeinschaftspunkten belohnt. Eine Anwesenheitsliste kontrolliert das Kommen und Gehen. Als der verfettete Kater "versehentlich" stirbt, wird das Ausmaß der Abhängigkeit vom analogen Bruder offenkundig.
    Felicia Zeller überträgt in ihrem Stück die allgemeine digitale Sorglosigkeit in die Offline-Welt: "Die Komödie wird zum Politthriller, als Journalistin A. von den Schergen jener Regierung bedroht wird, über die sie kritisch berichtet hat. Als sie erneut in jenes Land einreist, "von dem du sagst, es wurde innerhalb von vierzehn Tagen zu einer Diktatur umgebaut und das tue dir leid", wird sie abgefangen. Hier verliert sich ihre Spur. Diese Wendung ermöglicht der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger ein zentrales Dilemma der Big-Data-Ära greifbar zu machen: Das angesagte, blauäugige Nichts-zu-Verbergen-Haben ist ein Luxus. Leisten kann ihn sich, wer in einer einigermaßen stabilen Demokratie lebt. Und vor allem, wer den Blick über den eigenen Wohlfühlhorizont hinaus streng vermeidet." (Cornelia Fiedler am 8.11.2016 in der Süddeutschen Zeitung)

    Uraufführung: 06.11.2016, Saarländisches Staatstheater , Alte Feuerwache, Regie: Marie Bues

  • Im Café Tassl
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    Textbuch

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    Eine Sprech- und Sprachoperette
    4 D, 6 H, ein Sonnenhut, ein Topf, ein Pulli

    Frauke K. sitzt im Café Tassl und wartet auf Otto S., der sich auf ihre Kontaktanzeige hin mit ihr verabredet hat. Es wird zu diesem Treffen nie kommen, denn Otto ist auf dem Weg zu ihr mit unlösbaren Problemen konfrontiert: Bringt man Blumen mit und wenn ja, welche? Wie bewegt man den Kleiderschrank dazu, sich zu öffnen und findet dann auch noch das Richtige zum Anziehen? Wie überredet man seinen launischen Sonnenhut dazu, mit in den Bus zu steigen? - Er verpaßt den Bus, den nächsten und den übernächsten, und kehrt resignierend zum Platz seiner Jugend zurück, wo er zu Katja Ebsteins Gesang in Erinnerungen badet, Tütensuppe kocht und seinem alten Pulli tatenlos beim Auflösen zuschaut. Während Frauke an den elf Kaffees, die sie im Laufe des Abends hinunterstürzt, fast kollabieren wird, denkt sie über den Menschenschlag der Kontaktanzeigenaufsetzer nach, über das Sitzengelassenwerden und über die Menschen um sich herum: Herrn Faxofon, dessen Handy nie Ruhe gibt, Herrn Salzbr, dessen Füße ihn in anstrengende Neurosen gestürzt haben, einen Besoffenen, der in einen Busch fällt und verdoppelt wieder hinauskriecht, und über den Kellner, der blutüberströmt serviert, ihr zunehmend zugetan ist und sie zu erotischen Phantasien animiert. Doch auch diese beiden werden nicht zusammenfinden. Statt dessen sterben ein Hut und ein Schwan, eine nervöse Uhr fährt Bus, und ein Topf erzählt alle Pfannenwitze, die es gibt. Ein skurriler Abgesang auf die menschliche Kommunikationsfähigkeit und ein Hohelied der Dinge, die ein Eigenleben führen und den Menschen ein Schnippchen schlagen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Mit einer Vielzahl Kellnerklage-, Schimpf- und Brummelloops.

