Joachim Walther wird 1943 in Chemnitz geboren, 1963 – 1967 Studium der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, 1968 – 1983 Lektor und Herausgeber im Buchverlag Der Morgen Berlin, 1972 Mitglied des Schriftstellerverbandes, 1976 – 1978 Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“, seit 1983 freiberuflich. 1990 Vize-Vorsitzender des Schriftstellerverbandes. 1992 Forschungsauftrag bei der Gauck-Behörde. Das Buch dazu erscheint 1995 im Ch. Links Verlag unter dem Titel „Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der DDR“. 1996 Beauftragter für die Writers-in-Prison-Arbeit im PEN-Präsidium. Kinderbuch- und Hörspielautor, Essayist und Romanautor. Hörspiele u.a.: Bewerbung bei Hofe, Candide oder Hoffen lernen, Illusionsfassaden oder Welttheater ohne Notausgang, Lautlos und dennoch eine Stimme sagenhaft, Wachsende Entfernung. Veröffentlichungen u.a.: „Sechs Tage Sylvester“ (Roman 1970), „Zwischen zwei Nächten“ (Roman 1972), „Meinetwegen Schmetterlinge – Gespräche mit Schriftstellern“ (1973), „Ich bin nun mal kein Yogi“ (Erzählung 1975), „Bewerbung bei Hofe“ (Roman 1982), „Risse im Eis“ (Roman 1989).
Ursendung:
DRA 1980, 54'40, Regie: Fritz Göhler
Angelehnt an Voltaires satirischen Roman hat Joachim Walther seinen Candide geschaffen. Auf einer Odyssee durch Geschichte und Gegenwart sucht er den Glauben an die Vollkommenheit der Welt gegen alle Enttäuschungen zu verteidigen.
Ursendung:
Rias Berlin / SDR 1982, 80'00, Regie: Manfred Marchfelder
Ursendung:
Funkhaus Berlin 1991, 38'25, Regie: Peter Groeger
Zwei Ehepaare treffen sich . Man will sich entspannen und hat einen Kartenspiel-Abend verabredet. Über Arbeit soll nicht gesprochen werden und auch nicht über Probleme der persönlichen Beziehungen untereinander. DOPPELKOPF bietet die Chance, Leben in der Möglichkeitsform durchzuspielen. Unversehens fügt man sich – nicht nur beim Kartenspiel – wechselseitig Verletzungen zu, entlarvt verdecktes Rollenverhalten und durchleuchtet brüchige Partnerbeziehungen. Aber ist es nur die DDR-Situation zu Beginn der 80er Jahre, die hier kritisch erfaßt ist? Damals entstand dort dieses Hörspiel, wurde aber in der Ex-DDR weder produziert, noch gesendet.
Uraufführung:
SDR / HR 1983, 44'35 min, Regie: Otto Drüben
Ursendung:
DS Kultur / SR 1993, 54'57, Regie: Jörg Jannings
Erzählt wird die Entwicklungsgeschichte eines Mannes der mittleren Generation. Ein Individuum steht im Spannungsfeld gesellschaftlicher wie privater Einflüsse. Die Wechselbeziehung von Ursachen und Auswirkungen auf sein So-Geworden-Sein wird untersucht, indem dieser durchschnittliche Mann mit seiner Biografie konfrontiert wird und sich ihr stellen muß. Eine persönliche Krisensituation birgt die Gefahr des Identitätsverlusts. Dagegen wehrt sich die Hauptfigur, indem sie mit schonungsloser Selbstkritik Bilanz zieht. --- 1975 für den DDR-Rundfunk geschrieben, konnte dieses Hörspiel erst 1990 hier produziert werden. - Autoren-Hörspielpreis 1991
Ursendung:
SDR / RB 1979, 53'50 min, Regie: Manfred Marchfelder
Ursendung:
NDR 1989, 53'35 min, Regie: Ulrike Brinkmann
Ursendung:
DRA 1974, 64'20, Regie: Werner Grunow
"Ich hätte dich nicht gehen lassen dürfen. Dich umarmen sollen. Dich halten müssen". Doch nun ist der Sohn Micha weg – weit weg, wie er vorher ankündigte. Aber wo? In Heinfried Hauk stürzt die Angst, brechen Erinnerungen auf. Wieder einmal weiß er, daß er der Rolle als Vater nie gewachsen war. Das Leben in der DDR hat ihn müde gemacht, zum Rebellen fühlte er sich nicht berufen. Micha dagegen lebte unangepasst, pfiff auf Karriere und schrieb wilde Gedichte, die der Vater heute als Hilferufe erkennt.
Ursendung:
DLRB 1995, 52'37, Regie: Albrecht Surkau
Ursendung:
RIAS Berlin 1985, 47'50, Regie: Bärbel Jarchow-Frey
Ursendung:
DRA 1983, 51'00 min, Regie: Fritz Göhler
Inspirierende Vorlage des Stücks war der bis in die Gegenwart lebendig gebliebene Roman „Candide ou l'Optimisme" des Franzosen Voltaire, eine literarische Auseinandersetzung mit Leibniz' Lehre von den besten aller Welten. Der Zuschauer begleitete Candide auf der Suche nach Kunigunde durch die Welt, konfrontiert mit schreiender Ungerechtigkeit und sozialen Utopien. Vitale Dialoge, philosophische Diskussionen, phantastische Wendungen und dramatische Spannung auf ein Happy-End garantieren ein intellektuelles Theatervergnügen.