Laila Stieler wird 1965 in Neustadt / Orla, Thüringen, geboren. Schulausbildung und Abitur absolviert sie in Berlin. 1984/85 arbeitet sie bei "Elektrokohle Lichtenberg". Im folgenden Jahr betreibt sie ein Volontariat im Fernsehen der DDR. Von 1986 bis 1990 studiert sie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Babelsberg.
Seit 1990 arbeitet Laila Stieler als Dramaturgin und Producerin, u. a. "Das Wunschkind", "Der Ausbruch", für einige Film- und Fernsehproduzenten. Dafür erhält sie bedeutende Preise: Grimme Preis, Goldener Löwe, Bayerischer Fernsehpreis.
Laila Stieler schreibt seit ihrem Studium Drehbücher, für die sie ebenfalls zahlreiche Preise erhält, u. a. den Internationalen Literaturfilmpreis.
Kathi ist bunt und dick. Sie kann Leuten die Haare frisieren, dass die sich vor Glück nicht einkriegen. Aber einen Job bekommt sie deshalb nicht. Zumindest nicht bei Frau Krieger im Marzahner Einkaufszentrum. Die findet sie nämlich nicht ästhetisch. Verletzungen dieser Art scheint Kathi wegzustecken, und ihre Vision vom eigenen kleinen Salon (mit fünf richtig wuchtigen Friseusinnen) will sie deshalb erst recht nicht aufgeben. Sie beginnt um ihren Traum zu kämpfen. Beim Arbeitsamt, bei Kreditgebern, beim Gewerbeamt. Sie ist oft so nah dran am Glück. Aber dann geht wieder etwas schief. Ihre Tochter, die ihr die Schuld an der Trennung vom Vater gibt, und der die korpulente Mutter manchmal peinlich ist, findet eines Tages zehn Vietnamesen in ihrer winzigen Neubauwohnung vor. Kathi tut wirklich Unmögliches, um sich das nötige Startkapital zu besorgen.
Judith Lorentz besetzte in ihrer beglückenden Radioadaption Steffi Kühnert als Kathi König ("Ick bin dick, aber nich doof!"), die den Berliner Dialekt aus vollstem Herzen spricht. Neben ihr spielen Christine Österlein, Caterine Stoyan, Ursula Werner, Ingo Hülsmann, Matthias Matschke, Milan Peschel und viel andere.
Ursendung:
21.05.2010, RBB Kulturradio, 54'33, Regie: Judith Lorentz
Erzählt wird die Geschichte einer Lehrerin und ihrer Klasse, die nach einem traumatischen Erlebnis mühsam wieder in ihren Alltag finden.
mit Anna Loos in der Hauptrolle, Axel Prahl und Meret Becker sowie u. a. Christine Große und eine ganzen Reihe sehr junger Darsteller
Erstausstrahlung:
26.08.2011, ARTE, 90 min
Kathi ist für ihr Leben gern Friseuse. Und wenn sie eine Meinung hat, vertritt sie die auch - unumwunden. Kathi kann ziemlich ruppig sein, sie ist klug, aber sie trägt das nicht vor sich her und - sie ist dick. Sie ist so dick, dass die freundliche Umschreibung "mollig" eine glatte Lüge wäre. Und obwohl ihre Lage alles andere als vielversprechend ist, hat Kathi keinerlei Begabung zu Kompromissen. Diplomatie ist ihr ein Fremdwort geblieben.
Die Geschichte beginnt an dem Morgen, an dem Kathi eine Anstellung als Meisterin und Filialleiterin erhalten soll. Sie muss nur noch ihre Papiere vorbeibringen, ansonsten hat man sich schon telefonisch geeinigt. Doch als Kathi in diesem Salon steht, zieht die Chefin ein langes Gesicht und erklärt ihr, dass sie Kathi nicht einstellen kann, weil sie "nicht ästhetisch ist". Und schon steht Kathi wieder vor der Tür. Aber so will sie sich nicht abspeisen lassen. Zunächst möchte sie um den Job kämpfen, doch dann bietet sich eine bessere Gelegenheit: Direkt gegenüber dem Salon wird ein Laden frei! Und da weiß Kathi plötzlich, was sie will. Sie wird sich selbständig machen und ihren eigenen Laden gründen, ihren eigenen Salon. Und sie wird es allen zeigen! Soweit der gute Vorsatz. Allerdings bemerkt Kathi, dass ihr wesentliche Dinge fehlen: Das Wissen, die guten Beziehungen und vor allem das Geld. Erfinderisch, kraftvoll und trotz aller Widrigkeiten immer wieder gutgelaunt macht sich Kathi an die Arbeit. Wer ihr dabei begegnet, was ihr widerfährt, und wie sie ihre Würde verteidigt - davon erzählt der Film.