    Uraufführung: 01.11.2000, IN-TEATA Köln, Regie: Inka Neubert

  • Immer einen Hund gehabt/plane crazy (1928)
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    Textbuch

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    1 D, 3 H, Statisten, Lautsprecherstimmen

    Sie sind jung, und sie haben kein Geld: Rosi, Vale, Ben und Alex vertreiben sich ihre Zeit mit Kiffen und Schnorren, mit Ratespielen und lauter Musik – und mit geballter Eloquenz. Sie erzählen sich aus ihrer Kindheit, von den desinteressierten Eltern und dem überfahrenen Hund, von den ewig erfolglosen Vorstellungsgesprächen, von ihrem Talent im Profigurgeln und der Lust auf Erdbeereis. Sie reden aneinander vorbei und umeinander drumrum, sie übertönen die Stille in sich, und sie sind nicht gern allein. Sie brauchen Gras, damit das ganze Leben eine Party bleibt, und manchmal träumen sie sich in ein andres Irgendwo. Des Nachts versucht ein frierender Kühlschrank, mit einem Fisch ins Gespräch zu kommen – ebenso ausdauernd wie erfolglos. Zeller zeigt Momentaufnahmen einer Jugend mit ihrer zu Rudimenten erstarrten Kommunikation, die keine Verbindung mehr zur Außenwelt zu schaffen vermag.

    Uraufführung: 14.04.1994, Württembergische Landesbühne Esslingen, Regie: Wolfram Apprich

  • Kaspar Häuser Meer
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    Textbuch

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    3 D

    Felicia Zeller hat sich in den Alltag deutscher Jugendämter begeben und drei hoffnungslos überforderte Sozialarbeiterinnen zu Heldinnen ihres Stücks gemacht.

    "Ein Geniestreich der Autorin war es, nicht die Opfer und nicht die Gewalttäter zu zeigen, sondern ihre Begleiter und Betreuer, - also die Gesellschaft und ihr Klima. Felicia Zellers Stück "Kaspar Häuser Meer" ist Sprachmusik über und aus unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit. Kein Sozialdrama, kein Betroffenheitsschmus, sondern Theaterkunst."(aus der Laudatio des Theaterkritikers Hartmut Krug zur Verleihung des Publikumspreises beim Mülheimer Stücke-Wettbewerb 2008)

    "Dieses Hinterherhinken bei gleichzeitigem Bemühen darum, schneller zu sein, prägt die berufliche Existenz im Allgemeinen Sozialen Dienst. Die große Sehnsucht nach Prävention, die nicht einlösbar ist, durchdringt ihrer aller Sprechen ... Scheitern beschreibt hier nicht einen Skandal, sondern ist auszuhaltender Teil der Arbeit: Helfen mit Risiko."(Felicia Zeller)

    Uraufführung: 20.01.2008, Theater Freiburg, Regie: Marcus Lobbes
    Österreichische Erstauff: 14.12.2008, Burgtheater Wien, Regie: Tina Lanik
    Schweizer Erstaufführung: 28.01.2010, Theater an der Winkelwiese, Zürich , Saal, Regie: Stephan Roppel

    2008 Publikumspreis, 33. Mühlheimer Theatertage NRW "Stücke 2008" Mühlheim

  • Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer in Haft
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    Textbuch

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    8 D

    Sieben alte Frauen und eine Schwester in einem Altersheim. In kurzen Momentaufnahmen wird der fest strukturierte Alltag gezeigt - Rituale bürgen für eine Ordnung, in die das Altern und Sterben eingebettet ist. Zwischen dem Aufstehen und Zubettgehen, dem Essen und dem Wechseln der Einlagen ist Platz für Erinnerungen, die sich um die Zeit des Krieges drehen: an die Zeit, in der man in Stellung war, als viele arbeitslos und trotzdem fröhlich und meistens schwanger waren, an den Vater, der Missionar in China war, und den Sohn, der Pfarrer ist und der einen abholen wird, irgendwann. Sie leiden an sich selbst und den andern, wollen in Ruhe gelassen werden und ringen um Aufmerksamkeit. In ihre Gedankenfetzen bricht die Schwester ein: Wächterin, Haßobjekt und letzter Halt; ungeduldig, überfordert, zärtlich, anmaßend. Ein Stück über den Kampf um die eigne Würde, über das Sich-Wundscheuern des Menschen an der von ihm selbst hergestellten Ordnung und über den funkelnden Trotz einer Generation,

    Uraufführung: 28.07.2001, Theater Rampe Stuttgart, Regie: Stephan Bruckmeier

  • Tot im SuperRiesenAquarium
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    Textbuch

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    Eine Komödie ohne Zukunft
    4 D, 5 H, 1 Guppy

    Walter Wohl liegt tot am Boden. Inspektor Hasel und sein Gehilfe Frank nehmen die Ehefrau Hilde, die verstört zwischen Fischkadavern, Blutlachen und Möbeltrümmern sitzt, als Mordverdächtige fest. Die Geschichte (einer Ehe) beginnt an ihrem Ende - der Anfang war die Entlassung Walters aus der Firma CyboFlex nach 30 Arbeitsjahren. Aus dem Delirium, in das er sich von da an tagtäglich säuft, befreit ihn erst das Abschiedsgeschenk der Firma, eine CyberSpaceFunBox mit Brille und Steuerknüppel. Während Hilde ihre Zeit einsam vor den Aquarien verbringt, dem Guppy Waldemar beim Fischbabykriegen zuschaut und sich an Erinnerungen hält, lebt Walter immer mehr in der Phantasiewelt eines Computerspiels, in der er sich durchschießt bis zum "Level mit den Frauen", auf dem er mit virtuellen sexuellen Eskapaden zuerst in orgiastische Höhen klettert, dann jedoch in eine zunehmende physische Erschöpfung fällt. Längst sind Realität und Fiktion nicht mehr auseinanderzuhalten, das Chaos wächst, und klar ist: Es wird Tote geben. Eine Soap in 8 Folgen mit allem, was das Zuschauerherz begehrt: viele schöne stumme Fische, nackte Frauen, die plötzlich im Wohnzimmer stehen und eine Dusche suchen, ein Freund der Götter im Aquarium und ein Fantasy-Kämpfer mit Maschinengewehr, der wirklich töten kann.

    Uraufführung: 28.07.2001, Theater Rampe Stuttgart, Regie: Stephan Bruckmeier

  • Triumph der Provinz
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    Textbuch

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    4 D, 4 H

    Ein Libretto für acht Einzelkämpfer in einem Vorstadt-Terrarium. Auf dem Zierrasen zwischen Imbissbude, Doppelgarage, Fotoautomat und Parkbank äst ein angepflocktes Schaf und gibt der Nachbarschaft Richtung und Tempo vor. Ein genialer Dilettant versucht sich als alternder Märchenprinz und macht sich an eine Landschönheit mit Popstar-Ambitionen heran. Sehr zum Ärger eines Wohlstands-Hippies mit körpergesteuerter Wahrnehmung. Dabei könnte es auch jede andere getroffen haben. Trifft es dann auch. Nebenan quält sich ein älteres Ehepaar im Eigenheim. Die Ehe war ein großes Versehen, gebannt starren beide seit Jahren auf kopulierendes Landvieh und die penetrant verliebte Jugend. In diesen Mikrokosmos gerät eine aus MENSCHEN TIERE ATTRAKTIONEN bekannte Fernsehdiva, um ihr autobiographisches Kochbuch zu präsentieren ... Die Welt ist rund und ein Dorf. Darüber geht unbarmherzig die Sonne auf und nieder. Felicia Zellers Provinzgrößen reden Erstaunliches, niemand nimmt es wahr. Sie kennen einander bis zum Überdruß, sich selbst am wenigsten. Neben sich stehend kasteien sie sich, sobald sie aus dem Trott um den inneren Pflock geraten. Am Ende dieser Farce über die geistige deutsche Provinz werden Grußbotschaften ins All geschossen. Ob ihnen dort oben jemand zuhören wird?