Einige hundert Kilometer trennen Thomas von seinem Elternhaus in Dessau, dem Ort, an dem er aufgewachsen ist. Gut so. Thomas lebt sein eigenes Leben, gründet gerade eine Familie und besucht seine Eltern und seine Schwester Susanne nur so oft wie nötig. Ein dringlicher Anruf jedoch beordert ihn nach Hause. Der Mutter geht es nicht gut. Thomas packt Sachen für drei Tage ein. Das muss reichen. Aber als er ankommt, ist die Mutter schon tot. Herzinfarkt. Für Trauer ist wenig Zeit. Die Beerdigung muss organisiert werden. Aber vor allem muss eine Lösung für den Vater gefunden werden. Der hat nach einem Schlaganfall gesundheitliche Probleme und Lähmungserscheinungen in den Beinen. Er kann nicht allein leben, doch ins Heim will der geistig agile Mann auch nicht. Wer kümmert sich um ihn? Wird sich Susanne, wie Thomas anfangs hofft, opfern, ihr eigenes Leben aufgeben und zum Vater ziehen? Die Geschwister Thomas und Susanne stehen sich sprachlos gegenüber. Teils verzweifelt, teils mit wütendem Pragmatismus versuchen sie, die Fragen zu klären, die sie jahrelang vor sich her geschoben und verdrängt haben. Sie haben sich in den letzten Jahren aus den Augen verloren, nun müssen sie sich neu zusammenraufen.
Erstausstrahlung:
29.03.2010, ZDF, 89 min.
Erstausstrahlung:
21.09.2009, ZDF, 89 min
Erstausstrahlung:
21.05.2008, ARD, 89 min.
Kinostart:
09.10.2009, 98 min.
2008 Coup de Coeur, Filmfestspiele Cannes
2009 Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Deutscher Filmpreis Berlin
Erstausstrahlung:
03.08.2007, ZDF, 89 min.
Kinostart:
08.11.2007, 113 min
Erstausstrahlung:
10.12.2007, ZDF, 89 min.
Bernd Willenbrock, Gebrauchtwagenhändler aus Magdeburg, ist ein Mann, dem es gut geht. Sein Laden läuft trotz Rezession, er hat eine schöne Frau, eine Geliebte, ein neues Haus in einer Wohnsiedlung am Stadtrand und ein Ferienhaus im Grünen.
Sein Erfolg hat zwei Namen: Jurek, ein erfahrener Automechaniker aus Polen, und Krylow, ein Russe, der jeden Monat gleich mehrere Wagen vom Hof fahren lässt und damit seinen Umsatz erheblich steigert. Selbst ein Einbruch auf dem Autohof stört Willenbrocks gute Laune nicht. Er stellt zum Schutz seines Besitzes den Nachtwächter Fritz ein. Dieser Fritz hat eine hübsche Tochter, sie heißt Anna und ist Literaturstudentin. Willenbrock weiß, ein Autohändler ist nicht ihr Typ, aber gerade das reizt den routinierten Frauenhelden. Er schafft es tatsächlich, sie zu erobern. Er hat keine Zweifel, er hat die Regeln erkannt.
Doch dann passiert etwas: Nachts in ihrem Haus auf dem Land werden Willenbrock und seine Frau Susanne von Einbrechern überfallen. Obwohl er mit leichten Blessuren davonkommt, kann Willenbrock den Vorfall nicht vergessen. Er begreift, dass er verwundbar ist. Verbissen versucht er, seine alte Form herzustellen, aber die Geschäfte stagnieren, das Liebesleben auch. Seine ganze Ordnung gerät aus den Fugen und alle Gewissheiten sind plötzlich fraglich. Es gibt keine Rechtsicherheit. Es gibt eigentlich überhaupt keine Sicherheit mehr, weder im gesellschaftlichen Umgang noch in den privaten Beziehungen.
Mit der Pistole, die Willenbrock seit dem Überfall bei sich trägt, ändert sich sein Leben.
Kinostart:
17.03.2005, 105 min, Regie: Andreas Dresen
2005, Internationaler Literaturfilmpreis Frankfurt
2005 Femina Film Award, Sabine Greuning, Berlinale Berlin
2005 Michael Hammon, Deutscher Kamerapreis
Erstausstrahlung:
16.11.2004, SAT 1, 89 min., Regie: Sigi Rothemund
Erstausstrahlung:
09.02.2002, KIKA, Regie: Klaus Krämer
Erstausstrahlung:
25.10.2000, ARD, 89 min., Regie: Andreas Dresen
Erstausstrahlung:
18.02.2000, ZDF, 89 min., Regie: Dagmar Hirtz
Erstausstrahlung:
28.12.2000, KIKA
Erstausstrahlung:
15.08.1997, ZDF, 89 min., Regie: Dagmar Hirtz
Erstausstrahlung:
26.03.1997, ARD, 89 min.
Kinostart:
95 min.