    Uraufführung: 11.04.2002, Theaterhaus Jena, Regie: Claudia Bauer

  • Vom Heinrich Hödel und seiner nassen Hand
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    Textbuch

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    1 H

    Heinrich Hödel ist nicht nur Hinrichtungsbeamter von Beruf, sondern auch ein feinsinniger Poet und Musikliebhaber. Beruflich befreit Hödel Menschen von ihrem Dasein, privat interessiert ihn das Motiv der Erlösung durch den Messias bei Händel. Ein Vollstreckungsbeamter mit Sinn für Stil und Akustik - und einem ausgeprägtem Handwerksethos. Hödels Mutter leiht ihm ihr Ohr, wenn die Arbeit ihn zu stark beansprucht (zu späte Begnadigungen etc.). Hödel ist voller Verständnis für die Situation der Verurteilten. Manchmal bringt er ihre Ohren mit nach Haus. Hödel ist berühmt (oder wäre es gern). Er gibt Interviews (oder träumt davon). Wenn Hödel sich verliebt, kann er seine Profession fast vergessen. Hödel, der Mann von nebenan. Vier surreale Akte einer merkwürdigen, tragikomischen Existenz. Alltagsbeschreibungen eines monströsen Arbeitslebens. Felicia Zeller entwirft beklemmende Bilder des Ausgeliefertseins, der Vergeblichkeit von Bewegung und Sprache, die über das Schicksal ihrer Figur hinausweisen.

    Uraufführung: 01.02.2002, Theater Essen, Regie: Anja Brunsbach

  • Die Welt von hinten wie von vorne
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    Textbuch

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    2 D, 3 H

    Sie reden wie wandelnde Powerpoint-Präsentationen und brainstormen gerne mal spontan drauf los. Die Mitarbeiter von Deutschlands größter PR-Agentur MOVER UND SHAKER UND PARTNER wissen: Alles, was sie sagen, könnte der Claim für eine brillante Kampagne sein. In Diagrammen, Schautafeln und Excel-Tabellen zerlegen sie die Welt, um sie je nach Gemengelage wieder zusammenzusetzen: WELT GESTALTEN. Leben und Treiben an Bord einer PR-Agentur. Die Produkte des Prothesenherstellers sitgo sollen verkauft werden, die Karriere von Präsidentschaftsanwärter Professor Doktor Alexander Peter zerstört. Eine Bürgerinitiative ohne Bürger wird gegründet, Maßnahmenpakete geschnürt.

    In "Die Welt von hinten wie von vorne" geht es um Manipulation und Vertrauensvernichtung, um die Rückseite der Verschwörung: intelligent aufgefächerte, breit angelegte PR-Kampagnen, die in die Gesellschaft hineinwuchern, wobei sie so tun, als kämen sie aus ihr heraus. Alles steht ständig unter Inszenierungsverdacht.

    Uraufführung: 05.10.2013, Nationaltheater Mannheim, Regie: Burkhard C. Kosminski

  • Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken
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    3 Szenen

    DEM HANS SEIN EIGENES GLÜCK (1 D, 1 H): Unbezahlte Rechnungen und Mahnungen stapeln sich, Inkasso-Angestellte stehen vor der Tür, aber HANS setzt nun einmal auf Qualität, nutzt "günstige Gelegenheiten" und gibt fleißig geliehenes Geld aus. DEM HANS SEINE DRITTE FRAU stellt unablässig die richtigen Fragen, aber hört der HANS ihr überhaupt zu? Was läuft schief im Leben dieses gewieften Selbstmanagers? DIE STUNDE / DES KUNDE (1 H): Sie hat geschlagen, mit QUEROLF, kritischer Kunde von Beruf. Er weiß um alle seine Rechte und ist bereit - falls nötig (und das ist es immer) - durch alle Instanzen zu gehen. Auch vor einer Klage gegen seine Rechtsschutzversicherung schreckt er nicht zurück, wenn diese nicht mehr zahlen will. Damit kommt sie natürlich nicht durch. Der Kampf geht weiter! MEIN KÜNDIGUNGSSCHREIBEN VOM SOUNDSOVIELTEN SOTEN (1 D): Betreff: Ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der FRAU DICHTERIN Z., u.a. wegen Betrachtung pornografischer Daten in der Bürozeit, Vermüllung des Arbeitsplatzes sowie fortwährender Beleidigung der schreibenden Kollegenzunft. - Überhaupt: Sollten Dichter nicht anständige Berufe ergreifen?

    Uraufführung: 28.10.2004, Theaterhaus Jena, DIE STUNDE / DES KUNDE, Regie: Roger Vontobel
    Uraufführung: 19.03.2005, Theater Freiburg, DEM HANS SEIN EIGENES GLÜCK / MEIN KÜNDIGUNGSSCHREIBEN VOM SOUNDSOVIELTEN SOTEN, Regie: Roger Vontobel

  • Wunsch und Wunder
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    4 D, 3 H, Doppelbesetzung erwünscht

    Dr. Bernd Flause, Leiter der Kinderwunschpraxis "Praxiswunsch" und Koryphäe auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin, geht seit ein paar Jahren nur noch gesenkten Hauptes durch die Straßen. Er hat Angst, Spenderkindern aus Zeiten, in denen er gern und oft sein eigenes Frischsperma verwendete, zu begegnen. Kollegin Betty Bauer mit hörbar tickender biologischer Uhr versucht, obwohl sie an der Quelle sitzt, per One-Night-Stand schwanger zu werden, während Arzthelferin Nicole schon wieder ungewollt Mutter wird. Ihre Vertretung schleust sich mit einem falschen Zeugnis auf der Suche nach ihrem biologischen Vater in die Praxis ein. Ihre Ähnlichkeit in Mimik und Gestik mit Dr. Flause fallen allen außer dem Erzeuger selbst sofort ins Auge. Laborleiter Schimmerle jubelt einem ihm aufs Haar gleichenden Patienten sein "Weltmeistersperma" unter, um seiner Mutter endlich das gewünschte Enkelkind zu liefern.
    Mit "Wunsch und Wunder" hat Felicia Zeller eine abgründige Komödie über real gewordene Schöpfungsphantasien und die Glorifizierung von Elternschaft geschrieben.

    Uraufführung: 16.01.2015, Saarländisches Staatstheater, Regie: Marcus Lobbes
    Österreichische Erstauff: 10.03.2016, KosmosTheater Link.* Verein für weiblichen Spielraum

  • X-Freunde
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    1 D, 2 H

    Früher war alles besser. Früher hatte man einen besten Freund, eine beste Freundin oder sogar beides. Man traf sich spontan auf ein Bier, redete über was man so redet und war happy. Heute hat man X Freunde, aber Treffen war gestern und After-work ist was für Warmduscher. Schließlich sind Mann wie Frau Ich-Aktionäre, Ideenmanager, Venture-Kapitalisten des eigenen Lebens. Nicht sich etwas leisten, sondern selbst etwas leisten ist das neue Credo. Nach generation X, Golf, Praktikum und Casting liefert Felicia Zeller mit ihrem neuen Stück den Generationsbegriff der Stunde: Generation "Beißschiene". Mit von der Partie sind ein Künstler, eine Unternehmerin und ein Arbeitsloser. Immer on- nie offline, immer telefonierend, e-mailcheckend, twitternd und postend glänzen sie, die Immer-Erreichbaren, durch permanente Abwesenheit. Hat man sich mal verloren im Netz der Netze, einfach Neustart drücken. Arbeit und Freizeit, Selbstausbeutung und Selbstdesign sind endlich identisch. Mit X Freunde hat Felicia Zeller eine tragikomische Bestandsaufnahme der workaholisierten Gesellschaft geschaffen, in der die göttliche Drohung der Vertreibung aus dem Paradies "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen" zum letzten Sinnstifter wird. Und sollte man mal schlafen, ist das maximal ein Ruhezustand.

    Uraufführung: 12.10.2012, Schauspiel Frankfurt, Regie: Bettina Bruinier
    Österreichische Erstauff: 23.10.2012, Schauspielhaus Graz, Regie: Judith Wille
    Schweizer Erstaufführung: 25.11.2013, Konzert Theater Bern , Vidmar 2 , Regie: Franziska Marie Gramss, Jan Stephan Schmieding

  • Zweite allgemeine Verunsicherung
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    Besetzung variabel

    Früher waren Galaveranstaltungen wie die Verleihung der goldenen Frau ein willkommener Anlass einfach nur gut auszusehen. Diese Zeiten sind vorbei. Vorwürfe und Selbstvorwürfe beginnen bereits auf dem roten Teppich.
    "Klumpenapokalypse" heißt nicht nur der Debütfilm des Regisseurs, dessen neuer Film "Überleben im eigenen Leben" an diesem Abend einen Preis erhalten soll, eine Klumpenapokalypse bilden auch die sich fortschreibenden Kommentare, Beobachtungen und Interventionen der Galateilnehmer. Jede Äußerung wird zum Statement, zur Belehrung, zum Appell. Alles bietet Anlass zu Kritik und Selbstkritik, Schuld, Verunsicherung, Aggression, Verzweiflung.
    Szenenwechsel: Bei den 22. Bottroper Power-Tagen läuft eine prominente Vortragsreisende Amok. Angestaute Aggressionen schwappen an die Oberfläche, die Erdkruste reißt auf, der Himmel verdunkelt sich. Fiktion und Realität, apokalyptisches Szenario und tatsächliche Katastrophe werden ununterscheidbar. Depression für alle.
    Nur wer sich in die Nicht-Einverständnis-Erklärungsliste einträgt und gute Entspannungsübungen kennt, wird am Ende ins Hinterzimmer eingelassen, in dem einige der Galateilnehmer überleben. Ein grotesk-fantastisches Stück über narzisstisch-depressive Menschen und die Kunst des Loslassens.

    Uraufführung: 19.02.2016, Schauspiel Frankfurt, Regie: Johanna Wehner

  • Bier für Frauen

    Poetische Verdichtungen von Gesprächen stark alkoholisierter Frauen. Berichte aus dem Zwischenreich des Rausches. Sprech- und Gesprächsversuche zerplatzen wie Bierhefebläschen. Kampftrinkerinnen reden sich um Kopf und Kragen. Mehr als um die Entkräftung des Vorurteils, daß Frauen die tieferen, interessanteren und einfühlsameren Gespräche führen, geht es Felicia Zeller um die moderne Tragik ihrer Antiheldinnen: Ungebrochener Ausdruckswille kämpft gegen das Unvermögen sich zu erinnern, Gedanken im Zaum zu halten oder auch nur eine Weile konsequent zu verfolgen. Auf plötzlichen Eingebungen reiten Zellers Barhockerinnen in hoffnungslose Mißverständnisse, schwarze Kommunikationslöcher und in die nächste Depression.

    Produktion WDR

  • Gespräche mit Astronauten

    Olanka, Anjuschka, Olga oder Irina kommen aus Ländern an der Grenze Mitropas. Ländern wie der Schlamparei, Mogelei, Stohlen oder Rostland. Das Land ihrer Träume heißt Knautschland. Als Dienstmägde der Globalisierung lernen sie Knautsch und nennen sich "Au Pair". Felicia Zeller stapelt, was da an unterschiedlichen Lebenshaltungen und Bedürfnissen aufeinander prallt, zu einem kakofonen babelschen Turm. Dabei liegt ihre Sprachkomik im akribischen Notieren von Kommunikationsspiralen und Alltagslitaneien. Genervte Au Pairs, Wortkaskaden gestresster Powerfrauen, tyrannische Kinder. Ein virtuoser Wortschwall, über dem stille Väter im All herumschweben und heute später oder gar nicht mehr kommen.
    Mit Irina Potapenko, Margarita Breitkreiz, Patrycia Ziolkowska, Anne Weber, Catrin Striebeck, Susanne Lothar, Felix Kramer, Achim Busch.

    Ursendung: 05.12.2010, NDR info, 55', Regie: Antje Vowinckel

  • Kaspar Häuser Meer

    Drei Jugendsozialarbeiterinnen zwischen berstenden Schreibtischen, privatem Stress und ein von der Öffentlichkeit forciertem Druck, sich um die Hilflosen der Gesellschaft zu kümmern. Annika, Syliva und Barbara, permanent überforderte Frauen, die sich tagtäglich erneut durch die Mühle drehen. Verzweifelt komisch, wütend und rasant. Nach Felicia Zellers Erfolgsstück, das an vielen deutschsprachigen Bühnen zu erleben ist. Mit Astrid Meyerfeldt, Christa Posch und Anne Weber.

    Ursendung: 21.06.2009, NDR, 46'52, Regie: Andrea Getto

    2009, Nominiert zum Prix Europa Berlin

  • Kaspar Häuser Meer (Autorenproduktion)

    Drei Jugendamtsozialarbeiterinnen rotieren. Zu ihrer ständigen Überforderung kommen hundertvier lückenhaft dokumentierte Fälle des ausgebrannten Kollegen Björn. Im (Arbeits-)Alltag der Fachfrauen spiegelt sich das Verhalten ihrer Klienten und Problematiken staatlich organisierter Sozialarbeit.Die furiosen Schauspielerinnen der preisgekrönten Freiburger Uraufführung Bettina Grahs, Britta Hammelsteinund Rebecca Klingenberg performen das Erfolgsdrama Kaspar Häuser Meerin dieser Radioversion virtuos und eindringlich.Der gewaltige Druck und der schon absurd werdende Permanentstress, dem die drei Sozialarbeiterinnen ausgesetzt sind, überträgt sich durch das rasante, fast am Rande der Machbarkeit scheinende Sprechtempo. Der lückenlose Flow der chorischen Elemente und eine den Raum einbeziehende Mikrofonierung erzeugen ein traurig-komisches und kraftvoll packendes Sprech-Battle. Diese Hörspielfassung ist eine freie Autorenproduktion. Aufgenommen im Popstudio der Nalepastraße in Berlin. Verwendet wird der Song "We will rock you" in einer Fassung von waterboy.

    Ursendung: Autorenproduktion, 51'53, Regie: Marcus Lobbes

  • Die Welt von hinten wie von vorne
    nach dem gleichnamigen Theaterstück

    WIR KÖNNEN WAS, WAS DU NICHT KANNST

    Sie gestalten Zukunft. Sie machen Kampagnen für Produkte, Parteien und Initiativen. Kampagnen gegen Aids und für Atomkraft. Kampagnen aus Leidenschaft und für Geld. Herzkampagnen und brain campaigns. Sie sind Deutschlands größte PR-Agentur. Die Mitarbeiter von MOVER UND SHAKER UND PARTNER wissen: Alles, was sie sagen, könnte der Claim für eine umwerfend brillante Kampagne sein. Sie sind die kreativsten Köpfe des Landes, ein Power-Team mit dem Mut zum Wahnsinn.

    Mit Andreas Grothgar, Tanja Schleiff, Ekkehard Freye, Sascha Nathan, Merle Wasmuth. Komposition Peter Harsch.

    Ursendung: 05.12.2014, Bayerischer Rundfunk, 53'13, Regie: Leonhard Koppelmann

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